Test - Warrior Kings : Warrior Kings

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Eine mittelalterliche Welt voller Ritter und Dämonen, eine Welt voller Machtkämpfe. Ein großes Reich steht am Rande des Chaos - es entbrennt ein Kampf um die Herrschaft. Ihr seid Herrscher eines der rivalisierenden Königreiche. Wird es euch gelingen, den Zerfall des alten Reiches aufzuhalten und es in seiner einstigen Pracht und Größe wiedererstehen zu lassen? So beginnt das Handbuch von 'Warrior Kings' aus dem Hause Black Cactus. Die Antworten auf die Fragen wird euch vielleicht der folgende Text liefern.

Warrior Kings
Das Menü macht auch in Deutsch einen guten Eindruck.

'Warrior Kings' möchte nicht irgendein Echtzeit-Strategiespiel sein, sondern Fantasy und historische Elemente miteinander verknüpfen. So kommt es nicht von ungefähr, dass ihr zwar vor einem fiktiv realen Hintergrund kämpft - die Hintergrundgeschichte spielt virtuell im Raum rund um die englische Insel und das französische Festland - es aber nicht nur mit Rittern, Bogenschützen und Schwertkämpfern zu tun habt, sondern auch mit Dämonen, garstigen Sechsbeinern und anderem ekligem Gewürm.

Viele Wege führen zum Ruhm
Auch euer Weg zu Ruhm und Ehre kann auf traditionelle Weise erfolgen oder über eine Art mystisch religiösen Weg, bei dem das Zaubern gegenüber dem Kämpfen mit Mantel und Degen den Vorrang hat. Dass es sich dabei um wirklich unterschiedliche Spielarten handelt, wäre zwar übertrieben, dennoch bringt die Auswahl etwas Abwechslung ins Spielgeschehen und wenn ihr beim erneuten Durchspielen von 'Warrior Kings' Lust auf etwas Neues habt, könnt ihr durch Entscheidungen während der einzelnen Missionen einen anderen Missionsablauf und damit neue Herausforderungen aus dem Programm kitzeln. Die werdet ihr bereits nach den ersten Missionen spüren, wenn ihr euch zum Beispiel dazu entschließt, den bösen Zauberer Ragnarok nicht zu vernichten, sondern ihn leben zu lassen oder den einstigen Barbarengegnern zu verzeihen und alsbald mächtige Verbündete zu haben und so weiter.

Das Spielgeschehen
Im Spiel selbst geht es neben den bereits genannten Spielarten eher bieder zu, was den Aufbau und den Kampfpart von 'Warrior Kings' betrifft. Wie in den Genrekollegen habt ihr die Möglichkeit, Bauern auszubilden, die fortan für euch ihren Tagelohn verrichten, sei es durch den Abbau von Gold, das Ernten von Getreide oder dem Schlagen von Bäumen. Durch die Tätigkeit eurer Bauern erhöhen sich wiederum eure Ressourcen, mit denen ihr eure Armee ausbilden und verbessern könnt. Sehr gelungen fand ich den Aufbau der Kampagne, welche euch behutsam ins Spiel einführt. Anders als zum Beispiel in 'Siedler 4' habt ihr nicht von Anfang an die volle Auswahl und bekommt im Laufe jeder Mission immer ein wenig mehr von den Möglichkeiten im Spiel zu Gesicht. Zu Beginn der ersten Mission könnt ihr nicht mal Bauern selbst ausbilden, sondern müsst zunächst mit den gestrandeten Soldaten ein kleines Gehöft befreien, welches euch fortan als Dorf dient.

Warrior Kings
Etwas rausgezoomt ist die Grafik fast schick.

Hier zeigt sich auch gleich ein Unterschied zu den üblichen Echtzeit- und Aufbau-Strategiespielen. In 'Warrior Kings' werden Waren zunächst im Dorf, einer Art Lager, gesammelt und dann per Karren zu euerem eigentlichen Gut transportiert. Erst dort angekommen zählen das Holz, Getreide oder die Goldfunde zu euren Ressourcen und können verwendet werden. Wohl dem, der seine Transportrouten zu schützen weiß, denn natürlich sind gerade die Karren ein beliebtes Ziel eurer Gegner.

Die Bedienung eurer Bauern geht insgesamt in gewohnter Weise vonstatten, mit der einzigen Ausnahme, dass Gebäude mit Rechts-, statt wie üblich mit Linksklick gesetzt werden. Etwas umständlicher geraten ist da schon die graphische Benutzeroberfläche, welche zudem mit Sicherheit keinen Designpreis gewinnen wird. Oftmals könnt ihr den Sinn einiger Icons nur erraten, wenn ihr die, zugegebenermaßen gut gelungene, Mouse-Over-Hilfe zu Rate zieht.

Einheitensteuerung oh Weh
Auch bei der Steuerung eurer Soldaten geht Entwickler Black Cactus auf sicheren Pfaden, wenngleich sich einige Merkwürdigkeiten finden lassen. So könnt ihr Gruppen nicht mit einem Doppelklick zentrieren, sondern müsst diese über die Gruppenauswahltaste vorselektieren und anschließend mit der Leertaste aufrufen. Dies führt immer wieder zu Verwirrung, ist doch die Leertaste in der Regel zum Aufrufen der letzten Ereignisse definiert. Zudem bleibt eure Gruppe auf dem Weg zum Ziel leider nicht beisammen, sondern die eifrigen Bogenschützen eilen ob ihres geringeren Marschgepäcks mutig voraus, um am Zielort von gegnerischen Schwertkämpfern genüsslich gemetzelt zu werden. Sehr schade, denn an sich verhalten sich die Bogenschützen recht schlau und ziehen sich automatisch ein paar Schritte zurück, wenn sie angegriffen werden, um von der Entfernung aus zurückzuschießen. Die Kollegen Fußsoldaten haben da schon weniger Weißheit mit dem Löffel gefressen, sehen sie doch zu gerne tatenlos dabei zu, wie der Nachbar niedergestochen wird.

Warrior Kings
Eure Missionen werden opulent erzählt.

Etwas Neues haben sich die Programmierer dennoch einfallen lassen: Bogenschützen können an sich kaum Schaden an Gebäuden anrichten, sind jedoch mit einem begrenzten Vorrat an Brandpfeilen ausgestattet, welche die gegnerischen Behausungen unter Feuer setzen und diese nach und nach zerstören. Das geht natürlich auch anders herum und so könnt ihr eure Bauern auch zur freiwilligen Feuerwehr degradieren, die alsdann anfängt, die Brände zu löschen.

Auf strategischer Seite gibt es insgesamt kaum etwas zu meckern. Echte Höhenstufen, welche tatsächlich Einfluss auf die Sichtweite und Reichweite eurer Soldaten bzw. Bogenschützen haben, ballistische Berechnung der Pfeile und Wurfgeschosse, sowie eine Vielzahl von Upgrades für die mannigfaltigen Einheitentypen sprechen klare Worte. Zudem sorgen die abwechslungsreichen Karten mit ihren vielen Bergen und Engpässen doch für die ein oder andere vergnügliche Stunde, wenn man eine neue Strategie ausprobiert und vielleicht doch den Bergpass im Süden zuerst sichert, bevor man sich im Osten über die Barbarensiedlung hermacht.

Warum ich die Tastatur nicht selbst belegen darf, warum ich, um einen anderen Spieler anzulegen oder den bestehenden zu wechseln, das Spiel beenden und neu starten muss oder warum ich im Spiel selbst die Grafikeinstellungen nicht mehr ändern kann, wird hingegen wohl für immer das Geheimnis der Entwickler bleiben.

 

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