Test - Warp : Actionreiches Arcade-Puzzle

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Stille Wasser sind tief – und explosiv

Hier entpuppt sich nun Zeros Talent: Er ist eigentlich eine unerbittliche Tötungsmaschine. Ist er per Warp in einen Gegenstand oder Körper übergegangen, kann er diesen von innen sprengen. Dazu bewegt ihr den Cursor schnell hin und her und „pumpt“ euer Opfer auf, bis es platzt. Sieht nicht besonders schön aus, ist aber sehr effektiv – und wohl das einzige Argument, das Warp eine USK-18-Kennzeichnung eingehandelt hat.

Eure Flucht wird durch diese zwei Fähigkeiten stark erleichtert und ihr beweist nun euer Schleichtalent, während ihr ungesehen von einer Maschine in die nächste und von einer leeren Tonne in die andere hüpft. Dabei könnt ihr euch auch Lüftungsschächte und Fließbänder zunutze machen. Werdet ihr von einer Wache erwischt, endet das allerdings meist umgehend tödlich, denn Zero hält nicht viel aus. Vom letzten Checkpoint startet ihr dann nach erfreulich kurzer Ladezeit erneut – und löst das Wachenproblem am besten einfach mit eurer Explosionsfähigkeit.

Auf eurem Weg durch die Testkammern und Labore sammelt ihr nicht nur außergewöhnliche Achievements, etwa indem ihr es schafft, dass die Wachen sich gegenseitig erledigen, sondern ihr sammelt auch ein paar kleine rosa Tiere, die euch als Währung dienen: die Grubs. Diese könnt ihr auf einer Art Talentmarktplatz in besondere Fähigkeiten investieren. So ist es möglich, Zeros Warp-Fähigkeit zu verbessern, seine Laufgeschwindigkeit zu erhöhen oder – ganz wichtig – ihm die Fähigkeit „Echo“ zu kaufen. Die praktischste Erfindung seit dem Warpen lässt euch eine Kopie von Zero in einen Raum schicken, die die Wachen ablenkt und sie damit zu einem unsagbar leichten Opfer für euch macht.

Doch ganz so einfach, wie das klingt, macht man es euch in Warp nicht. Denn Grubs sind schwer verdiente Währung, die ihr in ausreichender Menge nur über Minispiele bekommt. Die „Konsolen“ für diese Minispiele stehen in den Testkammern verteilt und ihr könnt sie während des Spiels jederzeit nutzen. Doch die kleinen Herausforderungen sind eine Frage echten Geschicks und verlangen viel Geduld. Eure Fähigkeiten werden hier auf eine noch härtere Probe gestellt als in der Laborrealität. Ihr müsst warpen, schleichen und über fünf Ecken ans Ziel kommen, und das in möglichst kurzer Zeit. Da es schon einmal vorkommt, dass ihr in diesen Spielen mehr Zeit verbringt als in dem jeweiligen Laborabschnitt, ist Frustration im Warp-Alltag manchmal nicht fern.

Zero nach Hause telefonieren

Wer die Konsolenherausforderungen meistert, hat aber auch in den Laborräumen noch lange nicht alles gesehen. Das Erkunden und Errätseln des nächsten verfügbaren Ganges kostet Nerven, denn Wachen und Drohnen warten an jeder Ecke. Fortgeschrittene Rätsel lassen sich später nur durch Fähigkeiten wie das Werfen von Tonnen oder lautloses Warpen bewältigen. Dennoch sind Überraschungen selten, wenn sie sich auch hin und wieder als plötzlich auftauchende Superwache zeigen, der ihr in Sekundenbruchteilen ausweichen müsst.

Um Zero heil ans Ziel zu bringen, sind also Geschick, Reaktionsfähigkeit und auch ein wenig Denkvermögen gefragt. Die liebevolle Gestaltung des kleinen Aliens tröstet dabei über ein paar kürzere Durststrecken im Spielverlauf hinweg und macht Warp zu einem kurzweiligen und überraschend brutalen Spaß!

Fazit

von Linda Schult
Warp war mir auf den ersten Blick sympathisch: knackiger Titel, schöne Optik, spannende Idee. Das Ganze wird von einer simplen, aber spaßigen Spielmechanik und einer blutigen Überraschung gekrönt, die dem Arcade-Titel ein bisschen Erwachsenenatmosphäre verleiht. Die anfängliche Ähnlichkeit zu Portal ist ebenso liebenswert wie schnell wieder vergessen. Und der Teil, der als „Puzzle“ beschrieben wird, entpuppt sich schließlich als herausfordernde Denkaufgabe, die mehr Action als Arcade enthält. Dennoch setzt die Steuerung von Alien Zero eine hohe Frustrationsschwelle voraus, denn der warpt öfter mal versehentlich ins Nichts oder direkt neben eine Tonne und mitten in den Ziellaser einer Wache. Das liegt meist an der etwas störrischen Kamera, die im schrägen Blick von oben manchmal mehr versteckt, als sie zeigt. Viel Ärger über die misslungenen Warp-Versuche hätten uns die Entwickler mit etwas mehr Liebe zum Kameradetail ersparen können. Mir bietet Warp ansonsten soliden Spielspaß für zwischendurch. Als Arcade-Spiel ist es genügsam und gleichzeitig kein storyloses Puzzle. Auch wenn viele Rätsel leider zu oft die gleichen Lösungen voraussetzen.

Überblick

Pro

  • schöne Optik/Animation
  • innovative Spielidee
  • unerwartete Effekte
  • gelungene Level

Contra

  • auf Dauer etwas eintöniges Spielprinzip
  • die hakende Kameraführung verhindert oft eine gute Übersicht
  • langwierige Minispiele, die den Spielfluss bremsen

Wertung

  • X360
    75
    %

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