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Test - WWE 2K17 : Ausgezählt?

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Mit der bislang größte Anzahl an Wrestlern, überarbeiteten Editoren, jeder Menge neuer Animationen und einem neuen Karrieremodus soll euch WWE 2K17 vor den Bildschirm locken. Doch reicht das? Reicht das in einem Jahr, in dem die WWE grundlegende Veränderungen einführte und durch den Roster-Split den beiden großen Shows, RAW und Superstars, feste Wrestler zuteilte? Wäre das nicht der richtige Moment gewesen, ein Jahr Pause zu machen und ein neues WWE-Spiel erst im kommenden Jahr zu veröffentlichen?

WWE 2K17 bietet die bislang größte Anzahl an spielbaren Wrestlern. Mit gut 130 Superstars und Diven dürft ihr in den Ring steigen, weitere kommen durch DLCs hinzu. Auch euren eigenen Wrestler könnt ihr erstellen. Dazu bietet das Spiel überarbeitete Editoren an, die euch mehr Freiheiten bei der Gestaltung lassen. Vom Normalotypen bis hin zum abgedrehten Unikum mit Alien-Augen oder einer Gorillanase könnt ihr im Editor alles erstellen, was euch beliebt. Das funktioniert sehr einfach, einzelne Gesichts- und Körperpartien verändert ihr durch Schieberegler. Ihr seht sofort, was eure Eingaben bewirken.

Stumme Wrestler

Seid ihr mit eurem Wrestler zufrieden, stürzt ihr euch in den neuen Karrieremodus. Wie in der Vorjahresauflage arbeitet ihr euch nach und nach in der WWE nach oben und versucht, einen der vielen Titel zu gewinnen. Hierzu tretet ihr in den großen Shows auf, zettelt Fehden mit anderen Superstars an und fesselt das Publikum in den Promotion-Auftritten. Die Promo-Momente sind das wirklich Neue in der Karriere. Euer Wrestler schnappt sich ein Mikrofon und teilt den Fans, der Authority oder anderen Wrestlern mit, was er von ihnen hält und was sie von ihm erwarten dürfen.

Ihr wählt hierbei mehrmals eine von vier vorgegebenen Aussagen, die euer Wrestler dem Publikum oder seinem Gegenüber entgegenschmettern soll. Leider entpuppt sich das neue Feature als lediglich halbherzig umgesetzt, denn sobald euer Wrestler loslegt, bekommt ihr seine Schimpftiraden lediglich in mehrzeiligen Textblöcken zu „hören“. Währenddessen bewegt er still seinen Mund und vollführt teils merkwürdige Gesten im Ring. Eine Sprachausgabe wäre hier ein klares Muss gewesen. So jedoch wird die Atmosphäre, die das Feature bringen will, gleich im Keim erstickt.

Immerhin könnt ihr hierdurch steuern, ob sich euer Wrestler zum Heel oder Face entwickelt, sprich, ob ihn das Publikum hasst oder liebt. Leider blieb für den überarbeiteten Karrieremodus ein anderer auf der Strecke. In WWE 2K17 fehlt der Showcase-Modus, in dem ihr in den letzten Jahren legendäre Matches nachspielen konntet. Schade! Schade ist auch, dass die Grafik-Engine immer noch nicht überarbeitet wurde. Zwar bekamen die Wrestler neue Animationen spendiert und einige von ihnen sind nun auch leichter zu erkennen, gerade die Diven sehen jedoch so aus, als wäre eine Dampfwalze über ihr Gesicht gefahren. Auch diverse Superstars wie The Rock dürften nicht komplett zufrieden mit ihrem virtuellen Ebenbild sein.

Viele Bugs

Neben der veralteten Engine findet ihr etliche weitere Aspekte in WWE 2K17, die ihr bereits aus den Vorgängern kennt. Dazu zählt nicht nur der Universe-Modus, in dem ihr eure eigenen Shows erstellt, sondern auch die lange Reihe an Bugs, die euch den Spielspaß immer wieder verderben können. Die mangelhafte Kollisionsabfrage ist da nur das kleinste Problem. Wenn sich einer der KI-Wrestler irgendwo in der Arena verhakt, könnt ihr das Match nur noch neu starten. Immerhin dürft ihr wieder nicht nur im Ring kämpfen, sondern auch im Zuschauer- und selbst im Backstage-Bereich. Mehr als gelungen ist in WWE 2K17 der abwechslungsreiche Soundtrack, der mit vielen bekannten Songs aufwartet.

