Test - Blair Witch : Vier Stunden Blödsinn am Stück

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Greift zu, wenn...

… ihr Spaß daran habt euch zwecks billigen Grusels in sämtlichen Sinnen beschneiden zu lassen.

Spart es euch, wenn...

…ihr ordentliche Rätsel, einen glaubhaften Hauptdarsteller und intelligente Gruselelemente sucht.

Fazit

Denis  Brown - Portraitvon Denis Brown
Ein Kuriosum unter den Horror-Games

Was in den ersten zwanzig Minuten zwar spielerisch etwas beschnitten, aber immerhin stimmungsvoll aussah, entpuppte sich für mich schnell als großer Horror-Blender. Es gab nicht einen Moment in diesem Spiel, in dem ich mich gefürchtet habe. Ich war eigentlich nur genervt – von der schlechten Sicht, den ständigen Sinnestäuschungen, der simplen Tatsache, mich nicht in den Hauptdarsteller einfühlen zu können und vielen andere kleinen und großen Macken. Der Mystik-Faktor ging total an mir vorbei, weil er vorhersehbar und plump aufgetischt wurde. Bei antiquierten Spielelementen wie unsichtbaren Wänden oder Jumpscares der billigsten Sorte verliere ich sowieso irgendwann das Interesse. Schade um die technisch recht ansehnliche Grafik, die den Wald authentisch rüberbringt.

Noch schlimmer ist meiner Meinung nach jedoch, dass Blair Witch erzählerisch auf das falsche Pferd setzt. Statt Mystik rund um den Entführer und das Kind aufzubauen, stehen die Macken des Hauptdarstellers im Vordergrund, inklusive zeitraubender Flashbacks, die wenig zu erzählen haben und noch weniger bei der Suche des Kindes helfen. Ich kam im Verlauf des Spiels aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Mystik-Fan trotzdem ein wenig Gefallen an diesem Spiel finden kann – einfach aus purem Spaß an der Beliebigkeit im Umgang mit dem Hauptdarsteller heraus. Seine Story wird ja auch gar nicht so schlecht erzählt, nur wollte ich persönlich gar nicht so viel über ihn wissen. Solltet ihr euch Blair Witch trotz aller Macken antun, so rate ich euch dringlichst, die HDR-Kontraste abzuschalten. Nicht des Grusels wegen, sondern der Orientierung halber.

>> Als wir noch dachten, es könne gut werden: 10 Horror-Highlights der Gamescom

Überblick

Pro

  • technisch schöne Wald-Grafik
  • verständliche Steuerung
  • gutes englisches Voice-Acting
  • nett verwirklichter Hund
  • ordentliche Sound-Effekte

Contra

  • an den Haaren herbeigezogene Sinnesbeschneidungen
  • unglaubwürdiger Hauptdarsteller
  • geringe Interaktionsmöglichkeiten
  • simples Absuchen von Brotkrumen
  • lächerliche Mystik-Elemente
  • kurze Spielzeit
  • zu heftige HDR-Kontraste

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