Preview - UFC: Tapout : UFC: Tapout

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UFC: Tapout
Die Grafik weiß zu gefallen …

Blutige Schlägereien mit überraschenden Enden
Wenn ihr dann euren erstellten Recken oder einen der 'UFC'-Kämpfer, von denen es mehr als 25 gibt, in die Arena führt, werdet ihr erst mal von der überraschend simpel anmutenden Steuerung überrascht. Der grundlegende Aufbau derselben erinnert nämlich sogar an Prügelspiele wie 'Tekken', da jeder der vier Haupttasten ein bestimmter Körperteil gewidmet ist. So müsst ihr um den Gegner mit der linken Faust zu schlagen, die Y-Taste drücken. Schläge mit der Rechten führt ihr hingegen mit B aus. X- und A-Tasten teilen sich natürlich die beiden Tritte, die ebenfalls getrennt ausgeführt werden. Das ist aber natürlich nicht alles, auch wenn es alle 'richtigen' Funktionen sind. Wenn ihr zwei Tasten gleichzeitig drückt, führt ihr entweder einen Konterversuch aus, der mit guten Timing problemlos einen Kampf entscheiden kann, oder versucht den Gegner zu Boden zu bringen.

Da die Kämpfe bei 'UFC Tapout' sehr realistisch gehalten sind, ist es absolut keine Seltenheit, dass noch nicht einmal die zweite Runde erreicht wird, bis einer der Kontrahenten aufgibt oder bewusstlos am Boden liegt. Anfangs wird eher letzteres der Fall sein, da sich das Spiel bis zu diesem Punkt eigentlich wie ein normales 'Beat 'em-Up' spielt und es sogar diverse Combos auszuführen gibt. Da der Weg zum Erfolg bei 'UFC Tapout' aber über Griffe und vor allem Konter führt, muss man sich schon recht lange mit dem Kampfsystem auseinandersetzen, um tatsächlich gut zu werden. Die Kämpfe zweier erfahrener Spieler sind auch um einiges schöner anzusehen, als ein mehr oder weniger willkürlicher Schlagaustausch zweier Anfänger. Der Grund dafür sind die Möglichkeiten während dem Kampf in liegender Position. Wenn nämlich erst einmal jemand auf dem Boden ist, wird das Geschehen dank zahlreicher Varianten erst richtig spannend. Der Kämpfer in der besseren Position kann diese natürlich simpel ausnutzen, indem er ständig auf den Gegner einschlägt, was nicht nur viel Energie kostet sondern auch recht schnell geht. Falls der Unterlegene aber einen geschickt platzierten Konter anbringen kann, dreht sich der Spies schnell mal um. Im Normalfall schafft er es dann einfach, die Positionen auszutauschen, was ihm natürlich dann den Vorteil verschafft. Aber auch plötzliche Aufgabegriffe, die das Match sofort entscheiden, wenn sich der Gegenüber nicht noch einmal befreien kann, sind keine Seltenheit.

UFC: Tapout
… zumindest innerhalb des Rings.

Wie ihr wohl bereits erahnen könnt, ist das Kampfsystem von 'UFC Tapout' sehr komplex, auch wenn die Steuerung dies nicht vermuten lässt. Leider muss man deshalb eine Menge Zeit und auch Geduld in das Spiel investieren, um wirklich gut zu werden, und wenn das dann geschafft ist, ist man einfach viel zu gut für seine menschlichen Mitspieler, wodurch sich der Spaß dann auch wieder in Grenzen hält.

Was Fans des Vorgängers schnell auffällt, ist dass sich sehr wenig in punkto Gameplay getan hat. Die Steuerung ist die selbe, fast alle Aktionen werden gleich ausgeführt und die Anzahl an hinzugekommen Aktionen und Möglichkeiten ist sehr gering. Wer den Vorgänger geliebt hat und dasselbe mit etwas modernerer Technik haben will, kann damit natürlich zufrieden sein. Wer aber nur entscheidende Neuerungen beim Gameplay als Kaufgrund betrachtet, sollte vorher besser probespielen.

