Test - Aorus 15 : Gaming-Notebook mit Azure AI

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Beim neuen Gaming-Notebook Aorus 15 setzt der Hersteller nicht nur auf aktuelles Innenleben mit CPUs der neunten Generation und RTX-Grafikkarten, sondern legt mit 240-Hz-Display und Microsoft Azure AI sogar noch einiges drauf. Letztere soll dank Optimierung der Komponenten noch mehr Leistung aus dem Notebook herauskitzeln. Ab 2.299 Euro ist die Daddelflunder zu haben, wir konnten kostenlos ein Leihgerät für unseren Test ergattern.

Das Aorus 15 ist vollgestopft mit Technik, doch kümmern wir uns zunächst um die Äußerlichkeiten statt um die inneren Werte. Das hat seinen Grund, denn das Notebook ist in der Tat ein hübsches Ding. Mit Modelmaßen von 361 x 246 x 24,4 mm und einem Vorzeigegewicht von 2,4 kg ist es nicht nur als Desktopersatz geeignet, sondern sorgt auch unterwegs für viel Freude, ohne dass die Bandscheiben leiden.

Nichtsdestotrotz wurde bei der Verarbeitung nicht gekleckert. Das Aorus 15 ist piekfein verarbeitet und glänzt mit mehr Alu als Plastik beim Gehäuse. Trotz der kompakten Abmessungen hat Aorus dem Laptop eine Volltastatur mit Zahlenblock und Zonenbeleuchtung spendiert. An Druckpunkten und Tippgefühl gibt es nichts auszusetzen und auch das Touchpad leistet gute Arbeit. Schön ebenfalls der links und rechts sehr schmale Rahmen des Displays, was natürlich immens Platz spart.

Bei den Anschlüssen bleiben im Grunde keine Wünsche offen. HDMI, Mini DisplayPort und USB 3.1 Type-C sind ebenso vorhanden wie drei weitere USB-3.1-Type-A-Ports, Kartenleser und Audioanschluss. Für Konnektivität sorgen der obligatorische RJ45-Anschluss mit Killer E2500 Ethernet sowie Bluetooth und Killer Wireless-AC 1550i. Die seitlichen Eingänge befinden sich aufgrund der reichlich vorhandenen Luftein- und -auslässe zwar ziemlich mittig an den Seiten, aber im Großen und Ganzen stört das nicht weiter.

Kommen wir nun endlich zu den inneren Werten, die sich ebenfalls sehen lassen können. Mit dem Intel Core i7-9750H der neunten Generation ist der aktuelle Notebookstandard verbaut, dem 16 GB DDR4-2666 von Samsung zur Seite stehen. Als Grafikkarte dient eine Nvidia GeForce RTX 2070, die keine Mühe hat, das Full-HD-Display mit bunten Bildern zu versorgen. Der Bildschirm ist eine Besonderheit, denn er gehört zu den ersten, die das neue IGZO-Panel von Sharp mit satten 240 Hz Bildwiederholrate verwenden. Sehr cool, auch wenn aktuelle Blockbuster selbst mit einer RTX 2070 nicht mal ansatzweise an solche Bildraten herankommen. CS:GO- oder LOL-Spieler wird es aber freuen.

Ansonsten stecken eine 512 GB große PCIe-SSD von Intel sowie eine 2-TB-HDD von Seagate im Gehäuse. Gekühlt wird das komplette Innenleben vom hauseigenen Windforce-Kühlsystem, das aus zwei satten 12-V-Lüftern, sechs Heatpipes und insgesamt neun Luftzugängen besteht. In dem kompakten System hat die Kühlung natürlich einiges zu tun, hält die Temperaturen aber in verträglichen Bereichen.

Die CPU brutzelt bei typischen 94 bis 100 Grad unter Volllast, die Grafikkarte schafft es bis auf maximal 87 Grad. Für ein Notebook dieser Größe völlig in Ordnung. Auch im Tastaturbereich wird das Notebook nicht ungebührlich warm – 34 bis 42 Grad sind völlig akzeptabel. Zur Lautstärke der Kühlung kommen wir gleich noch, die ist nämlich ein anderes Thema.

Entsprechend dem Innenleben gibt es an der Spieleleistung nichts auszusetzen. Erwartungsgemäß stemmt das Aorus 15 so ziemlich alle aktuellen Spiele auf maximalen Details problemlos mit rund 60 fps, lediglich bei dem einen oder anderen aufwendigeren Titel müssen für flüssige 60 fps minimale Nachjustierungen vorgenommen werden. Auch beim Raytracing in Metro Exodus zeigt sich das Notebook leistungsstark, wenn auch nicht ganz im Bereich eines vergleichbaren Desktop-PCs.

Wer möchte, kann seinem System noch zusätzlich auf die Sprünge helfen, bezahlt dafür aber einen hohen Preis. Als eines der ersten Notebooks überhaupt ist das Aorus 15 mit der Microsoft Azure AI ausgerüstet, die unter anderem in der Lage ist, die Leistung den jeweiligen Anwendungen entsprechend zu optimieren. In der Tat konnten wir bei den Benchmarks mit Nutzung von Azure AI noch einige Punkte herauskitzeln. Im Fur Mark steigerte Azure AI die Leistung von 6.790 auf 7.237 Punkte, im 3DMark11 erreichten wir statt 8.577 sogar satte 9.275 Punkte.

Der Preis hierfür war allerdings eine extreme Steigerung der Lüfterlautstärke. Während das Aorus 15 im Normalbetrieb bei akzeptablen 53 bis 55 dB vor sich hin murmelte, pushte Azure AI die Lüfterleistung ans Limit, was zu einem erheblichen Anstieg der Lautstärke führte. Mit satten 67 dB waren das schon unerträgliche Dimensionen, die nur bei strikter Einsamkeit und mit schalldämmendem Headset zu verschmerzen sind. Ein Zugewinn ist die Leistungssteigerung durch Azure AI unter diesem Umständen eher nicht.

Greift zu, wenn...

… ihr ein leistungsstarkes, ansprechend gestaltetes Notebook mit modernem Innenleben sucht, das allen aktuellen Spielen problemlos gewachsen ist.

Spart es euch, wenn...

… Gaming-Notebooks ohnehin nicht euer Ding sind.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Stark und schön, aber auch laut

Alles in allem ist das Aorus 15 ein ziemlich geiles Notebook mit starkem Innenleben und entsprechend hoher Spieleleistung. Dank Azure AI kann man sogar noch etwas mehr aus der Flunder herausquetschen, doch das hat seinen Preis: Mit zugeschalteter Azure AI wird die Leistung zwar weiter gesteigert, die Lautstärke der Lüfter erreicht dann allerdings unerträgliche Ausmaße. Das ändert aber nichts daran, dass das Aorus 15 ansonsten in allen Belangen überzeugt. CPU, GPU und das starke 240-Hz-Display sind jedem aktuellen Titel problemlos gewachsen und auch das schicke Design nebst kompakten Abmessungen und moderatem Gewicht überzeugt durchweg.

Überblick

Pro

  • gute Verarbeitung
  • ansprechendes Design
  • sehr gute Spieleperformance
  • 240-Hz-Display
  • kompakte Abmessungen
  • moderates Gewicht

Contra

  • sehr laut mit Azure AI

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