WWE 2K17 - Launch Trailer
Pünktlich zum heutigen Launch von WWE 2K17 gibt es hier den passenden Launch-Trailer für euch.

Der wohl größte Kritikpunkt ist aber, dass WWE 2K17 nichts vom kürzlich eingeführten Roster-Split beinhaltet. Im Spiel fühlt man sich somit unweigerlich in die Zeit vor dem Split versetzt, der euch wohl erst in der nächsten Version erreicht. Dann liegen jedoch schon eineinhalb Jahre zwischen dem realen Vorbild und dem Computer-Spiel, für Fans ist das viel zu lang. Hier hätte der Entwickler reagieren müssen und das Spiel entweder einmal ausfallen lassen oder zumindest auf einen anderen Zeitraum verschieben sollen. So hat WWE 2K17 nicht mehr viel mit dem realen Vorbild gemeinsam.

Greift zu, wenn...

… ihr über die vielen Bugs hinwegsehen könnt und den Showcase-Modus ohnehin nie mochtet.

Spart es euch, wenn...

… euch die alte Engine nur noch nervt, ihr keine Textblöcke in den Promos lesen wollt und WWE 2K16 besitzt.

Fazit

Sven Wagener - Portraitvon Sven Wagener
Nur ein Blechsoldat mit Brauereipferd

Eine überarbeitete Karriere, so viele Wrestler wie noch nie und Kämpfe abseits des Rings stehen einer veralteten Grafik-Engine, vielen Bugs und dem gestrichenen Showcase-Modus gegenüber. Die Neuerung in der Karriere, die Wrestler während der Promos zu pushen, wurde leider sehr halbherzig umgesetzt. Die Wrestler einfach stumm in den Ring zu schicken und alles mit Textmassen zu versehen, ist der sofortige Count-out für die Atmosphäre.

Auf den Schultern liegt Entwickler Yuke's auch, wenn es um die Grafik-Engine geht. Die ist einfach nicht mehr zeitgemäß – sorgt aber zumindest für Lacher. Wenn sich ein Gegenstand im Ring, wie etwa eine Leiter, dauernd durch die Gegend teleportiert, ist das zwar lustig anzuschauen, aber nicht zweckmäßig fürs Spiel. Dass sogar der Roster-Split einfach links liegen gelassen wurde, kann ich dann nicht mehr nachvollziehen. Selbst wenn diese Info von der WWE zu spät kam, hätte man reagieren und zur Not das Spiel verschieben müssen.

Alles in allem gefällt mir die Version aus dem Vorjahr deutlich besser. WWE 2K17 präsentiert sich zwar von den Features her als Ritter in glänzender Rüstung auf einem weißen Schimmel, entpuppt sich bei näherem Hinsehen dann aber nur als Blechsoldat auf einem Brauereipferd. Setzt beim Kauf von WWE 2K17 also einfach aus, so wie es euch die Kollisionsabfrage im Ring vormacht, vielleicht erwartet uns ja mit WWE 2K18 wieder ein Highlight.

Überblick

Pro

  • überarbeiteter Karrieremodus ...
  • abwechslungsreicher Soundtrack mit vielen bekannten Songs
  • gute Editoren
  • sehr große Auswahl an Superstars und Diven
  • Kämpfe nun auch wieder außerhalb des Rings und im Backstage-Bereich
  • viele Videosequenzen
  • einfache Steuerung

Contra

  • … in dem die Atmosphäre durch Textmassen in den Promos zerstört wird
  • jede Menge Bugs und mangelhafte Kollisionsabfrage
  • veraltete Grafik-Engine, besonders die Diven sehen sehr unschön aus
  • teilweise steif wirkendes Publikum
  • Roster-Split des realen Vorbilds fehlt
  • Showcase-Modus wurde gestrichen

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