Test - 24: The Game : 24: The Game

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Kugeln zischen durch die Luft, nur wenige Zentimeter neben seinem Kopf schlagen sie ein. Mit einem eleganten Sprung bringt sich Jack Bauer im letzten Augenblick in Sicherheit. Er, der Leiter der Counter-Terrorist-Unit Los Angeles (kurz: CTU), steht unter Druck. Gewissenlose Terroristen planen einen Anschlag von unmenschlichem Ausmaß auf seine Heimatstadt. Er ist der Einzige, der das Unglück noch verhindern kann. Doch wieder einmal tickt die Uhr unerbittlich gegen ihn. Willkommen im Leben von Jack Bauer, willkommen zum Review von '24: The Game'.

'24' steht gemeinhin für mitreißende Fernsehunterhaltung, grandiose Schauspieler und ein vollkommen neues TV-Format. Alle Ereignisse auf dem Bildschirm laufen in Echtzeit ab. Sprünge in die Zukunft oder Rückblenden zur Überbrückung existieren nicht. Langweilige Storybögen oder Leerlaufzeiten können sich die Autoren nicht erlauben. Stattdessen sorgen mehrere parallele Handlungsstränge und unvorhergesehene Storywendungen für dauerhaften Actionbeschuss. An diesem hohen Unterhaltungsstandard muss sich auch die offizielle Videospiel-Umsetzung messen. Und tatsächlich: '24: The Game' hat Look & Feel des mehrfach prämierten Fernsehthrillers sehr gut eingefangen. Kein Wunder, schließlich wurde das Programm vom Sony-internen Cambridge Studio in fruchtbarer Zusammenarbeit mit 20th Century Fox entwickelt. Die Handschrift der Fernsehmacher ist dabei überall sichtbar. Dramatische Kamerafahrten, die beliebten Splitscreen-Einstellungen und eine mitreißende Hintergrundgeschichte haben schon dem Fernsehvorbild zu unzähligen Auszeichnungen verholfen. Keine Frage, die Präsentation des Spielgeschehens erreicht Hollywood-Qualität und ist in diesem Genre einmalig.

Wieder nur 24 Stunden

Zeitlich ist das Spiel zwischen der zweiten und dritten Staffel von '24' angesiedelt und erzählt die Geschichte einer spektakulären Anschlagswelle, die das kalifornische Los Angeles an diesem denkwürdigen Tag heimsucht. Als international operierende Terroristen ein Komplott schmieden, das zunächst in der Ermordung von Vizepräsident Jim Prescott gipfeln soll, wird Jack Bauer auf die Sache angesetzt. Wie üblich stehen ihm nur 24 Stunden zur Verfügung. 24 Stunden, in denen er schließlich Schritt für Schritt das gesamte Ausmaß der Verschwörung überblickt. Im Verlauf der 24 Hauptmissionen umfassenden Kampagne infiltriert ihr zum Schutze der Vereinigten Staaten unter anderem verlassen geglaubte Militärstützpunkte, liefert euch Verfolgungsjagden auf den Straßen L.A.s und geht heißen Spuren im Milieu spanischstämmiger Drogendealer nach. Wie im Vorfeld angekündigt, beantwortet '24: The Game' auch einige Unklarheiten – etwa wer hinter dem Anschlag auf US-Präsident Palmer steckte oder wie Kim einen Job bei der CTU bekam. Antworten auf die wirklich brennenden Fragen bleibt das Spiel allerdings schuldig. Schade.

Get Down! Now!

Fans der Serie fühlen sich dennoch sofort wohl. Im Spiel schlüpft ihr nicht nur in die Rolle von Jack Bauer, sondern steuert auch Tony Almeida, Michelle Dessler, Kim Bauer oder Chase Edmunds, der zu diesem Zeitpunkt noch für das CTU-Hauptquartier in D.C. tätig ist. Die Verzahnung von Videospiel und Fernsehvorbild ist den Machern in diesem Punkt hervorragend gelungen. Alle Hauptdarsteller von '24' leihen ihren digitalen Ebenbildern Aussehen und Stimme. Geschliffene Dialoge, Kiefer Sutherlands angespannte Stimme und die hervorragende Leistung der Synchronsprecher verdienen sich unseren Respekt. Vorbildlich: Auch Käufer der deutschen Version, deren Sprecher deutlich weniger motiviert wirken, kommen auf Wunsch in den Genuss der Original-Tonspur. Weiterhin dürft ihr euch über kurze Gastauftritte bekannter Seriencharaktere freuen, über die wir an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten wollen. Einzig Käufer, die bisher allenfalls kurz in das '24'-Universum eingetaucht sind, werden die plötzlich auftauchenden Figuren nicht immer in den großen Gesamtzusammenhang einordnen können und stellenweise etwas verwirrt werden.

Dass die Story trotzdem zu jeder Zeit sehr gut nachvollziehbar ist, liegt an der straffen, actionbetonten Erzählweise. '24: The Game' lässt euch nicht zur Ruhe kommen und stellt euch immer wieder vor neue brenzlige Herausforderungen. Die eigentlich logische Nettospielzeit von einem Tag wird allerdings nicht erreicht. Geübte Spieler werden kaum länger als 12 Stunden benötigen, um die USA einmal mehr vor dem Ausbruch des Chaos zu bewahren. Dennoch gelingt es Sony mit zeitbasierten Missionen und dem ständig präsenten Countdown, Zeitdruck und Echtzeitkomponente des TV-Vorbilds gut einzufangen.

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