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Preview - Assassin’s Creed: Black Flag Resynced : Vorschau: Eins der besten Assassin’s-Creed-Spiele bekommt ein vollwertiges Remake

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Ubisoft konnte noch nie ein Geheimnis lange für sich behalten. Darum geistern die Gerüchte um ein Remake von Assassin’s Creed IV: Black Flag schon seit geraumer Zeit durchs Internet. Nun wurde es endlich erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir durften uns bereits vorab persönlich von den Entwicklern einen Einblick verschaffen. Zeit wird’s, denn Assassin’s Creed: Black Flag Resynced erscheint schon am 9. Juli dieses Jahres.

In der bewegten Geschichte der Assassin’s-Creed-Reihe markiert Black Flag einen ihrer Höhepunkte. Für viele Fans ist es bis heute der beste Teil der Reihe. Mindestens aber der wichtigste. Denn mit seiner riesigen Spielwelt der ganzen Karibik verabschiedete sich Assassin’s Creed von den Parcours-Anfängen über den Dächern von Städten und definierte die Open-World-Erfahrung, die Ubisoft jahrelang als Erfolgsformel diente und auch Blaupause für die spätere Neuausrichtung der Serie mit Origins, Odyssey und Valhalla wurde.

Mehr als nur ein grafisch neuer Anstrich

Davon ein Remake zu veröffentlichen, scheint entsprechend eine sichere Bank für den finanziell angeschlagenen Spiele-Publisher. Und tatsächlich wirkt Assassin’s Creed: Black Flag Resynced in der 30-minütigen Präsentation, die uns die Entwickler gaben, wie genau das, was man darunter erwarten und erhoffen würde: ein von Grund auf neu entwickeltes Remake in der ganzen Pracht der aktuellen, hauseigenen Anvil Engine, die schon Assassin’s Creed: Shadows (Test) zur Augenweide machte.

Hochauflösende Texturen, neue Lichteffekte bei malerischen Sonnenuntergängen und ein dynamisches Wetter-System bilden die technische Pflicht für ein derartiges Remake. Doch wie sieht es spielerisch aus? Zwar zählt Black Flag zu den inhaltlich etwas besser gealterten Spielen der Reihe, doch gerade etwa die holprigen Kämpfe mit ihren übermächtigen Konterparaden und das noch recht unflexible Kletter- und Parcours-System sorgten nicht ohne Grund dafür, dass diese Spielelemente in den neueren Teilen vollkommen anders aussehen.

Die Entwickler von Ubisoft Singapore, wo das Remake federführend in der Mache ist, scheinen einen sinnvollen Mittelweg anzustreben: dem Original treu bleiben, aber alles verbessern, was nicht mehr zeitgemäß scheint. Heißt zum Beispiel: Black Flag wird nicht um einen Rollenspiel-artigen Skilltree erweitert, wie er bei den neueren Spielen der Reihe üblich ist. Das Kampfsystem soll aber dennoch sehr viel dynamischer und moderner ausfallen als in der Urversion.

Neben dem üblichen Arsenal aus Säbeln, beidhändig geführten Dolchen und Schießpulver-Pistolen soll auch die Umgebung eine wichtige Rolle in Auseinandersetzungen spielen: So lassen sich Gegner in einen Stapel Fässer schubsen oder mit einem Enterhaken vom Dach reißen. Kombos sollen dabei ebenso von Bedeutung sein wie das richtige Timing beim Blocken und Parieren.

Unverändert ist natürlich die Geschichte um Assassinen-Pirat Edward Kenway, der sogar wie schon im Original von Schauspieler Matt Ryan vertont wird. Abermals bereisen wir in seiner Rolle die gesamte Karibik mit idyllischen Schauplätzen wie Havanna und Nassau und begegnen illustren Persönlichkeiten wie dem legendären Piratenkapitän Blackbeard.

Genau an diesem Punkt sollen die größten inhaltlichen Neuerungen von Black Flag Resynced zu finden sein, denn alle wichtigen Nebencharaktere erhalten eigene Story-Arcs mit Nebenquests, die ihren Persönlichkeiten mehr Kontur verleihen und ihre Beziehungen vertiefen.

