Test - Typoman : Jump ’n’ Run für Anagrammliebhaber

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Bei Wortspielen denkt man zuerst entweder an schlechte Witze aus der Kategorie „Dad-Jokes“ oder an fröhliche Gesellschaftsspiele wie Scrabble. Typoman geht jedoch in eine ganz andere Richtung: Das düstere Jump 'n' Run fordert mit seinen Knobelpassagen eure Wortgewandtheit heraus.

Am Anfang rollt ein „O“, dann kommen ein „E“, ein „H“ und noch ein „R“ herangehüpft. Selbst Anagrammanfänger finden schnell heraus, was das ergibt: „HERO“, euren Helden, den ihr in Typoman durch eine bedrückend düstere Welt jagt, die zu zerfallen droht. Lose Buchstaben, leere Worthülsen, scharfkantige „Vs“ und tödlich spitze „As“ pflastern Heros Weg voller Gefahren. Das Ziel? Der deprimierenden Dunkelheit zu entfliehen. Eure Waffe? Die Macht der Wörter!

Buchstabensalat

Schritt für Schritt wagt sich Hero durch die unerquickliche, mechanisch anmutende Welt. Überall liegen aussortierte Lettern, doch plötzlich seht ihr ein Paar intakte Buchstaben. Ein „O“ und ein „N“. Mit ein wenig Kraftaufwand schiebt ihr die beiden aneinander und das Wort „ON“ löst einen Mechanismus aus, der die Straße freigibt. Im weiteren Spielverlauf werden die Wörter kniffliger und nicht immer ist die richtige Lösung so offensichtlich. Manchmal müsst ihr Buchstaben weglassen, manchmal einen Schalter auslösen, der weitere Buchstaben produziert.

Anders als in Spielen wie Scribblenauts, wo euch unterschiedliche Wörter ans Ziel bringen, lässt Typoman oftmals nur eine korrekte Antwort zu, selbst wenn aus den gegebenen Buchstaben andere passende Wörter gebildet werden könnten. Das ist besonders schade, weil die Vielfalt der Nutzwörter im gesamten Spiel nicht besonders groß ist und sich die zu bildenden Anagramme bis auf wenige Ausnahmen schnell wiederholen. Solltet ihr dennoch nicht weiterwissen, rettet euch die Hilfsfunktion. Die versteckt das nötige Wort in einem Satz. Wenn ihr es dann immer noch nicht findet, hebt es ein zweiter Klick farbig hervor.

Zeitschleife

Da die Hilfe nicht zeitlich begrenzt oder eingeschränkt ist und ziemlich direkt auf die richtige Lösung verweist, ist es oft zu verlockend, gleich nach dem zweiten gescheiterten Versuch darauf zurückzugreifen. Mangelnde Disziplin verdirbt da schnell den Spielspaß. Ähnlich nervig wie die direkt aufblinkende Lösung sind einige Jump-’n’-Run-Passagen, die sich nur durch schier endloses Trial and Error lösen lassen. Jeder neue Anlauf kostet Nerven und lässt die Lust am Spiel sinken, auch wenn danach vielleicht ein spannendes Rätsel wartet. Doch selbst die verlangen gelegentlich unzählige Versuche.

Typoman - Launch Trailer
Anlässlich der Veröffentlichung von Typoman gibt es hier den Launch-Trailer für euch.

Wenn die Atmosphäre durch mechanisch hallende Klänge düster und dicht wird, bahnt sich Grauenhaftes an. Metallisch kreischende Lettern formen aus dem Wort „DOOM“ ein verzerrtes Monster, das Hero an den Kragen will. Dann heißt es schnell reagieren und die vorhandenen Buchstaben zu einem Lichtblick in der Dunkelheit formen: „LOVE“, „KIND“ oder „BRAVE“ … Wörter der Barmherzigkeit sind oftmals die Rettung vor den grausam schreienden Kreaturen, die euch ans Leder wollen. Leider gibt euch das Spiel in solchen Szenen oft keine Zeit zum Überlegen und so sterbt ihr gefühlt tausend Tode, bis euch die richtige Lösung ins Auge springt und ihr die Schrecken der düsteren Welt besiegen könnt.

Fazit

Antonia Seitz - Portraitvon Antonia Seitz
Irgendwie anders, aber immer das Gleiche

Die Idee, das Art-Design und die Atmosphäre von Typoman sind fantastisch. Es wird damit gespielt, wie die Form, aber auch der Klang und natürlich die Bedeutung bestimmter Buchstaben und Wörter bereits Bedrohlichkeit signalisieren. Wortspielliebhaber werden hier sicher die eine oder andere Perle finden. Das Gameplay hingegen nutzt sich viel zu schnell ab, die Lösungswörter wiederholen sich zu oft. Der Levelaufbau ist zwar abwechslungsreich, aber durch nervige Trial-and-Error-Passagen geht an einigen Stellen auch für Jump-’n’-Run-Profis der Hüpfspaß verloren. Typoman eignet sich am ehesten als kurze Abwechslung von den üblichen quietschbunten Wii-U-Titeln.

Überblick

Pro

  • tolle Atmosphäre
  • düsterer Soundtrack
  • bezauberndes Art-Design
  • spannende Hüpfabschnitte

Contra

  • nervige Trial-and-Error-Passagen
  • sehr kurz
  • zu einfache Hilfestellung
  • kaum kreativer Freiraum
  • geringe Wortauswahl
  • nur auf Englisch
  • teilweise hakelige Steuerung
  • gelegentliche Ruckler, die den Spielverlauf stören
  • teilweise sehr lange Ladezeiten

Wertung

  • WiiU
    5.5
    /10