Test - World Snooker Championship 2005 : World Snooker Championship 2005

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Neues Futter für alle Snooker-Anhänger: Mit 'World Snooker Championship 2005' veröffentlicht Sega den neuesten Teil der erfolgreichen Reihe. Wir haben uns die PlayStation-2-Version des Spiels genauer angeschaut.

Die Snooker-WM in Sheffield ist mit dem Sieg des Qualifikanten Shaun Murphy gerade zu einem überraschenden Ende gekommen und die lange Sommerpause hat begonnen, doch auf den Konsolen geht es nun erst richtig los: Mit 'World Snooker Championship 2005' veröffentlicht Sega den neuesten Teil der erfolgreichen Reihe. Wir haben uns die PlayStation-2-Version des Spiels genauer angeschaut.

Gekonnte Langatmigkeit

Wie schon seine Vorgänger besticht auch 'World Snooker Championship 2005' mit allen wichtigen Lizenzen, sodass ihr unter anderem sämtliche Turniere der Main Tour mit Stars wie Ronny O'Sullivan oder Stephen Hendry nachspielen könnt. Neben den üblichen Exhibition-Matches gibt es natürlich einen Karriere-Modus, in dem ihr einen eigenen Charakter zur Snooker-Legende aufbauen könnt. Doch wie so viele andere Details wirkt gerade dieses wichtige Feature sehr unausgereift: Ihr könnt euer Alter Ego nämlich direkt zu Beginn mit der maximalen Anzahl an Skillpunkten in Bereichen wie Stoßkraft und Zielgenauigkeit ausstatten, sodass er allen Kontrahenten überlegen ist – denkbar ungünstig für die Motivation.

Auch die Snooker-Partien selbst wirken ein wenig unfertig: Zwar erscheint das Verhalten der Kugeln realitätsnah, die künstliche Intelligenz ist sehr gut und die Steuerung geht schon nach recht kurzer Eingewöhnungsphase problemlos von der Hand, aber der ganze Ablauf ist viel zu zäh und träge. Klar, Snooker ist ein langsamer Sport, doch die Wartezeiten zwischen den einzelnen Stößen, lange Ladezeiten und die langwierige Berechnung eines gegnerischen Brakes verlangen selbst geduldigen Menschen einiges an Nerven ab. Spannender wird es, wenn man online gegen menschliche Kontrahenten spielt, wofür man allerdings schon ein gewisses Können mitbringen sollte.

Neben dem normalen Snooker sorgen Billard-Varianten wie Pool, Bar Billard, Snooker Plus oder Trickshots für Abwechslung.

Schwache Präsentation

Leider enttäuscht 'World Snooker Championship 2005' in einem weiteren wichtigen Punkt: der Atmosphäre. Die bekannten Kommentatoren, unter anderem der mehrmalige Weltmeister Steve Davis, geben immer gleiche Sprüche ab, das Publikum wirkt gänzlich gelangweilt und auch in Sachen Grafik kann das Spiel heutigen Ansprüchen bei Weitem nicht mehr gerecht werden.

Sollte man doch annehmen, dass nahezu perfekte Animationen und äußerst detailreiche Charaktere angesichts von maximal drei sichtbaren Figuren (zwei Spieler, ein Schiedsrichter) sowie engen und leeren Räumen obligatorisch seien, beweist das Spiel das Gegenteil: Selbst die Gesichter der bekanntesten Snooker-Profis lassen sich kaum erkennen, die Bewegungen wirken trotz Motion Capturing hakelig, das Bild flimmert stellenweise unerträglich und Slowdowns sind keine Seltenheit.

Fazit

von Fabian Walden
Selbst Snooker-Fans sollten sich den Kauf zwei Mal überlegen: Zwar gelingt es den Entwicklern erneut, eine sehr realistische Simulation abzuliefern, doch etliche Schwächen rauben viel Spaß. Eine echte Snooker-Partie ist zweifellos spannender und günstiger.

Überblick

Pro

  • originale Spieler und Turniere
  • realistische Physik
  • gelungene Steuerung
  • online spielbar

Contra

  • sehr schwache Präsentation
  • kaum Atmosphäre
  • zäher Spielablauf
  • viele kleine Macken

Wertung

  • PS2
    64
    %

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