Preview - Battlefield 5 : 3 Stunden gespielt: In allen Belangen besser als Battlefield 1

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Wow, was für ein Brett. Battlefield 5 ist smarter, taktischer, nochmal deutlich edler in der Technik und wächst sehr stark in die Vertikale. Es wirkt fast so, als hätte DICE von den Titanfall-Kollegen gelernt: Wenn Leveldesign in die Höhe geht, bringt das massiv mehr strategische Tiefe. Battlefield 1 war ein gutes Spiel, aber die Level waren relativ gleichförmig. Klar, das war dem 1. Weltkrieg geschuldet, DICE wollte in erster Linie die brutalen, sinnlosen Grabenkämpfe dieser Epoche abbilden.

Battlefield 5 gefällt uns hier viel besser, weil es mehr Optionen gibt, Squads taktisch einzusetzen. Auf der Gamescom steht Rotterdam im Fokus: Eine große Stadt mit breiten Straßen und Häusern, die auch mal gerne vier bis fünf Stockwerke haben. Im Zentrum des Geschehens steht die Erasmusbrücke. Hier befinden sich die meisten Nachschub-Depots, die für das drastisch veränderte Gamedesign von Battlefield 5 wichtig sind. Denn ihr bekommt jetzt signifikant weniger Munition als noch in Battlefield 1 oder auch dem vierten und beliebtesten Teil. Wir haben auf Nvidias brandneuer GTX 2080 Ti und bei EA hinter verschlossenen Türen insgesamt drei Stunden Battlefield 5 gespielt und einen sehr viel tiefgehenderen Eindruck gewonnen.

Ohne Teamplay geht in Battlefield 5 gar nichts

DICE will seine Spieler sanft dazu zwingen, „auf Objective“ zu spielen, sprich sich als Squad abzusprechen, Missionsziele einzukreisen, im Team zu harmonieren. Das ist in Battlefield 5 so wichtig wie in sonst kaum einem anderen Shooter. Weil Rotterdam sehr zerklüftet ist und die Karte aus vielen, sehr lang gezogenen Straßen besteht, haben es Einzelkämpfer sehr schwer. Flaggenpunkte liegen meist direkt auf der Straße, etwa auf der berühmten Erasmusbrücke. Die kann man alleine nicht halten, das ganze Gelände ist umzingelt von Häusern, in denen sich Scharfschützen tummeln.

Ein Wort zu den Snipern: DICE ist bewusst, dass die Sniper in Battlefield 1 zu stark waren, darum hat man ihre Effizienz deutlich herabgesetzt. Nur noch Kopfschüsse und Bauchtreffer führen zum direkten Abschuss, Treffer auf andere Körperzonen ziehen ordentlich Energie ab, töten aber nicht sofort. Zudem achten die schwedischen Multiplayer-Experten darauf, stets Konter-Möglichkeiten anzubieten: Gepanzerte Truppentransporter etwa mit MG34 bieten sich an, um Infanterie zu schützen, die gerade die Flagge auf der Brücke einnimmt. Mit Tigerpanzern kann man gar eine komplette feindliche Verteidigung sprengen. Zudem führen sehr viele Wege auf die Brücke: Es gibt Möglichkeiten, über Treppenhäuser und Planken dorthin zu gelangen, um Hinterhalte zu legen.

Wie fantastisch das aussieht und sich anfühlt! Die Stadt ist von Bomben zerklüftet, es ist als würden wie Duell: Enemy at the Gates oder Der Soldat James Ryan live erleben. Untermalt von einer Grafikengine, die uns immer wieder staunen lässt: Feuer etwa spiegeln sich jetzt auf den Karossen von Autos, der Flammenstrahl des britischen Crocodile-Tank gar reflektiert auf der Straße und insbesondere in Pfützen.

DICE setzt in Battlefield 5 sehr viel stärker als bisher auf dynamische Zerstörung, bei der Wände und halbe Häuser sehr realistisch zusammenfallen und immer noch Teile nachrutschen. Generell fühlt sich Rotterdam sehr viel besser ausbalanciert an als die E3-Karte, die auch in der Closed Alpha gespielt wurde. Dort ist es für die alliierten Angreifer sehr schwierig aus Transportern zu springen, unter Feindfeuer zu landen und sich gegen Wehrmacht-Einheiten durchzusetzen, die sich auch ob der neuen Funktion Sandsäcke zu MG-Stellungen aufschichten zu können, regelrecht einbunkern.

Rotterdam ist sehr viel stärker auf Push und Gegenpush ausgerichtet. Es gibt eine riesige Zahl von Wegen, die zum Ziel führen und sich auch bei 64 Spielern auf jeder Seite schwer alle gleichzeitig verteidigen lassen. Womit wir zu den Snipern kommen: DICE arbeitet stark an Anti-Camping-Mechaniken, Scharfschützen sind in Rotterdam aber trotzdem die dominante Kraft.

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