Preview - WRC 4 : WRC 4

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Physik und Schadensmodell verbessert

Im Hinblick auf die Fahrphysik hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges getan. Das Verhalten der Fahrzeuge ist nachvollziehbarer geworden, die Fahrzeuge reagieren realistischer und direkter auf die Steuerung. Im Vordergrund steht allerdings weiterhin nicht der Realismus, sondern ähnlich wie bei 'Colin McRae Rally', die gesunde Mischung aus Realismus und Spielbarkeit, wobei hier das Tempogefühl besser rüberkommt als bei der Konkurrenz. Dennoch wurde auch der Realismus nicht ganz vernachlässigt, speziell die Beschaffenheit des Untergrundes und auch die Unebenheiten der Strecke haben einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Fahrverhalten als bisher und auch der unterschiedliche Grip der Fahrzeugklassen im Bezug auf den Antrieb wurde besser umgesetzt. Die Steuerung der Fahrzeuge entspricht dem üblichen Standard. Auffällig ist, dass die Fahrzeuge nun nicht mehr ganz so extrem sensibel bei der Lenkung reagieren, was dem Spielspaß insgesamt gut tut.

Etwas mager sieht es weiterhin bei den Tuning-Optionen aus, lediglich Einstellungen für Stabilisatoren, Bremsverteilung, Übersetzung und Aufhängung werden geboten. Nichts also für Bastler, zumal verschiedene Presets ohnehin schon brauchbare Einstellungen für jeden Untergrund bieten. Spürbar verbessert wurde hingegen das Schadensmodell, das zwar weiterhin recht moderat rüberkommt, aber dafür eine bessere optische Umsetzung und vernünftige Auswirkung auf das Fahrverhalten bietet, ohne den Spielspaß zu sehr zu beeinträchtigen. Es ist allerdings weiterhin schwer, ein Fahrzeug dermaßen zu schrotten, das es nicht mehr vorangeht. Kräftige Motor- oder Getriebeschäden machen sich aber dennoch bemerkbar, beispielsweise durch eine extrem verschlechterte Beschleunigung.

Weitsicht ohne Nebenwirkungen

In Sachen Grafik mag man so langsam fast gar nichts mehr am Spiel aussetzen. Die Strecken bieten mehr Details denn je und wirken sehr natürlich. Erfreulich ist weiterhin, dass trotz enormer Weitsicht von fünf Kilometern keine Slowdowns oder Popups auftreten. Hinzu kommen schöne Wettereffekte, Lichtreflexionen und Streckeneffekte wie Staub oder Kiesflug. Die Fahrzeuge bieten ebenfalls eine Menge Details und das Schadensmodell kommt optisch deutlich üppiger daher als bei den Vorgängern. Lediglich die am Rande stehenden Zuschauer entpuppen sich bei näherem Anschauen als animierte Pappkameraden und sehen dann doch etwas hässlich aus. Replays können aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und auch gespeichert werden – wer will, kann sich im Replay auch noch einige Telemetriedaten anzeigen lassen. An Kamera-Perspektiven wird ebenfalls alles geboten, was das Herz begeht – Stoßstange, Motorhaube, Cockpit und zwei schräge Draufsichten von hinten.

Die Soundkulisse kann ebenfalls überzeugen, auch wenn in Sachen Musik nur das übliche Genre-Gedudel geboten wird. Die Ansagen des Kopiloten kommen dafür knapp, aber akkurat und die Motorengeräusche können sich hören lassen, wobei sie in Abhängigkeit von der Perspektive und der Umgebung unterschiedlich tönen.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Die Jungs von Evolution haben augenscheinlich ihre Hausaufgaben gemacht und nach dem relativ schwachen dritten Teil ordentlich nachgelegt. Vom Umfang her steht 'WRC 4' ohne Zweifel sowieso an der Spitze der Nahrungskette, aber auch in Sachen Fahrphysik nähern sich die Entwickler langsam aber sicher der Spitze. Zwar wird weiterhin weniger Realismus und dafür eher Fahrspaß geboten, dass das aber funktionieren kann, beweist uns 'Colin McRae Rally' jedes Jahr aufs Neue. ’WRC 4’ ist ein würdiger Rivale, den jeder Asphalt-Verächter schon mal vorab auf seinen Einkaufszettel pinseln sollte.

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