23.10.2012 - Sebastian Werner
Zwischen 1455 und 1485 tobte in Großbritannien ein erbitterter Kampf um den Thron. Die rivalisierenden Adelshäuser York und Lancaster führten ihre Stammlinie jeweils auf König Edward III. zurück, weshalb beide Häuser Anspruch auf die Königskrone erhoben. Nach anfänglichen Wortgefechten und Intrigen entstand aus dem Konflikt bald ein offener Krieg. Da beide Familien Rosen in ihrem Wappen trugen, ging dieser lange Kampf als "Rosenkrieg" in die Geschichte ein. In War of the Roses dürft ihr berühmte Scharmützel dieser historischen Auseinandersetzung nachspielen. Leider schöpft das Spiel seinen epochalen Hintergrund nicht aus. Anstatt in der Solokampagne eine epische Geschichte über Verrat, Tragödien und Tod zu erzählen, dient der Einzelspielermodus lediglich als ermüdendes Tutorial für die Mehrspielergefechte. Da helfen auch ein paar holprige Einleitungsfilme über die Bedeutung eines Schauplatzes nicht weiter.
In der sogenannten Schlachtfeldausbildung könnt ihr aus fünf Karten wählen, ohne zu wissen, was dort gelehrt wird. Anschließend findet ihr euch auf dem Kampffeld wieder und müsst eine bestimmte Anzahl Gegner töten. Diese stehen nicht tatenlos herum, sondern greifen euch ungehemmt an. Bis ihr verstanden habt, wie etwas funktioniert, seid ihr schon viele Heldentode gestorben. Da die Rücksetzpunkte in diesem Modus nicht sehr fair verteilt sind, müsst ihr zusätzlich lange Laufwege ertragen. Das dämpft den Spielspaß enorm.
Um euch zur Wehr zu setzen, stehen euch die Waffengattungen Bogen, Armbrust und Nahkampf zur Verfügung. Der Bogen hat eine schnelle Schussfrequenz, macht aber wenig Schaden und schießt ziemlich ungenau. Die Armbrust ist präzise und tödlich, das Nachladen dauert jedoch ziemlich lange. Über ein kleines Minispiel lässt sich dieser Ladevorgang zwar beschleunigen, ein paar Sekunden dauert es trotzdem. Weil ihr in dieser Zeit bewegungslos auf der Stelle stehen müsst, was euch schnell das Leben kostet, ist die Armbrust nur etwas für geduldige Naturen.
Bedauerlicherweise ist auch bei den Nahkampfwaffen viel Geduld gefragt. Mit der linken Maustaste bestimmt ihr Angriffsstärke und Schlagrichtung, mit der rechten blockt ihr. Dieses bewährte Kampfsystem fand schon beim Rollenspiel Mount & Blade Verwendung. Doch War of the Roses arbeitet mit einem empfindlichen Treffersystem, das Angriffe besonders korrekt simulieren will. Das bedeutet, dass nur ein Schlag aus der richtigen Richtung auf genau die richtige Stelle Schaden verursacht. Je nach Rüstungsart des Gegners ändert sich dieser Punkt.
Zudem hat jede Waffe eine bestimmte Reichweite. Beim Schlag mit der Hellebarde muss sich der Gegner zum Beispiel genau auf der Höhe der Klinge befinden. Da sich Abstände durch die Third-Person-Perspektive schlecht einschätzen lassen, werdet ihr am Anfang schier verzweifeln. Entweder geht der Schlag meterweit daneben oder er bleibt ständig an der Rüstung hängen. Das bedeutet teilweise minutenlanges Einprügeln auf einen Gegner. Wer nicht frustresistent ist, hat hier nichts zu lachen. Selten hat ein Spiel so viel mühselige Einarbeitungszeit verlangt.
Kingmaker Edition angekündigt [1]
Dezember-Update kommt am Mittwoch
Monatliche Inhalte starten am Mittwoch
War of the Roses - Kingmaker Launch Trailer
Erweiterung geht an den Start
Steam-Achievements
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Kommentare zu War of the Roses
Schließe mich den meisten Vorpostern an.
Was im Bericht teilweise von Frust und ständigem Sterben geschrieben wird kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe das Spiel seit 2 Tagen und war sofort begeistert. Ich habe nur eine der Trainingsmissionen gemacht und bin dann sofort auf einen TDM "Duell" Server gegangen, auf dem ich äußerst freundlich empfangen wurde! Direkt mein erster Gegner schrieb, dass ich nicht schlecht sei und nach 3-4 verlorenen Runden hatte ihn zum ersten Mal niedergestreckt. Von Frust und schwieriger Steuerung, zumindest für mich, nichts zu sehen! Stattdessen wurde ich schnell immer besser und bin am 2. Tag mit eigener Klasse (Armbrust, mittlere Panzerung, Schwert + Schild) sehr erfolgreich unterwegs.
Dazu sei gesagt, dass ich Mount&Blade oder ähnliche mittelalterliche Actionspiele nie gespielt habe (am ehesten könnte man vielleicht die ElderScrolls-Reihe vergleichen).
Dennoch sollte man den Einstieg nicht unterschätzen. Selbst der Entwickler ist sich dessen bewusst und sagt über War of the Roses: 'Our game has a learning curve, the hit detection system for instance is extremely accurate. At first it will feel almost wrong, since many games has conditioned us with hit boxes that error in favor of the attacker, but once you get used our accuracy it will likely start to feel more logical and add to your strategy and skill. '
Habs in der Beta geknödelt. Da waren Laggs das größte Problem. Und die vier Freunde von mir die weder M&B noch andere ähnliche Titel geknödelt haben hatten ebenfalls null Probleme beim Einstieg und davon sind 3 Casualgamer,herbe Casualgamer. Aber das ist ja natürlich Ansichtssache.
. Es ist halt nettes Popcorngemetzel. Hirn aus,Schwert raus und go.
@Arparso:
1:Testen im Sinne von kaufen
2:KA, kommt vllt. noch ne Demo. So teuer ist es ja nicht. Und es gibt x Videos von ingame Footage. Stöbern bringt auch gute Berichte zum Spiel hervor.
Scherzkeks. Wie denn, ohne Demo!?
Freut mich, dass du den Einstieg einfach findest und deshalb von Anfang an Spaß hattest. Ich habe auch einen Freund spielen lassen, der genauso wie ich schon seit über 20 Jahren zockt. Wir hatten beide unsere Probleme in das Spiel zu finden. Ausserdem beschweren sich auch andere Spieler im Teamchat über die eigenartige Kollosionsabfrage.
"spröden Einstieg und dem komplizierten Kampfsystem" wtf....das Spiel ist unglaublich einfach zu lernen und kompliziert ist es alle mal nicht. Ka. wer das getestet hat,aber es ist total intuitiv wie man Waffen schwingt,reitet und schiesst. Man hat noch nicht mal Streuung bei Schusswaffen....es ist popel einfach. Mein Rat: testet es aus,es ist spaßig und unterhaltsam für zwischendurch. Popcorn Mittelalteraction. Casual sowie Einsteiger haben hier ihren Spaß.
Einzige Manko was ich sehe: Serverlaggs. Das kommt leider häufig vor.