Special - World of WarCraft: Beta-Tagebuch : Special

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Kapitel 5: Gefährliche Freundschaft

 

Wie ihr euch vielleicht noch erinnern könnt, brechen Ymirs Aufzeichnungen über seine Erlebnisse in ’World of Warcraft’ abrupt ab, als er Nachricht vom Tode seiner Mutter erhielt. Dieses Tagebuch, das ich vor einiger Zeit auf einer höchst gefährlichen Mission im Herzen Kalimdors bei meinen Nachforschungen in den Bergen von Stonetalon finden konnte, ist von seinem Umfang viel dicker, als es Ymir in seiner Zeit hätte voll schreiben können. Und wahrlich, es verbirgt noch viele voll geschriebene Seiten – allerdings wurden die Zeilen nicht von Zwergenhand geschrieben. Doch zuerst möchte ich euch die Gründe für meinen Aufenthalt in Kalimdor etwas näher bringen. Denn ihr fragt euch sicher, was ein Zwerg und somit ein Mitglied der Allianz im Territorium der Horde zu suchen hat. Mögen die Menschen uns Zwerge oft belächeln, aber bei den Göttern, in uns steckt eine tiefe Weisheit und Kenntnis der Welt, die sie wohl nie ganz ergründen werden.

Ymir hatte während eines Aufenthaltes in der Gegend von Stranglethorn Vale die Bekanntschaft mit einem Tauren gemacht. Ihr müsst wissen, dass die Horde dort einen ihrer Stützpunkte für den Nachschub unterhält. Ach wenn die Begegnung anfangs nicht ganz reibungslos verlief, so entwickelte sich daraus eine feste Freundschaft. Warum man in Ymirs eigenen Aufzeichnungen nichts darüber findet, ist nicht schwer zu deuten, denn es herrscht seit langer Zeit ein grausamer Krieg zwischen den verbündeten Völkern. Würde diese Verbindung mit der Horde bekannt werden, Ymir hätte sein Leben bis zu seinem Ende wohl nicht friedlich in seinem Dorf verbringen können und würde wohl in den feuchten Kerkern tief unter Stormwind auf das Ende warten. Also hielt er die Freundschaft mit Grumm, dem Druiden, geheim, übergab ihm aber bei seiner Abreise nach Hause sein Tagebuch mit der Bitte, es zu bewahren und weiterzuführen. Weil ich durch eine Fügung von diesen Ereignissen erfahren habe, konnte ich das Tagebuch von Ymir überhaupt erst finden, denn alle früheren Versuche, es aufzuspüren, mussten fehlschlagen, da es sich die ganze Zeit im Lande der Horde und nicht der Allianz befand!

Es grüßt euch Utram

'Grumm kann Ymir verstehen. Wenn man ihn zu Hause braucht, darf er seine Leute nicht warten lassen. Das ist auch bei den Tauren nicht anders und deswegen mag Grumm die Zwerge eigentlich. Schade, dass es diesen bösen Konflikt gibt. Aber warum Ymir ihn immer Opa nannte, versteht er bis heute nicht – Grumm fühlt sich doch sehr frisch.' Und mit sorgenvoller Stimme sagte er: 'Vielleicht liegt die Ursache des Krieges in den verschiedenen Sprachen'.
Grumm überlegte kurz; was bei einem ausgewachsenen Tauren aussieht, als stünde er vor einer schier unlösbaren Aufgabe. 'Ja die Sprache, das war am Anfang wirklich ein Problem für ihn und seinen kleinen Freund.' Grumm musste bei den Gedanken an die vergangenen Tage mit dem Zwerg schmunzeln.

'Nachdem mein Freund nun zurück zu seinem Clan gegangen ist, hält Grumm hier in Azeroth auch nichts mehr – viel zu gefährlich für einen einfachen Tauren; er muss jetzt schnell den Weg zurück zum Stützpunkt der Horde finden in Grom’Gol. Dazwischen liegt ein dichter Urwald – auch sehr gefährlich, aber Grumm ist Druide und versteht sich mit der Natur und ihren Geschöpfen sehr gut. Bis auf diejenigen, deren Zorn nicht einmal er bändigen kann', sprach er in Gedanken versunken vor sich hin.
Als er sich umsah, um eine geeignete Schneise durch das Gestrüpp zu finden, damit er möglichst unbeschadet die aggressiven Kreaturen umgehen konnte, packte ihn das aufkommende Heimweh und er versank abermals in Erinnerungen, die schon sehr lange zurücklagen.

