Test - Uncharted 3: Drake's Deception : Aufgewärmtes Festmahl

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Es ist der wichtigste Titel des Jahres für Sony. Dementsprechend heiß lief die Werbe- und PR-Maschinerie für Uncharted 3. Als besonderer Clou wurde ein Video veröffentlicht, in dem Harrison Ford vorab den dritten Teil des Action-Adventures anspielen durfte. Auch wenn der gute Harrison den PS3-Controller etwas komisch hält und seine überschwängliche Begeisterung etwas gespielt wirkt, war das ein netter PR-Gag, der viel Aufmerksamkeit brachte. Bleibt nur die Frage, ob der Titel dem Hype und den Vorschusslorbeeren gerecht wird.

Ist er nun ein Nachfahre des berühmten Sir Francis Drake oder nicht? Alles deutet darauf hin: Genau wie sein Idol stürzt sich Nathan Drake gern in mysteriöse Abenteuer, in denen es immer um Schätze von unfassbarem Wert und/oder das Entdecken und Entschlüsseln von Rätseln längst vergangener Kulturen geht. Dieses Mal geht es um einen ganz dicken Fisch. Im Herzen Arabiens soll sich das sagenumwobene „Atlantis der Wüste“ verbergen. Auf seinem Weg dorthin begegnet Nathan vielen alten Bekannten beiderlei Geschlechts.

Frauen sind böse

Als Sidekick nimmt Drake erneut den betagten Victor Sullivan aka Sully mit auf die Reise. Der väterliche Freund steht Nathan wie immer mit weisen Ratschlägen, wichtigen Tipps und witzigen Sprüchen zur Seite. Erstmals wird übrigens in Rückblenden gezeigt, wie sich Nathan und Sully zum ersten Mal begegneten und zu dicken Kumpels wurden. Ohne Sullivan wäre aus Drake wohl nie der Abenteurer geworden, der er heute ist. Sully war es auch, der Drake in die Geheimnisse und Kniffe der illegalen und sehr lukrativen Schatzsuche einführte. So beginnt auch dieser Teil mit einem zwielichtigen Geschäftstreffen. In einem englischen Pub wollen die beiden Schatzsucher einen wertvollen Ring an einen dubiosen Mittelsmann verhökern. Zumindest gaukeln sie das vor. Der Deal platzt, eine wilde Schlägerei entbrennt. Hier zeigt sich zum ersten Mal eine Besonderheit des Spiels: Die Übergänge zwischen Videosequenzen und spielbarer Action sind absolut fließend. Da kann es schon passieren, dass ihr noch andächtig zuschaut, obwohl ihr Drake schon längst steuern könntet.

Während der Pub-Szene macht das dynamische Duo auch gleich Bekanntschaft mit der großen Widersacherin des dritten Teils: Katherine Marlowe. Die Blondine ist kälter als eine Hundeschnauze und abgebrühter als alle Schurken, mit denen sich Drake bislang rumschlagen musste. Aber so muss man wohl auch gestrickt sein, wenn man Anführerin eines Geheimbundes ist, dessen Ursprünge ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Seit dieser Zeit ist die mysteriöse Gruppe auch hinter dem Ring von Sir Francis Drake her. Der soll der Schlüssel zur verschollenen Stadt in der arabischen Wüste sein. Und so wie damals Sir Francis Drake gegen den Geheimbund um die Stadt kämpfte, kämpfen nun Nathan und Sully gegen die eiskalte Marlowe um den Zugang zur versunkenen Metropole.

Uncharted 3: Drake's Deception - TV-Spot #4
Hier könnt ihr euch den bereits vierten TV-Werbespot zu Uncharted 3 ansehen.

Wunderschöne Weltreise

In bester Abenteurermanier führt euch das Geheimnis der sagenumwobenen Stadt mal wieder um den ganzen Erdball. Ihr klettert durch den Londoner Untergrund, erkundet ein imposantes Schloss in Frankreich, prügelt euch in einem Frachtflugzeug, durchsucht ein riesiges Kreuzfahrtschiff, verlauft euch in den engen Gassen im Jemen, schleicht durch geheimnisvolle Höhlen, erforscht mysteriöse Tempel und durchstreift eine monströse Wüste. Die Schauplätze sind bei Uncharted 3 eindeutig die Glanzlichter. Von den ganzen liebevollen Details bis zu famosen Licht- und Schatteneffekten zeigen die Entwickler von Naughty Dog hier, was sie in Sachen Level-Design draufhaben. Jeder neue Abschnitt ist wie ein virtueller Kultur-Kurzurlaub, der einem Land und Leute nahebringt. Dazu gibt es dynamische Kamerafahrten und -einstellungen, die ähnlich imposant sind wie in God of War III und jedem Hollywood-Studio zur Ehre gereichen würden.

Die ganzen Burgen, Tempel und Städte wollen nicht nur bewundert, sondern auch erkundet werden. Hier zeigt sich die typische Spielmechanik von Uncharted 3: Erst mal gilt es, irgendwie in das entsprechende Gebäude reinzukommen. Dummerweise ist die Vordertür nämlich immer verschlossen. Aber Drake wäre nicht Drake, würde er nicht irgendwo einen Vorsprung, eine Kiste oder eine Leiter erspähen, an der er sich nach oben hangeln kann. Die Kletterpassagen laufen dabei nach dem altbekannten Schema ab. Neigt ihr den Analog-Stick seitlich und drückt dabei die X-Taste, hechtet Nathan von einem Vorsprung zum nächsten. So werden dann Schlossmauern, Schächte, Statuen, Dächer und Ähnliches erklommen. Im Inneren erwarten euch dann meist beeindruckend präsentierte Rätsel. Wenn ihr euch nicht von der Optik einschüchtern lasst, werdet ihr erkennen, dass alle Knobeleien simpel gestrickt und schnell zu lösen sind. Hier wollte euch Naughty Dog ganz offensichtlich nervige Frustmomente ersparen.

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