Test - XCOM: Enemy Unknown : Kleine Männchen, großer Spaß

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Erinnert sich noch jemand an die große Ära der rundenbasierten Strategiespiele? Als Titel wie X-COM, Battle Isle, Panzer General oder Incubation für monatelanges Vergnügen sorgten? Mittlerweile erblicken nur noch selten Perlen dieses Genres das Licht der Welt. Umso größer daher die Freude, als 2K verkündete, dass die Civilization-Macher von Firaxis unter dem Titel XCOM: Enemy Unknown an einem Remake eines der großen Klassiker arbeiten. Doch kann ein solcher Titel heutzutage wirklich noch bestehen, ohne allzu viele Tugenden über Bord zu werfen? Kurz und knapp: Ja. Und wie!

Es ist mal wieder so weit. Aliens attackieren die Erde und sorgen für Chaos in den Städten. Doch die Menschheit hält zusammen und geht mit dem Klingelbeutel herum. Immerhin kommt so genug Geld zusammen, um die XCOM zu gründen. Eine paramilitärische Organisation zur Verteidigung unseres Heimatplaneten. Die Mittel sind zwar spärlich, aber für erste Maßnahmen reicht es. Wir bauen unsere Basis, heuern ein paar Rekruten mit magerer Bewaffnung an und stürzen uns in den Kampf gegen den drohenden Untergang.

Nach einigen recht simplen Tutorial-Missionen wird klar: Dieser Weg wird kein leichter sein. Unser vermeintlich einfacher Einsatz, einen Diplomaten zu retten, wird zum Debakel. Zwar haben wir den guten Mann tatsächlich gerettet, aber drei Viertel unseres Teams haben ihr Leben gelassen. Nicht gut, gar nicht gut, denn damit gehen uns Erfahrung und Kampfeskraft flöten, die wir noch bitter brauchen werden. Zwar könnten wir unseren Spielstand vor der Mission laden und das Ganze noch mal versuchen, aber unser Ehrgeiz sagt „Nein“. Vier Schwierigkeitsgrade warten auf uns und schon der normale Modus ist nicht ohne. Ganz zu schweigen von den beiden nächsthöheren nebst der Option, nur einen einzigen Autosave zu haben, wodurch unsere Entscheidungen endgültig sind.

Globale Planungen

Grundsätzlich verfügt XCOM: Enemy Unknown wie sein Urvater über zwei Spielebenen: Geoscape und Battlescape. Das Geoscape spiegelt unsere Basis in Form eines Aufbaus ähnlich einer Ameisenfarm wider. Zunächst aber wählen wir einen Stützpunkt auf einem der fünf Kontinente, wobei die Standorte für unterschiedliche Boni sorgen, wie beispielsweise einen Rabatt für Flugzeuge oder schnellere Forschung. In einer hübschen Übersicht sehen wir die globale Lage. Gibt es Angriffe auf eine Region, steigt dort der Panikfaktor, wenn wir nicht effektiv und erfolgreich eingreifen. Das kann böse werden, denn erreicht die Panik die volle Punktzahl, steigt das Land aus und wir erhalten von dort keine Gelder mehr.

Immerhin, durch den Bau von Satelliten und die Installation von Abfangjägern können wir die Stimmung aufbessern und neue Mittel an Land ziehen, doch kostet das Ganze nicht nur Geld für Beschaffung und Instandhaltung, sondern es bindet auch noch Ressourcen für andere Aktivitäten. Zudem müssen wir die passenden Einrichtungen bauen, denn Satelliten flutschen nicht ohne Kommandozentrale durch den Weltraum, wir benötigen Labore für die Forschung und Kraftwerke für deren Betrieb. Es entsteht eine erstaunlich komplexe Infrastruktur, die am Leben erhalten werden will, um den Aliens besser gerüstet entgegenzutreten.

XCOM Enemy Unknown - Staaart! Die ersten 10-Minuten der 360-Version
Die ersten zehn Minuten der 360-Version von XCOM: Enemy Unknown. Ungekürzt und ungeschnitten.

Truppenausrüstung

Ein weiteres Element dafür ist Forschung und Entwicklung. Alien-Leichen, Artefakte oder gar gefangen genommene Aliens wandern in die Labore und können dort erforscht werden. Auch hier stehen meist mehrere Forschungsprojekte zur Verfügung und es ist eure Entscheidung, welche Wege ihr beschreitet. Untersuchen wir die neuesten Artefakte oder setzen wir lieber auf die Verbesserung unserer Rüstungen oder den Einsatz neuer Waffentechnologien, die dann nach Erforschung erst gebaut werden müssen, was wieder an unseren knappen Ressourcen nagt. Durch die Forschung und Entwicklung erhalten wir nach und nach immer neue Technologien, von Laserwaffen bis hin zu PSI-Kräften oder neuen Gebäuden für unsere Basis.

Ganz nebenher kümmern wir uns natürlich um unsere Einsatztruppen. Wir können Rekruten anheuern, was natürlich wieder Geld kostet und nicht die optimale Lösung ist, denn deren Widerstand und Kampfkräfte sind zunächst gering. Durch den Einsatz im Feld erlangt jedoch jeder einzelne Soldat Erfahrung und steigt im Rang auf. Dadurch entwickeln sich ganz neue Fähigkeiten. Zwar gibt es nur wenige Grundtypen (Sturm, Scharfschütze, Unterstützung und Schwer), die jedoch können über Fähigkeitenbäume in Abhängigkeit der Ränge spezialisiert werden und besondere Fähigkeiten erhalten.

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