Test - Wildlife Park 2 : Wildlife Park 2

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Geldsorgen

Natürlich sind all die Tiere und Einrichtungen nicht gerade billig und wie in jeder Aufbau-Simulation muss natürlich irgendwo das Geld herkommen. Zum einen habt ihr ein gewisses Startkapital, je nachdem welche Mission ihr spielt. Im freien Spiel könnt ihr euch so viel Geld zuschustern, wie ihr wollt, oder gleich im Modus "ohne Geldsorgen" starten. Zum anderen bringen natürlich die Besucher Geld und je mehr ihnen geboten wird, desto lieber und freigiebiger werden sie ihr Geld in eurem Park ausgeben. Wie zufrieden sie sind und woran es ihnen mangelt, könnt ihr genau wie bei Tieren und Pflanzen am (abschaltbaren) Icon direkt über ihnen sehen oder ihr schaut in der Informationsleiste am oberen Bildrand nach. Sehr praktisch: Dort könnt ihr euch einen Gesamtüberblick über die Bedürfnisse aller Besucher (auf einer Schaltfläche daneben über die der Tiere oder Pflanzen) verschaffen und den dringlichsten nachkommen. Auch hier zeigt die KI leider Schwächen, denn egal wie viele Getränkestände oder Automaten ihr von vornherein auch aufgestellt habt, eigenartigerweise haben extrem viele Besucher trotzdem noch Durst. Es ist also schlauer, sich erst einmal mit der Besucher-Ausstattung zurückzuhalten und dann auf konkrete Wünsche zu reagieren.

Darwinismus

Besonders viel Mühe haben sich die Entwickler beim realistischen Tierverhalten gegeben. Hasen wollen hoppeln, Schimpansen spielen und wenn ihr vergesst, einen Zaun zwischen Löwen und Ziegen zu ziehen, werdet ihr feststellen, warum Erstere zu den Raubtieren gehören. Die meisten Tiere brauchen Artgenossen und wollen sich auch von Zeit zu Zeit paaren, was der Population und beim Verkauf der Jungtiere auch dem Geldbeutel gut tut. Die Bedürfnisse der Tiere sind also artspezifisch und stellen je nach Zusammensetzung und Klimazone des Tierparks immer eine Herausforderung dar. Durch gute Planung und die vielfältigen Informationen ist es aber nie ein Problem, allen Bedürfnissen nachzukommen (auch wenn überdurchschnittlich vielen Tieren "diese komischen Hügel" nicht gefallen – trotzdem lässt sich im Normalfall eine hundertprozentige Tierzufriedenheit herstellen). Ein netter Einfall ist es, aus willkürlich herumliegenden Fossilien per Genforschung längst ausgestorbene Urviecher zurückzuzüchten und zu einer Hauptattraktion für den Park zu machen. Eine weitere Anleihe aus 'Jurassic Park' ist die Rundfahrt im Besucher-Modus mit dem Safari-Jeep.

Ganz nah dran

Grafisch lässt das Spiel nichts zu wünschen übrig. Alle Tiere sehen sogar in der Ego-Perspektive toll aus und sind realistisch animiert. Auch die Bodentexturen und Pflanzen sind wirklichkeitsgetreu nachempfunden und die Wassereffekte sind wirklich beeindruckend. Allerdings nur, wenn ihr auch alle Details und Effekte einschaltet. Leider hat diese Grafikpracht aber auch ihren Preis. Selbst mit einem gut ausgestatteten Rechner kommt das Spiel ab einer gewissen Parkgröße mit sehr vielen Tieren, Besuchern und Wettereffekten an die Grenzen seiner Lauffähigkeit – mit gelegentlichen Rucklern müsst ihr auf jeden Fall rechnen. Dem Spielspaß tut aber, falls nötig, das Runterschalten des Detailgrads keinen Abbruch. Denn die Missionen sind interessant und herausfordernd, aber immer zu schaffen, sodass auch Gelegenheitsspieler nicht frustriert werden. Und im freien Spiel macht das ganze noch mal so viel Spaß, da ihr hier einen Park ganz nach euren Vorstellungen und in einem nach euren Wünschen angepasstem Schwierigkeitsgrad erstellen könnt. Nicht nur alle Tierarten stehen euch hier zur Verfügung, sondern auch 20 verschiedene Karten in allen Klimaregionen der Erde. Das ausführliche Handbuch, ein einsteigerfreundliches Tutorial, ein Fotoalbum für selbst erstellte Screenshots und die umfangreiche Enzyklopädie runden das gelungene Spiel ab.

Fazit

Stephan Fassmer - Portraitvon Stephan Fassmer
Das Spiel wird zu Recht von der Heinz-Sielmann-Stiftung und dem Tierpark Hagenbeck empfohlen. Denn dass hier der artgerechte Umgang mit Tieren im Vordergrund steht, ist nicht nur lobenswert, sondern macht 'Wildlife Park 2' auch für Familien und Kinder empfehlenswert. Die Grafik, das realistische Tierverhalten, die Fülle an Informationen und der lang anhaltende Spaß durch das freie Spiel sind ganz klar die Highlights des Titels. Leichte Abzüge in der B-Note gibt es für die teilweise nicht korrekt funktionierende KI und die extrem ruckelige Grafik in hohen Detailstufen. Wer aber Tiere mag und einen artgerechten Umgang mit ihnen zu schätzen weiß oder vermittelt bekommen will, der kann bedenkenlos zugreifen. Allerdings sollte der Rechner nicht allzu alten Datums sein, um die schöne Grafik auch genießen zu können.

Überblick

Pro

  • familientauglich durch guten Ansatz und Einsteigerfreundlichkeit
  • lang anhaltender Spielspaß durch freies Spiel
  • realistisches Tierverhalten

Contra

  • bei sehr großen Parks im höchsten Detailgrad kaum spielbar
  • einige kleinere KI-Schwächen

Wertung

  • PC
    79
    %

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