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Test - Anno 1800: Die Passage (DLC) : Aufbau-Nachschub für Experten

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Die bisherigen Erweiterungen „Gesunkene Schätze“ und „Botanika“ für das Aufbauspiel Anno 1800 waren zwar ganz nett, doch boten sie vor allem erfahrenen Strategen insgesamt zu wenig Herausforderung. Doch genau das soll sich laut den Entwicklern von Ubisoft Mainz mit dem dritten DLC ändern.

„Die Passage“ bringt nicht einfach nur einige frische Inhalte mit sich, sondern auch eine neue Story, die euch in die Arktis entführt. Die Gattin des berühmten Forschers Sir John Franklin bittet euch nämlich, ihren Mann wiederzufinden. Dieser wird seit dem Aufbruch zu einer Expedition ins ewige Eis vermisst. Als Ehrenmann macht ihr euch selbstverständlich auf die Suche nach Franklin und seinen Gefolgsleuten.

Ganz so schnell geht es aber doch nicht. Denn um überhaupt in die Passage beziehungsweise Arktis reisen zu können, muss eine eurer vorhandenen Siedlungen mindestens einen Ingenieur vorweisen können. Das wiederum erfordert einen Aufstieg in die vierte Bevölkerungsstufe. Diese Bedingung scheint auf den ersten Blick ebenso nervig wie hinderlich zu sein. Allerdings hat sie ihre Berechtigung: Damit wollen die Entwickler sicherstellen, dass sich keine blutigen Anno-Anfänger an das neue Add-on wagen. Denn die wären restlos überfordert und hätten darum wenig Spaß mit dem zusätzlichen Kapitel.

Hinaus in die Kälte

Sobald ihr die Reise in die Arktis begonnen habt, könnt ihr die Route eurer Expedition in einem gewissen Rahmen selbst bestimmen. Doch eure anfängliche Abenteuerlust dürfte kurz nach der Ankunft im ewigen Eis einen herben – nein, eher einen kalten – Dämpfer erhalten. Denn anstatt euch wie gewohnt in halbwegs wirtlichen Regionen ausbreiten zu können, müsst ihr in „Die Passage“ von der ersten Minute an ums Überleben kämpfen. Ihr stoßt nicht nur auf die einheimischen Inuit, sondern auch auf die Überreste einer kleinen Siedlung, die mühselig wieder aufgebaut werden muss. Das gestaltet sich alles andere als einfach, da euren Siedlern die enorme Kälte gehörig zu schaffen macht.

Um die Temperaturen in den Griff zu kriegen, könnt ihr die dringend benötigten Heizöfen bauen, deren Wärme durch Rohrleitungen zu den Gebäuden der Siedlung läuft. Allerdings braucht ihr zum Befeuern besagter Öfen reichlich Kohle. Da die Inseln in der Arktis jedoch zu wenig Ressourcen bieten, um den gesamten Kohlebedarf abzudecken, seid ihr auf Importe aus der Alten Welt angewiesen. Bei dieser Gelegenheit könnt ihr gleich viele weitere Güter einführen, die eure Bewohner wirklich benötigen oder einfach gerne hätten.

Anno 1800 - Die Passage DLC Trailer

Der dritte DLC zu Anno 1800 entführt euch in die Arktis.

Schon anhand dieses kleinen Beispiels wird deutlich, wie anspruchsvoll das Spielgeschehen in „Die Passage“ ist. Wer die Mechaniken von Anno 1800 nicht nahezu perfekt beherrscht, kommt schnell ins Schleudern und sieht sich aufgrund seiner fehlerhaften Planungen rasch mit einer Vielzahl von erfrorenen Siedlern konfrontiert. Noch eine ganze Ecke komplexer wird es bei der Erschließung von Steilküsten. Denn nur dort gibt es das für den Bau der neuen und sehr praktischen Luftschiffe benötigte Gas.

Da der direkte Weg zu den Steilküsten versperrt ist, müsst ihr alle Waren und Arbeiter auf dem Luftweg transportieren, was wiederum eine entsprechende Menge an Ressourcen erfordert. Ihr seht schon, worauf das hinausläuft: Ohne gute Planung, eine geschickte Organisation der Transportwege und eine gewisse Weitsicht geht es nicht.

Nur die Harten kommen in den Garten

Wer sich allerdings durchbeißt, wird mit einem tiefen Gefühl der Befriedigung belohnt. Sobald die Transportwege richtig funktionieren, könnt ihr das rege Treiben auf dem Bildschirm voller Stolz beobachten. Außerdem habt ihr dank 32 neuer Gebäude, zusätzlicher Handelswaren und einer Vielzahl neuer Objekte einiges zu entdecken, so dass es für geraume Zeit nicht an Abwechslung mangeln dürfte.

Auch der Aufbau der neuen Kampagne ist gelungen. Zwar fällt die Story rund um die verschollene Expedition nicht sonderlich tiefgründig aus. Doch dank „Schnitzeljagden“, Sammelaufgaben und der Suche nach den Seiten eines Logbuchs verläuft die Quest-Reihe spannender als in den vorherigen DLC-Episoden. Echte Gameplay-Innovationen bleiben zwar aus, allerdings gleicht das die ebenso gelungene wie stimmige Präsentation von „Die Passage“ wieder aus.

Die Entwickler von Ubisoft Mainz haben sich extrem viel Mühe gegeben, um die eisigen Gefilde der Arktis sehr detailverliebt und bedrohlich wirken zu lassen. Das fängt bei fast schon idyllischen Schneewehen an und hört bei umherfliegenden Schneeflocken noch lange nicht auf. Hinzu kommt eine tolle Musikuntermalung, die sogar melancholische Töne anschlägt. Ganz so düster wie beim thematisch ähnlich gelagerten Aufbauspiel Frostpunk ist die Atmosphäre zwar nicht, aber auch weniger fröhlich als im Hauptspiel.

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