Grafik, die überzeugen kann - zumindest auf den ersten Blick
Was einem grafisch bei 'UFC Tapout' erwartet, konnte man sich ja schon durch die fast schon regelmäßig erscheinenden neuen Screenshots zum Spiel seit langem ausmalen. Und tatsächlich, das Versprochene wurde gehalten: Die durchtrainierten Kämpfer sind allesamt so detailliert, dass sogar einzelne Muskeln klar identifiziert werden können. Auch an den Animationen gibt es wenig zu auszusetzen. Alle Schläge, Tritte oder Griffe sind sehr realistisch in Szene gesetzt und laufen dank der hohen Framerate von 50 Bildern in der Sekunde auch sehr flüssig ab. Wenn die beiden Muskelmänner aber nicht gerade kämpfen sondern im 'Octagon' herumwandeln, fallen die etwas steif wirkenden Gehanimationen auf. Durch die bereits erwähnte große Menge an Polygonen, die in die Modellierung geflossen sind, und die Gesichtsausdrücke, die sich stets verändern, lässt sich dies aber verschmerzen.

UFC: Tapout
Der Gewinner steht fest.

Weniger verschmerzen lassen sich die völlig undetaillierten Arenen und deren Zuschauer. Die Arenen bestehen zumindest in der uns vorliegenden Vorabversion eigentlich nur aus schwarzen Flächen, einigen wenigen Reihen bewegungsloser Pappzuschauer, der Eingangsrampe, die während der Kämpfe nur eine verwaschene Textur ist, und den Kommentatoren am Ringrand, die völlig undetailliert und ebenfalls bewegungslos sind. Wer sich jetzt an spektakuläre Bilder von Einmärschen der Kämpfer erinnern kann, dort voll ausmodellierte Fans und herumfahrende Scheinwerfer sah und sich jetzt fragt, wie dies mit obigem zusammenpasst, dem kann geholfen werden: Während den Einmärschen schaltet das Spiel nämlich auf FMV, also vorgerenderte Filmsequenzen um, welche die gesamte Umgebung ausmachen. Einzig und allein der hereinkommende Kämpfer wird in Echtzeit dargestellt. Da die vorgerenderten Videos aber natürlich nicht ganz so scharf wie Polygonmodelle sein können, fällt der Unterschied doch schnell auf. Nichtsdestotrotz sehen die Einmärsche ziemlich beeindruckend aus.

Kräftige Schlaggeräusche und authentisches Grunzen
Der Sound ist wohl der unspektakulärste Bereich von 'UFC Tapout'. Zwar gibt es vor jedem Kampf eine Vorstellung der beiden antretenden Kämpfer, die von Bruce Buffer übernommen wird, und auch die Schlaggeräusche klingen angenehm kräftig, viel mehr gibt es aber nicht. Auf einen durchgehenden Kommentar hat man verzichtet, so dass während des Kampfes lediglich die Schlag- und Trittgeräusche, ab und zu ein Grunzen und die je nach Geschehen mehr oder weniger lauten Fans zu hören sind. Abgesehen von dem fehlenden Kommentar gibt es hier also nichts Konkretes zu beklagen, etwas mehr Abwechslung hätte allerdings gut getan.

 

Fazit

von Sascha Szopko
Nach wie vor ist es Geschmackssache, ob man den virtuellen Kämpfen der 'UFC' etwas abgewinnen kann. Dies allerdings nicht nur wegen der brutalen Vorlage, sondern auch wegen dem realistischen Geschehen, dass nicht wirklich mit klassischen Beat'em-Ups verglichen werden kann. Wer dagegen aber nichts einzuwenden oder sogar den Vorgänger gemocht hat, sollte sich 'UFC Tapout' auf jeden Fall näher ansehen, auch wenn es anders als im Vorgänger weder Karriere- noch Trainingsmodi gibt - zumindest in der hier vorliegenden Preview-Version. Wer keine Erfahrungen mit 'UFC' gesammelt hat, der sollte sich auf ein nicht besonders zugängliches Prügelspiel gefasst machen, bei dem sich Übung auszahlt, so dass Buttonmasher keine Chance gegen Profis haben.  

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