Test

Turbo: Die Super-Stunt-Gang

Fun-Racer im Schneckengang

  • PS3

Spiele zu aktuellen Kinofilmen haben nicht den besten Ruf. Obwohl in der jüngeren Vergangenheit einige wirklich gelungene Adaptionen erschienen sind, ist die Skepsis gegenüber dieser Spezies immer noch groß. Das Spiel zum Kinofilm "Turbo: Die Super-Stunt-Gang" haben wir kritisch unter die Lupe genommen. In unserem Test klären wir euch über die Stärken und Schwächen des Fun-Racers auf.

Es liegt natürlich nahe, aus dem Film um die Rennschnecke Turbo einen Fun-Racer zu stricken. Das haben sich wohl auch die Entwickler von Vicious Cycle Software gedacht. Wer nun allerdings einen direkten Konkurrenten zu Nintendos Mario Kart erwartet, liegt nicht ganz richtig. In Turbo: Die Super-Stunt-Gang geht es nicht um die besten Position in einem klassischen Rennen. Vielmehr tummeln sich die süßen Schnecken in abgesteckten Arenen, in denen sie Kunststücke vollführen, Aufgaben erledigen und auf Punktejagd gehen.

Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 1Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 2Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 3

Micro Machines mit Schnecken?

Anstatt auf einer Rennstrecke findet sich Turbo oder auch einer der anderen drei Charaktere aus dem Film in einem kleinen abgegrenzten Bereich wieder. Teppichboden statt Asphalt, Wäschekorb statt Sprungschanze. Auf den ersten Blick erinnert die Spielumgebung ein wenig an das gute alte Micro Machines. Die Schnecken bewegen sich überwiegend in häuslicher Umgebung und versuchen euch dort mit ihren Tricks und Spezialaktionen zu unterhalten. Damit ihr nicht einfach planlos durch das Wohnzimmer heizen müsst, stellt euch das Spiel zuvor ein paar Aufgaben, die es zu bewältigen gilt.

Sonderlich kreativ sind die einzelnen Aufgaben jedoch nicht ausgefallen: Erreiche 2.500 Punkte, mache einen Slide, springe über einen bestimmten Gegenstand oder sammle die Buchstaben des Wortes TURBO auf. Erfüllt ihr möglichst viele der gestellten Aufgaben, belohnt euch das Spiel mit Punkten. Habt ihr genügend Punkte auf eurem Konto, dann schaltet ihr damit neue Levels frei oder neue Charaktere. Zu Beginn des Spiels steht euch nämlich nur eine magere Auswahl von vier Rennschnecken zur Verfügung.

Turbo: Super Stunt Squad - Global Gamers Day 2013 Trailer

Den Vorwurf, dass es nicht genügend Kram zum Freischalten gibt, muss sich Turbo: Die Super-Stunt-Gang nicht gefallen lassen. Immer wieder bekommt ihr neben neuen Schauplätzen und Spielfiguren auch hilfreiche Tuning-Erweiterungen. Diese verbessern die Charaktereigenschaften der Schnecken. Den Tricks kommt im Spiel eine besondere Bedeutung zu. Durch das Gedrückthalten der Kreis-Taste und das Bewegen des linken Sticks können die Schnecken in der Luft ihre Kunststücke vollbringen, die dann mit Punkten belohnt werden. Dabei ist es allerdings wichtig, nicht zu übertreiben, sonst machen die Schnecken schnell eine Bauchlandung.

Behäbige Steuerung sorgt für Verdruss

Mit zunehmender Anzahl an durchgeführten Tricks füllt sich eine Spezialleiste. Ist die Leiste voll, kann die Schnecke ihre Spezialfähigkeit einsetzen. Dabei handelt es sich um einen besonders spektakulären Stunt, der bei jeder Schnecke anders ausfällt. Trotz der Spezialfähigkeiten haben die Schnecken aber gegenüber den wendigen Micro Machines einen klaren Nachteil: Sie sind Schnecken! Leider steuern sie sich auch so. Ein richtiges Geschwindigkeitsgefühl kommt nie auf. Trotzdem hat man die süßen Kriechtiere nicht richtig unter Kontrolle, denn sie sind so geschmeidig in der Bewegung wie ein Panzer.

Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 1Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 2Turbo: Die Super-Stunt-Gang Bild 3

Irgendwie kracht man immer ungewollt gegen eine Ecke oder fällt von der Klippe. Es bedarf schon einer gewissen Einarbeitungszeit, bis es gelingt, die Schnecken einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Jüngere Spieler, die wohl die Zielgruppe von Turbo: Die Super-Stunt-Gang darstellen, könnten schnell frustriert reagieren. Zu ungenau die Steuerung, zu viele Bauchlandungen, zu träge die Reaktion der Schnecken auf die Eingaben des Spielers. Da ist Ärger programmiert. Erwachsene Spieler hingegen rollen schon nach der ersten Runde mit den Augen. Die lockeren Sprüche der Hauptfiguren sind dafür einfach zu sehr "echt voll krass".

Mit Tutorial auf die Piste

Dringend zu empfehlen ist auf jeden Fall das Tutorial, das die Feinheiten des Spiels erläutert. Wenn ihr nicht ganz ziellos durch die Miniarenen flitzen wollt, solltet ihr hier zuvor ein paar Minuten eurer Zeit investieren. Die Einleitung klärt euch über die verschiedenen Techniken wie Sprünge, Slides, Tricks oder den Einsatz von Spezialeigenschaften auf. Habt ihr das Tutorial durchlaufen, geht ihr zumindest einigermaßen gut vorbereitet ins Schneckenrennen.

Ein Lob gibt es für den Zwei-Spieler-Modus. Mit einem Kollegen könnt ihr gleichzeitig an einer Konsole spielen. In diesem Fall wird der Bildschirm geteilt. Das geht zwar ein wenig zulasten der Übersicht, dennoch macht Turbo: Die Super-Stunt-Gang so noch am meisten Spaß.

Fazit

Rennspielgurke ohne Dreamworks-Charme

Die übliche Lizenzspielskepsis hat mal wieder gezeigt, dass sie durchaus ihre Berechtigung hat. Der Dreamworks-Charme hat sich auf Turbo: Die Super-Stunt-Gang nicht übertragen. Im Gegenteil: Die Rennschnecken verhalten sich derart nervig, dass man die Konsole am liebsten schon nach wenigen Minuten wieder ausschalten möchte. Das liegt nicht nur an den pseudocoolen Kommentaren, sondern vor allem an der trägen Steuerung. Trotz des langsamen Spieltempos fällt es schwer, die Schnecken in der Spur zu halten. Mittlerweile ist die Konkurrenz im Bereich der Fun-Racer so groß, dass es für das Dreamworks-Rennspiel noch nicht einmal zu einem Platz im Mittelfeld reicht.

Überblick

Pro

  • offizielle Dreamworks-Lizenz
  • viele freischaltbare Objekte
  • gutes Tutorial
  • Modus mit geteiltem Bildschirm

Contra

  • träge und ungenaue Steuerung
  • nervige Kommentare der Figuren
  • altbackene Grafik
  • geringe Charakterauswahl
  • kein echtes Geschwindigkeitsgefühl

Wertung

  • PS3
    4.0
    /10
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