Test - Ys VIII: Lacrimosa of Dana : Außen pfui, innen hui

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Die Ys-Serie gehört bereits seit 1987 zu den großen japanischen Rollenspielserien, stand aber stets im Schatten der großen RPG-Reihen wie etwa Final Fantasy. Das bedeutet nicht, dass die Ys-Spiele keine Fans haben. Auch hierzulande gehören die Titel nicht mehr nur für eingeschworene JRPG-Fans in eine gute Rollenspielsammlung. Mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana erscheint jetzt der neueste Ableger der Serie endlich auch bei uns im Westen.

Ys VIII: Lacrimosa of Dana erschien schon 2016 für die PS Vita in Japan und wurde dort im Mai 2017 ebenfalls für die PS4 veröffentlicht. Nur etwa vier Monate später bringt NIS America den Titel auch bei uns in den Handel. Auf eine Version mit deutschen Texten müsst ihr jedoch verzichten. Es werden englische oder französische Untertitel angeboten, die gesprochenen Dialoge dürft ihr wahlweise auf Englisch oder Japanisch hören.

Alleine auf einer unbekannten Insel?

In Ys VIII: Lacrimosa of Dana schlüpft ihr in die Rolle von Adol Christin, den Serienkenner bereits mehrfach in der Ys-Serie begleitet haben. Adol hat auf einem Schiff, der Lombardia, angeheuert und arbeitet als Matrose. Eigentlich ist der junge Bursche Abenteurer, aber auch als solcher lebt es sich halt nicht nur von Luft und Liebe allein. Während der Reise wird die Lombardia von einem riesigen Seeungeheuer angegriffen und sinkt.

Adol kann sich an den Strand einer Insel retten, die jedoch als verflucht gilt. Einen festen Standort hat sie nicht und jedes Schiff, das sich ihr nähert, ist bisher gesunken. Neben Adol ist es auch anderen Überlebenden gelungen, sich auf die Insel zu retten. Gemeinsam mit ihnen plant ihr, ein kleines Dorf zu errichten, um ausreichend vorbereitet die Flucht von dem unwirtlichen Fleckchen Erde zu ergreifen. Doch das ist erst der Beginn eines großen Abenteuers auf Seiren Island.

Eure Gruppe wächst schnell, was auch gut ist, denn ihr trefft auf jede Menge Monster, die auf der Insel leben. Andere Überlebende bleiben in der anfangs sehr überschaubaren Basis und kümmern sich darum, dass euch bessere Ausrüstung und zum Beispiel Heiltränke zur Verfügung stehen. Seid ihr zu Beginn „nur“ damit beschäftigt, die Insel zu erkunden, um weitere Überlebende zu finden, wenden sich bald die anderen Überlebenden mit kleineren Aufträgen an euch. Hier sollt ihr Holz für Betten besorgen, dort sollt ihr Rohstoffe für das Lager heranschaffen oder Fische fangen, um die hungrigen Mäuler zu stopfen.

Actionreich durch Monsterhorden

Wie groß die Insel wirklich ist, lässt sich zuerst nur erahnen. Auf eurer Reise wartet jede Menge kleineres und größeres Getier auf euch, sodass ihr ständig actionreiche Kämpfe bestreiten dürft. Ys VIII: Lacrimosa of Dana besteht zu einem großen Teil aus solchen Kämpfen und bietet euch hierfür ein leicht zu erlernendes, aber trotzdem spannendes Kampfsystem.

Zunächst steht euch nur ein normaler Angriff zur Verfügung. Steigt ihr im Level auf, erlernt ihr besondere Skills, mit denen ihr beispielsweise einen Sprungangriff oder eine Wirbelattacke ausführen könnt.

Die Mitglieder eurer Gruppe, die sich euch schon sehr bald anschließen, agieren automatisch. Ihr könnt sie jedoch jederzeit durchschalten und einen anderen Charakter steuern. Das ist nicht unwichtig, denn jeder besitzt seine ganz persönliche Waffe. Der eine macht viel Schaden gegen gepanzerte Monster, der andere gegen fliegende Gegner.

Spannende Bosskämpfe

Die KI eurer Kollegen verhält sich übrigens sehr clever. Die Mitstreiter agieren flink und greifen Gegner nie unachtsam an, weswegen ihr euch vollkommen auf eure eigenen Aktionen konzentrieren könnt.

Während ihr die Insel erkundet, trefft ihr jedoch nicht nur auf „Kleinvieh“, sondern auch auf richtig dicke Brocken. Gerade die Bosskämpfe sorgen für richtig viel Abwechslung. Ohne die Angriffsmuster eurer Gegner genauestens zu studieren, habt ihr gegen sie kaum eine Überlebenschance. Stets müsst ihr darauf achten, im richtigen Moment auszuweichen, Fertigkeiten zu nutzen oder schnell hinter den Gegner zu springen. Die Bosskämpfe sind grundsätzlich fordernd, werden aber niemals unfair.

Im Dorf erhaltet ihr mit fortschreitendem Spielverlauf zunehmend neue Möglichkeiten. So dürft ihr eure Beute aufwerten, um höherwertige Rohstoffe zu erhalten, oder eure Waffen verbessern. Gleich das erste Schwert, das ihr findet, könnt ihr mit den passenden Utensilien mehrmals aufwerten. Dadurch richtet ihr deutlich mehr Schaden an. Glücklicherweise müsst ihr für die dazu notwendigen Materialien nie stundenlang farmen. Fast immer bekommt ihr die Rohstoffe auf dem Weg zum nächsten Questziel, außer ihr lasst zu viele Monster leben.

Ys VIII: Lacrimosa of DANA - Mystical Maiden Dana Trailer
Zu Ys VIII: Lacrimosa of DANA wurde nun der nächste Charakter-Clip veröffentlicht, der die Mystical Maiden Dana zeigt.

Zeitreise in die Vergangenheit

Während das Kämpfen viel Spaß macht, die Nebenaktivitäten unterhaltsam sind und die Geschichte spannend erzählt wird, kann die Technik des Spiels nicht mithalten. Die Grafik ist maximal auf sehr frühem PS3-Niveau. Dass es sich bei Ys VIII: Lacrimosa of Dana lediglich um einen Port des PS-Vita-Spiels handelt, kann dabei nicht als Ausrede gelten, denn auch Sonys Handheld ist zu deutlich mehr in der Lage, als euch Entwickler Falcom hier bietet: matschige Texturen und seltsam anmutende Animationen überall. Den Spielspaß drückt das zwar nicht, jeder wird sich mit der altbackenen Grafik aber nicht zufriedengeben.

Der Soundtrack hingegen ist mehr als gelungen. Von sanften Klängen bis zu rockigen Stücken wird euch eine bunte Palette geboten. Jedes Gebiet besitzt sein eigenes Hintergrundthema. Sprachausgabe gibt es jedoch nur sehr sporadisch. Während der Story sind einige Passagen in englischer und japanischer Sprache vertont, der Großteil der Texte muss leider gelesen werden. Schade, denn die Sprecher machen ihre Arbeit sehr gut. Eine komplette Vertonung wäre wünschenswert gewesen.

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