Test - Wolfenstein : Erfrischend altbacken

  • PC
  • PS4
  • One
Von Kommentieren

"Iron Sky" trifft auf Half-Life. Besser könnte man Wolfenstein: The New Order nicht zusammenfassen. Auf der einen Seite besinnt sich der Shooter auf längst vergessene Stärken des Genres. Auf der anderen Seite ließen die Entwickler von Machine Games keine Chance ungenutzt, den Trash-Faktor bewusst oder unbewusst auf die Spitze zu treiben. Und eines gleich vorweg: In derselben Liga wie Call of Duty, Halo oder Battlefield spielt B. J. Blazkowicz' Abenteuer nicht. Zum Glück, könnte man fast sagen.

Der zweite Weltkrieg tobt und zeigt seine hässliche Fratze in Form des Regimeführers General Totenkopf. Die US-Armee startet einen letzten verzweifelten Angriff, um den wahnsinnigen Diktator zu stoppen. Mittendrin im Geschehen schießt sich Captain William B. J. Blazkowicz durch die feindlichen Reihen. Ein harter Hund, wie er im Buche steht. Allerdings geht der Einsatz mächtig schief und der knurrige Held überlebt nur knapp. 14 Jahre liegt Blazkowicz im Koma und staunt nicht schlecht als er erfährt, dass das Deutsche Regime die Vereinigten Staaten von Amerika in die Knie zwang und nun am Drücker ist. Für B. J. ist das allerdings kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Kurzerhand entschließt er sich, seinen unvollendeten Auftrag zu Ende zu bringen.

Blutig

Wolfenstein: The New Order ist anders, das merkt ihr schon nach der ersten Stunde. Wie wertvoll das ist, lernt ihr jedoch erst später zu schätzen, denn der Shooter macht es einem anfangs nicht leicht. So verfällt der Einstieg in ein altes Muster aus geskripteten Sequenzen in einem Kampfflugzeug, die euch die Steuerung näherbringen, und uninspirierten Ballerpassagen auf Schienen. Erst wenn ihr richtigen Boden unter die Füße bekommt, traut sich das schüchterne Spielprinzip, bestehend aus offenen Schauplätzen mit verschiedenen Routen und Lösungsansätzen, aus dem Versteck. Mit der Zeit wird es zutraulicher und gibt immer mehr von sich preis.

So macht euch der neue Wolfenstein-Ableger deutlich, dass ihr Probleme nicht immer mit roher Waffengewalt lösen müsst. Auch schleichend erreicht ihr eure Ziele auf spaßige Art und Weise. Das liegt an den Kommandanten, die stets Unterstützung anfordern, wenn sie euch entdecken. Es ist angenehm, Schlachtfelder zu besuchen, die mehr als schlauchartige Wege bieten und die Spieldauer nicht mit unendlichen Gegnerwellen verwässern. Verschiedene Routen wecken nicht nur die Erkundungslust, sondern bieten auch ausreichend Platz für verschiedene Spielweisen.

Wolfenstein: The New Order - House of the Rising Sun Launch Trailer (dt.)
In Kürze ist Wolfenstein: The New Order offiziell erhältlich; wir zeigen euch schon jetzt den Launch-Trailer.

Kommen die Waffen dann zum Einsatz, spritzt der rote Lebenssaft literweise durch die Gegend und Körperteile fliegen umher. So wahrt Wolfenstein: The New Order seine Tradition des derben Kriegsspektakels - definitiv nur für Erwachsene geeignet. Die erleben deftige Schussgefechte mit Wumms und bröckelnden Fassaden. Zwar nimmt die Zerstörungsorgie keine Battlefield-Ausmaße an, trotzdem ist es schön zu sehen, wenn kleinere Deckungen und Gegenstände dem Kugelhagel zum Opfer fallen.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel