Test - Valentino Rossi: The Game : Der Doktor kommt!

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Valentino Rossi, ein Name wie ein italienisches Gemälde. Zwar hat der gute alte Rossi, genannt “The Doc”, mittlerweile schon 37 Lenze auf dem Buckel, dennoch hat er erst kürzlich einen neuen Vertrag bei seinem Rennstall Yamaha ergattert. Wenn ihr bisher auch nur ein bisschen mit der MotoGP-Serie in Berührung gekommen seid, dann wisst ihr, dass der Italiener zu den erfolgreichsten Fahrern überhaupt gehört. Ein cleverer Schachzug vom Entwickler Milestone also, sich die Dienste des neunmaligen Champions für sein neues Spiel Valentino Rossi – The Game zu sichern.

Schon weit über ein Jahrzehnt ist die MotoGP-Reihe die einzige Alternative für Motorradrennspieler. Allerdings gingen die Wertungen von Ableger zu Ableger immer weiter nach unten. Mittlerweile haben wir eine recht solide, aber nicht herausragende Serie auf zwei Rädern. Bei jährlicher Veröffentlichung ist das nicht verwunderlich. Mit Valentino Rossi – The Game soll sich das natürlich ändern.

In der Kategorie Umfang unschlagbar

Zumindest haben wir ein wahres Umfangsmonster in der Konsole kreisen. Neben der selbstredend vorhandenen Königsklasse der Feuerstühle sind ebenso die unterklassigen MotoGP2- und sogar MotoGP3-Vehikel mit ihren aktuellen Meisterschaften dabei. Damit noch nicht genug, dürft ihr auf die 2015er-Sättel aufsteigen – mit allen Fahrern und Strecken. Neben den insgesamt 18 detailgetreuen Nachbauten der Rundkurse erwarten euch 5 weitere Klassikstrecken. In Sachen Inhalt braucht sich Valentino Rossi – The Game nicht zu verstecken.

Ein Highlight des Spiels ist, dass euch der Namensgeber einlädt, die spannendsten Höhepunkte seiner Karriere erneut zu erleben. Die Rossi Experience ist ganz nett verpackt. Der Weltstar erzählt in kurzen Videosequenzen, wie er diesen oder jenen Moment empfand. Danach übernehmt ihr den Lenker und sollt beispielsweise die letzten zwei Runden eines Events fahren oder einen größeren Vorsprung rausholen. Ebenso könnt ihr euch mit dem Altmeister messen und versuchen, auf bestimmten Kursen seine Topzeiten zu schlagen.

Schwer zu lernen, schwer zu meistern

Obendrein könnt ihr eure eigene Laufbahn starten. Zu Beginn dürft ihr euch wie in einem Rollenspielt ein virtuelles Pendant erstellen, seid aber aufgrund des leeren Geldbeutels bei der Auswahl von Rennanzügen und Helmen limitiert. Mit weiterem Spielfortschritt spart ihr Kohle für mehr Klamotten und Outfits an. Euer Alter Ego hat zudem spezielle Fähigkeiten, die ihr mit bestimmten Attributpunkten stärkt. Ein Regenexperte ist trotz nassen Untergrunds etwas sicherer auf dem Asphalt unterwegs.

Valentino Rossi: The Game - Gameplay Trailer
Auch aus dem Motorrad-Rennspiel Valentino Rossi: The Game gibt es heute frische Eindrücke in Form eines Trailers.

Allerdings wird besonders Anfängern ein steiniger Weg bereitet. Denn Valentino Rossi – The Game ist eindeutig eine Simulation und erwartet von euch Fingerspitzengefühl. Mögt ihr die 125er- oder 250er-Kubikmaschinen noch auf der Strecke halten können, so seid ihr spätestens bei der Königsklasse deutlich am Kämpfen. Die Steuerung ist sehr feinfühlig und verzeiht keine Fehler. Sensibles Korrigieren ist daher gefragt. Weniger erfahrene Motorrad-Fans können jedoch die optionalen Fahrhilfen aktivieren. Die sollten euch für den Anfang genügend unterstützen.

Hässliches Entlein

Das Fahrgefühl von Piste und Maschine stimmt grundsätzlich, den richtigen Flow werden leider nur Experten in voller Gänze erleben. Die gesamte Technik verweigert sich der Moderne. Die Kollisionsabfrage ist gelinde gesagt ein Trauerspiel. Die KI-gesteuerten Gegner sind kaum von ihrer Maschine zu trennen und ein Schadensmodell ist so gut wie nicht vorhanden. Valentino Rossi – The Game verkauft sich als beinharte Simulation und zeigt hier eklatante Schwächen.

Die optische Präsentation ist eher eine graue Maus. Die Grafik wirkt altbacken und einer 2016er-Ausgabe nicht würdig. Sowohl die Strecken als auch die Fahrermodelle sind zu detailarm, um zu begeistern. Immerhin laufen die Rennen mit einer sehr geschmeidigen Bildrate und lenken daher den Fokus auf das Wichtigste: das Renngefühl. Dennoch wünschen wir uns für die nächsten Ableger ein grafisches Update, das seinem Namen gerecht wird.

Fazit

Marcus Rätzke - Portraitvon Marcus Rätzke
Nur für wahre Zweirad-Fans

Die Geschichte rund um Valentino Rossi wirkt doch etwas blass, kann sich aber mit zahlreichen Videoclips durchaus in Szene setzen. Ebenso stimmt das grundsätzliche Fahrgefühl in Valentino Rossi – The Game. Besonders die schweren Motorradklassen überzeugen Rennspielenthusiasten. Das Spiel hat einen gewaltigen Umfang und geizt nicht mit Inhalten. In der neuen Rossi-Experience dürft ihr zudem die Karriere des Namensgebers in Auszügen nachfahren.

Die Technik ist das grundsätzliche Problem von Valentino Rossi – The Game. Nicht nur dass die Grafik mehr als altbacken wirkt und Strecken ohne große Details auskommen müssen, auch die Kollisionsabfrage ist mehr als fragwürdig. Das Schadensmodell ist kaum vorhanden. Diejenigen unter euch, die mit der Handhabung der Boliden keine Probleme haben, können sich über ein solides Motorradrennspiel freuen.

Überblick

Pro

  • Rossi inklusive zahlreicher Videoclips
  • gewaltiger Umfang an Spielmodi, Fahrern und Strecken
  • eigene Fahrerkarriere mit eigenen Fähigkeiten
  • Fahrereditor
  • optionale Fahrhilfen
  • Rossi-Experience gelungene Erweiterung
  • simulationslastiges Renngefühl

Contra

  • altbackene Technik
  • schlampige Kollisionsabfrage
  • kaum vorhandenes Schadensmodell
  • schwache Präsentation
  • für Einsteiger zu schwierig
  • sehr sensible Steuerung

Wertung

  • PC
    7.0
    /10
  • PS4
    7.0
    /10

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