Zu den herausstechendsten Momenten des Originals zählten zweifellos die Schiffskämpfe, die so beliebt wurden, dass sie mit Skull & Bones ein eigenes Spiel erhielten. Und wer sich an die Schiffsfahrten von Black Flag erinnert, dem fallen unweigerlich sofort die sehnsüchtigen Shantys ein, die sich bei vielen Fans bis heute als Ohrwurm in den Gehörgängen festkrallen. Die sind natürlich auch wieder mit dabei und wurden sogar durch neue Lieder ergänzt. Für den Soundtrack arbeitete Ubisoft mit dem französischen Musiker Woodkid zusammen, der auch schon für Taylor Swift und Katy Perry arbeitete und u.a. Musik für die Soundtracks von Death Stranding 2 und der Netflix-Serie Arcane beisteuerte.

Ansonsten öffnet Resynced natürlich die ganze dicke Wundertüte an Gameplay-Bestandteilen, die schon Black Flag seinerzeit kennzeichneten: tollkühne Akrobatik über die Dächer, ausgefuchste Schleich-Sandkästen in Piratenlagern und Bananenplantagen, das Anheuern neuer Crewmitglieder … Doch überall, wo es sinnvoll erschien, erwarten den Spieler kleine Neuerungen und Verbesserungen: Die Unterwasser-Regionen sollen sich nun etwas lebendiger und weitschweifiger anfühlen, die Animationen und Mimiken der Charaktere entsprechen modernen Standards.

Wie es allerdings um die Gegenwartsgeschichte bestellt ist, die ja mit der Rahmenhandlung um Desmond schon im Vorgänger Assassin’s Creed III abgeschlossen war und in Black Flag etwas ziellos von vorne begann, wollten die Entwickler noch nicht genau verraten.

Das erfahren wir dann wohl erst am 9. Juli, wenn Assassin’s Creed: Black Flag Resynced schon erscheint.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Rundum erneuert und sagenhaft schön: Black Flag Resynced wird zum Glück ein vollständiges Remake und nicht bloß ein Grafik-Update

Assassin’s Creed IV: Black Flag markiert nicht nur einen qualitativen Höhepunkt in der langlebigen Geschichte der Reihe, sondern auch einen grundsätzlichen Wendepunkt: fort von der ursprünglichen Parcours-Erfahrung über Mauern und Dächer und hin zu dem Open-World-Erlebnis voll uferlos vieler Betätigungen, wie es für Ubisoft zur Erfolgsformel wurde und auch den späteren Teilen Origins, Odyssey und Valhalla als Blaupause diente.

Genau das hätte einem Remake von Black Flag zum Verhängnis werden können, wenn man ihm nicht die nötige Sorgfalt widmet. Denn wenngleich man selbst das 13 Jahre alte Original heute noch reuelos spielen kann, ist es in vielen Punkten schlecht gealtert. Angesichts der verspäteten Switch-Umsetzung aus dem Jahr 2020 schrieb ich daher etwa: „Assassin‘s Creed IV: Black Flag galt seinerzeit als der größte, schönste und beste Teil der Serie und ist auch heute noch spielenswert. Die trickreichen Schleichsandkästen zwischen karibischen Bananenplantagen und Piratensiedlungen, die pompösen Seeschlachten und die riesige Spielwelt mit ihrer unersättlichen Menge an Betätigungen: Black Flag bildete seinerzeit das kompletteste Assassin‘s Creed.

Dennoch erstaunt in der Rückschau, wie schlecht die Serie nach dem Reboot durch Origins in vielerlei Hinsicht gealtert ist. Die erschlagende Menge an Sammelkram zeugt geradezu von verzweifelter Einfallslosigkeit, das alte Kampfsystem macht einen regelrecht drollig-plumpen Eindruck, und selbst die Steuerung, die regelmäßig ihren eigenen störrischen Kopf durchsetzt, wirkt nicht mehr ganz zeitgemäß.“ Zitat Ende.

>> 10 Dinge, die du noch nicht über die Assassin's Creed Saga wusstest <<

Ubisoft tut daher gut daran, es nicht bei einem simplen Grafik-Update zu belassen, sondern das Spiel von Grund auf neu zu entwickeln, inhaltlich weitgehend identisch, aber in jedem Punkt, der heute nicht mehr zeitgemäß scheint, rundum erneuert: beim Kampfsystem, der Steuerung und vielen kleinen Ergänzungen wie umfangreicheren Story-Arcs für die Nebencharaktere und sogar neue Shantys. Optisch sieht diese malerische Karibik im Gewand der aktuellsten Anvil Engine ohnehin traumhaft aus.

Ich blicke daher dem 9. Juli mit Zuversicht entgegen, wenn Assassin’s Creed: Black Flag Resynced erscheint.

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