Test - VIP : VIP

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Bestimmt kennt jeder von euch Pamela Anderson. Es dürfte denke ich auch allgemein bekannt sein, dass sie in diversen Serien wie zum Beispiel 'Baywatch' und 'VIP' mitwirkte. Zu letzterer hat 'Ubi Soft' nun ein Spiel für den PC sowie für die PlayStation umgesetzt. Die Konsolenversion wurde hier bei gamesweb.com schon getestet, jedoch schnitt die mit gerade einmal 44 Prozent Spielspaß nicht gerade gut ab. Ob 'Ubi Soft die Schwächen der Konsolenversion erkannt und für die PC-Version ausgemerzt hat, lest ihr im folgenden Review.

VIP
Für jeden Schlag gibt es Punkte.

Für alle Unwissenden: VIP ist die Abkürzung für 'Vallery Irons Protection' und steht für eine Bodyguard-Firma, die Persönlichkeiten vor Killern beschützt. Die Serie floppte gewaltig, daher muss man sie auch nicht wirklich kennen. Vallery stellt sich den Bösewichten dabei natürlich nicht alleine, sondern erhält Unterstützung von drei feschen Damen und zwei Herren. Natürlich deckt jede dieser Personen irgendein Klischee ab. So ist eine Dame die Computerexpertin, eine die Waffennärrin, während Vallery selbst die unbeholfene Actionheldin ist, die eigentlich immer in irgendwelche tollpatschigen Situationen hineingerät, die sie dann mit mehr Glück als Verstand meistert.

Die Story des Spiels ist genauso simpel wie die einer der Episoden der Serie: Doktor Kimble, ein Chirurg, der unter anderem Mafiabossen neue Gesichter verleiht, wird von ein paar Schlägern bedroht. Er verständigt natürlich sofort das VIP-Team, das ihm umgehend zur Seite steht. Dabei werden jedoch ein paar dieser Gorillas verletzt und da sich die Mafia nichts gefallen lässt, schickt sie einfach noch mehr Schläger. Die Story nimmt ihren Lauf, ist aber nicht weiter interessant. Verknüpft und weitergestrickt wird sie übrigens immer wieder durch Videosequenzen, die einigermaßen gelungen sind.

Enttäuschende TechnikSeid ihr dann erst mal im Spiel, ist auch schon der erste Rückschlag fällig, denn von der Grafik hättet ihr sicher mehr erwartet: Pixelige, polygonarme Figuren laufen durch vorgerenderte Schauplätze, die nur in Sachen Detailarmut glänzen können. Hier und da seht ihr mal einen Baum oder eine Sitzgruppe unter einem Sonnenschirm, das war's dann aber auch schon. Die Charaktere wurden noch liebloser gestaltet und wackeln durch die Gegend, als würden sie, vor lauter Unfähigkeit zu Laufen, gleich hinfallen. Die Animationen bei den Kämpfen hingegen sind noch akzeptabel, aber auch hier reicht es in keinster Weise zu einer wirklich guten Wertung. Vor drei bis vier Jahren hätte die Grafik vielleicht jemand beeindruckt, in der heutigen Zeit muss man wirklich etwas mehr bieten!

VIP
Hier spielen wir Versteck mit einem Wachmann.

Ähnliches gilt für den Sound. Es gibt nur wenige Musikstücke, die sich zudem ständig wiederholen und nach kurzer Zeit sogar richtig nerven können. Effekte sind auch nicht wirklich vorhanden, lediglich Schlag- und Trittgeräusche kriegt ihr zu hören. Klar, dass auch die immer und immer wieder verwendet werden. Lediglich die Videosequenzen sorgen für einen kleinen Lichtblick, denn sie sind in englischer Sprache gehalten und können einigermaßen überzeugen. Für die, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, wird die deutsche Übersetzung in Form von Untertiteln mitgeliefert.