Anm. von Utram: Das Universum von ’World of WarCraft’ ist nicht nur riesig, es ist auch reich an verschiedenen Sprachen: Neben den gemeinsamen Sprachen, um sich untereinander verständigen zu können, pflegt jedes Volk auch die eigene Sprache der Vorfahren. Viele Konflikte entstehen, wenn man sich nicht versteht. Das ist eigentlich ganz einfach, aber die Auswirkungen können fatal sein. Vielleicht liegt hier auch ein wichtiger Grund für die Feindschaft der Völker der Allianz und Horde? Grumm hält sich gerade in Strangelthorn Vale auf, eine sehr gefährliche Gegend. Nicht nur wegen den Bewohnern dieses Dschungels, sondern viel mehr, weil um dieses Gebiet gekämpft (PvP-Server) wird. Jederzeit ist es hier möglich, von einem Angehörigen der feindlichen Fraktion angegriffen zu werden.

'Lange ist Grumm nun schon hier im Reich der Menschen, Zwerge und Gnome unterwegs, dass er sich kaum noch an die ferne Heimat in Kalimdor erinnern kann', seufzte er. Und er musste mit Sehnsucht an die trockene, rote aber schöne Wüste von Durotar, Barrens das Steppenland mit den geheimnisvollen Oasen und das weite, grüne Grasland von Mulgore denken. Und ganz in Gedanken versunken phantasierte er und plötzlich richtete er sich zu seiner vollen, beeindruckenden Gestalt auf und stolz tönte er: 'Ja das ist die Heimat der stolzen Clans der Horde: Die Tauren, Trolle und Orcs siedeln hier. Auf dem fernen Kontinent im Osten, nördlich von Azeroth, bevölkern die Untoten seit dem dritten großen Krieg gegen die Allianz das Land von Lordaeron, in dem das Licht und die Menschen nun seltener geworden sind.'

Das Rascheln in den nahen Gestrüppen und im dicht verwachsenen Unterholz lies ihn wieder zu sich kommen. Er streckte sich seufzend, atmete tief aus und murmelte: 'Nun wird es aber Zeit, dass er endlich zum Stützpunkt Grom’Gol aufbricht. Es dämmert langsam und Grumm mag es, wenn das grelle Licht ihn nicht mehr so schrecklich blendet.'
Kaum hatte er seine Worte ausgesprochen, stand im nächsten Augenblick anstelle von Grumm ein großer Braunbär. Plötzlich bäumte sich der Bär zu seiner beachtlichen Größe auf, ein mächtiges Knurren lies die Blätter der umstehenden Bäume rascheln und er trollte sich in Richtung Osten, zielstrebig nach Grom’Gol. Hier konnte man wahrlich ein Wesen erblicken, das im Einklang mit der Natur stand.

Anmerkung von Utram: Druiden sind eng mit der Natur verbunden – man könnte fast sagen: verwachsen. Sie haben neben ihren magischen Talenten die Fähigkeit erlernt, die Gestalt verschiedener Tiere anzunehmen. Verwandelt sich ein Druide beispielsweise in einen Bären, so stehen ihm - mit Einschränkungen - praktisch die Fähigkeiten und Möglichkeiten eines Nahkämpfers zur Verfügung. In der Katzenform verhält er sich entsprechend der Natur eines Schurken. Und muss er schnell tiefe Gewässer durchqueren, dann tut er dies in seiner Wasser-Form.

Also schlug Grumm sich durch das dichte Gebüsch, musste dabei nicht selten einen großen Bogen um gefräßige Kreaturen machen und erreichte schließlich gegen Mitternacht den Außenposten der Horde in der Region von Stranglethorn Vale. Vor dem Torhaus angekommen, verwandelte sich Grumm wieder in seine normale Gestalt.
'Sei gegrüßt Druide', empfing ihn eine Torwache der Orcs, 'du kommst aus einem sehr gefährlichen Gebiet und ich hoffe, dass du einen guten Grund dafür hattest. Heere der Menschen, Zwerge, Nachtelfen und Gnome ziehen sich zusammen, und wenn wir diesen Stützpunkt in Azeroth verlieren, steht uns eine Invasion in Kalimdor bevor', berichtete ihm die Wache. 'In Hilsbrad Foothills sieht es für die Horde auch nicht besser aus. Die Untoten werden von den Streitkräften der Allianz belagert und wir laufen Gefahr, ganz Lordaeron zu verlieren.' Grumms Nasenflügel begannen vor Zorn zu vibrieren. 'Was er da hört, gefällt ihm gar nicht. Er muss so schnell wie möglich nach Osten über das Meer, zurück in seine Heimat Mulgore und den Ältesten in Thunderbluff treffen. Aber er muss sehr schnell sein, die Zeit drängt', dachte er sich und ging geradewegs auf einen schon bereit stehenden Zeppelin zu. Ziel: Oggrimmar, die Hauptstadt der Orcs.

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