Test - WWE Day of Reckoning : WWE Day of Reckoning

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Wieder einmal dürfen die GameCube-Besitzer virtuell in den Wrestling-Ring der US-Showliga WWE treten, um diversen Muskelpaketen ordentlich den Allerwertesten zu verdreschen. Ob 'WWE Day of Reckoning’ mehr überzeugen kann als der letztjährige Vorgänger, erfahrt ihr im Test.

Neues Prügelspiel-Futter

Die Saison der Wrestling-Spiele ist eröffnet! Wie schon im vergangenen Jahr erwarten uns auch in diesem Herbst einige neue Titel rund um die Wrestling-Liga World Wrestling Federation, kurz: WWE. Den Anfang macht ’Day of Reckoning’ für GameCube, etwas später folgt für die PS2-Fans ’WWE SmackDown vs. Raw!’. Das neue GCN-Spiel ist der direkte Nachfolger zu den beiden ordentlichen, aber nicht unbedingt begeisternden ’WWF Wrestlemania X8’ und ’WWE Wrestlemania XIX’. Wir können bereits verraten, dass ’Day of Reckoning’ klar das beste Wrestling-Spiel für GameCube ist, auch wenn es nicht ganz an das hervorragende PS2-Spiel ’WWE SmackDown: Here comes the Pain!’ heranreicht.

Aktuelle WWE-Stars in typischen Matches

Grundlegend Neues darf man naturgemäß nicht erwarten. In punkto Gameplay erinnert ’Day of Reckoning’ sehr stark an den Vorgänger. Wer diesen nicht kennt oder seine Erinnerung auffrischen will, kann eine Trainingsschule besuchen, die einem die Standardmanöver beibringt. Nach wie vor könnt ihr einen Gegner entweder mit Schlägen und Tritten malträtieren oder Griffe sowie Würfe ansetzen. Am Boden liegende Kontrahenten werden ebenfalls attackiert und in Aufgabegriffe genommen, um sie so zur Aufgabe zu zwingen. Wer den Gegner genug verdroschen hat und vielleicht sogar seinen Finishing Move durchgezogen hat, kann den Gegner aber auch locker pinnen und so das Match für sich entscheiden. Wenn ihr etwas Abwechslung zu den normalen Begegnungen wollt, dann könnt ihr euch in den zahlreichen Match-Varianten austoben. Vom klassischen Tagteam- über Thriple Threat-Geprügel bis hin zu Hardcore-, Tables-, TLC-, Cage-, Ladder- und Hell in a Cell-Matches ist alles dabei, was das Wrestling-Herz begehrt. Neu im Sortiment sind außerdem Bra- und Panties-Matches, in denen sich die WWE-Diven die Kleider vom Leib zu reißen versuchen. Das sieht zwar hübsch aus, ist spielerisch aber wenig reizvoll. Einen etwas durchwachsenen Eindruck hinterlässt die Kämpferauswahl. Über 40 Wrestler stehen zur Verfügung – das ist ordentlich, aber nicht gerade umwerfend viel. Natürlich sind die aktuellen Main-Eventer der TV-Shows Raw und SmackDown wie Triple H, Randy Orton, Undertaker, John Cena, Kurt Angle, Chris Benoit oder Kane vertreten. Allerdings vermisst man aktuelle wichtige Leute wie JBL, Eugene oder Rene Dupree, dafür stehen unter anderem mit Lance Storm und Rowdy Roddy Piper Leute zur Auswahl, die schon seit einigen Monaten nicht mehr bei der WWE aktiv sind.

Neuling im Ring

Leider ist aber nicht alles Gold, was glänzt. So ist das Kampfsystem wie schon erwähnt ganz ordentlich ausgefallen, kann aber in punkto Move-Repertoire nicht mit ’WWE SmackDown: Here comes the Pain!’ mithalten. Dies gilt auch für die Match-Varianten, den 'Create a Wrestler'- und den Story-Modus. Besonders nervt das mittlerweile zu träge Gameplay. Ständig muss man wie ein Wilder auf den A-Button hämmern, um nach einem gegnerischen Angriff aufzustehen, um sich aus einem Aufgabegriff zu befreien und so weiter. Man hat oftmals das Gefühl, die eigene Spielfigur ist viel langsamer und müder als die CPU-Kontrahenten. Überhaupt kann die KI nicht wirklich überzeugen. Die Gegner reagieren im Ring alles andere als variantenreich und clever, dafür können sie nervigerweise ständig eure Angriffe kontern. Logisch, dass da im Mehrspieler-Modus mit bis zu vier Spielern mehr Spaß aufkommt. Immerhin wurde der Story-Modus im Vergleich zum in diesem Punkt grausigen Vorgänger verbessert. Ihr führt einen Neuling von Dark-Matches bis hin in die TV-Shows und zum Weltmeister-Titel. Allerdings wirkt es ziemlich seltsam, wenn man öfters Matches mit so irrsinnigen Auflagen wie 'Schau, dass dein Tag-Team-Partner den Gegner pinnt’ oder ’Zeige drei Counter-Attacken und zwei Finishing-Moves’ konfrontiert wird. Außerdem ist die Story furchtbar geradlinig ausgefallen.

Das größte Plus von ’WWE Day of Reckoning’ ist sicher die Grafik. Das GCN-Spiel ist das zurzeit am besten aussehende Wrestling-Spiel auf allen Plattformen. Die Wrestler wurden hervorragend modelliert und texturiert. Einige Main-Eventer wie Kane, John Cena oder Triple H sehen fast fotorealistisch aus. Auch die Arenen und die Entrance-Sequenzen können überzeugen. Da nimmt man auch etwas längere Ladezeiten in Kauf.

Fazit

von David Stöckli
’Day of Reckoning’ macht vor allem im Multiplayer Spaß und kann insbesondere mit seiner tollen Grafik und dem überzeugenden Kampfsystem punkten. Allerdings sorgen einige Mankos wie die schwache KI dafür, dass der GCN-Titel nicht an den Genre-Primus ’SmackDown’ auf PS2 herankommt.

Überblick

Pro

  • aufwändige Grafik
  • gelungenes Kampfsystem
  • zahlreiche Match-Varianten

Contra

  • mäßige KI
  • Story-Modus zu geradlinig
  • träger Matchverlauf

Wertung

  • GCN
    76
    %

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