Simples SpielprinzipAngekündigt wurde 'VIP' als Action-Adventure, herausgekommen ist jedoch ein simples Actionspiel. Nicht mal im Ansatz müsst ihr mal die Eigeninitiative ergreifen oder Rätsel lösen,
um die Story voranzutreiben. Der PC übernimmt während des gesamten Spiels die Steuerung der Charaktere, während ihr nur in den Kämpfen eingreifen müsst. Ihr lehnt euch also erst einmal zurück und die Spielfigur rennt ein paar Meter, bis der nächste Gegner auftaucht. Die sind übrigens das ganze Spiel hindurch in schwarze Anzüge gekleidet und unterscheiden sich fast nicht voneinander. Lediglich gegen Ende des Spiels darf man sich mal auf etwas andere Gegnertypen freuen, auch die vier Endgegner sind etwas anders gekleidet. Noch einmal zurück: die Spielfigur steht also vor einem Gegner. Nun taucht eine Tastenkombination auf, die man mit den Pfeil- und vier Nummerntasten ausführen kann. Der PC gibt hierbei immer und überall eine bestimmte Kombination vor, die ausgeführt werden muss, ansonsten gibt's Haue vom Gegner. Im Verlauf des Spiels werden die Kombinationen immer länger und die Zeit, die man pro Taste hat, schrumpft im Verhältnis dazu natürlich. Klappen ein paar Kombinationen einmal nicht und die Energie des Charakters ist aufgebraucht, ist das kein Beinbruch, denn es gibt immer bestimmte Stellen, an denen ihr von neuem beginnen könnt.

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Der Graph muss richtig gezeichnet werden, damit es weiter geht.

Nun haben sich die Leute von 'Ubi Soft' gedacht, dass man das Publikum natürlich nicht mit einer solchen Kinderei bei Laune halten kann. Deshalb gibt es auch noch einige andere Aufgaben. So muss man sich an patrouillierenden Wachen vorbeischleichen und Scharfschützen ausweichen. Aber ihr dürft auch selber auf die bösen Mafiaschläger schießen. Die Bedienung ist auch hier denkbar einfach: Entweder ihr bewegt das Fadenkreuz mit der Maus und schießt, beziehungsweise ladet mit den Maustasten nach, oder ihr macht das Ganze wieder mit den Pfeil- und Nummerntasten. Da aber auch das ziemlich schnell langweilig wird, haben sich die Entwickler sogar noch ein weiteres Spielchen ausgedacht: Wenn ihr vor einer verschlossenen Tür oder Ähnlichem steht, dürft ihr so lange auf eine Taste drücken, bis sie auf geht. Na wenn das mal nichts ist!

Aber dem nicht genug! Es warten noch weitere bahnbrechende Spielkonzepte auf euch, denn auch tolle Rätsel bleiben euch nicht erspart. Ihr dürft Gesichter zusammensetzen und ein Funksignal dadurch herstellen, indem ihr einen Graphen in einer bestimmten Zeit richtig zusammensetzt. Alles leicht zu erledigende Aufgaben, die euch insgesamt vielleicht zwei bis drei Stunden vor dem PC halten (sofern ihr es so lange aushaltet).

VIP
Die Einfacheren Kombinationen bestehen noch aus zwei oder drei Tasten.

Bilder und Videos als 'Belohnung'Für jede Aktion im Spiel kriegt ihr Punkte gutgeschrieben, die sich nach kurzer Spielzeit schon auf beträchtliche Summen addieren. Nach jedem Levelabschnitt habt ihr dann die Möglichkeit euch Bilder, die sowohl aus dem Spiel, als auch aus der Fernsehserie stammen, sowie genau die Videos, die ihr wenige Minuten zuvor schon gesehen habt, freizukaufen. Ein Wahnsinn, oder? Auf jeden Fall gibt es in jedem neuen Spielabschnitt neues Bildmaterial für die geplagten Augen.

 

Fazit

von Tobias Straßer
Nun ja, was kann man abschließend zu so einem Spiel sagen? Für 'Ubi Soft' war es bestimmt ein Fehlgriff, denn wirklich überzeugen kann kein Teilbereich des Spieles. Sowohl die Grafik, als auch der Sound wissen nicht zu überzeugen, lediglich Perlen wie 'Moorhuhn 2' lassen das Spiel noch in diesen Wertungsregionen landen, denn im Vergleich dazu ist sogar dessen Technik noch gut. Das Spielprinzip besteht eigentlich nur aus sturem Tastendrücken und ein bisschen unterhaltsamen Rumgeballere, das aber beispielsweise in 'Virtua Cop' schon aufregender umgesetzt wurde. Alles in allem also ein Spiel, das nicht wirklich gut ist und selbst für einen Preis von knapp 25 Euro noch überteuert ist. Schade, dass die FSK das Spiel nur ab 12 Jahren freigegeben hat, denn genau bis zu diesem Alter könnte man mit 'V.I.P' noch ein bisschen Spaß haben. Ich geh wieder Halma spielen.  

Wertung

  • PC
    36
    %

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