Test

Tropico 4

Aufbauspaß in der Karibik

  • PC

In diesem Jahr feiert die Aufbauspielserie Tropico ihren zehnten Geburtstag. Publisher Kalypso Media nimmt dies zum Anlass, um die mittlerweile vierte Episode auf den Markt zu bringen. Diese soll die Fehler aus dem direkten Vorgänger vergessen und deutlich mehr Spaß machen. Eine gewagte Behauptung, der wir natürlich umgehend nachgegangen sind.

Im Jahre 2001 veröffentlichte der Publisher Take 2 Interactive das Aufbauspiel Tropico für den PC. Das Spielprinzip rund um den Aufbau und die Bewirtschaftung einer Stadt war schon damals nicht neu – das teilweise recht witzig inszenierte Karibikszenario schon. Der Nachfolger fiel diesbezüglich etwas aus der Rolle und konfrontierte uns mit den Bedürfnissen und dem Leben raubeiniger Piraten. Seit dem dritten Teil kümmert sich der Entwickler Haemimont Games um die Serie und brachte sie wieder in die Karibik zurück – wenn auch mit einigen kleineren Macken. Diese soll jetzt Tropico 4 vergessen machen.

In den ersten Minuten des Spiels kommen jedoch einige Zweifel auf, ob dieses Unterfangen überhaupt von Erfolg gekrönt sein kann. Zunächst wirkt alles sehr vertraut, die Spielmechanik bleibt im Kern nahezu unangetastet und auch das leicht abgedrehte Szenario in der tropischen Karibik behalten die Entwickler bei. Doch bereits kurze Zeit später offenbart Tropico 4 seine neuen Stärken, sodass es den ohnehin schon guten Vorgänger sogar noch etwas übertrifft.

Ich weiß genau, was ich tue

Bevor wir auf diese Neuerungen konkret eingehen, wollen wir an dieser Stelle kurz das Spielprinzip erklären. Es gibt immerhin wohl noch so einige Leute, die bisher keine Episode der Serie zu Gesicht bekommen haben. Alles dreht sich darum, dass ihr in die Rolle von El Presidente schlüpft, dem Staatsoberhaupt eines kleinen karibischen Inselstaates. Als solches müsst ihr euch sowohl um die Bedürfnisse eurer Untertanen als auch die Infrastruktur, die Politik, die Wirtschaft und viele andere Aspekte kümmern, die nun mal auf den Schultern eines Herrschers lasten. Glücklicherweise stehen euch einige Berater zur Seite, die euch mit ihren Hinweisen den richtigen Weg zeigen oder schwere Entscheidungen abnehmen.

Tropico 4 - Staaart! Die ersten 10 Minuten des Tutorials

Apropos Entscheidungen: Diese spielen in Tropico 4 eine große Rolle und sorgen somit für mehr Spannung im Spielverlauf. Ihr werdet sowohl während der 20 Missionen umfassenden Kampagne als auch im Endlosspiel immer wieder mit Vertretern verschiedener Fraktionen und deren Wünschen konfrontiert. So verlangen beispielsweise die Kapitalisten, dass ihr den Export von Tabak ankurbelt, während eine russische Agentin die Lieferung einer bestimmten Menge Erz fordert. Auch Umweltschützer melden sich zu Wort und wollen, dass ihr einen Erlass für die Vermeidung von Müll unterschriebt. Und da wären ja noch die Loyalisten, die Geistlichen, die Gebildeten und, und, und.

Kommt ihr einer dieser Forderungen nach, die oftmals mit einer Aufgabe (beschaffe Waren, erziele Exporteinnahmen etc.) verknüpft sind, steigt euer Ansehen bei der jeweiligen Fraktion. Allerdings kann dies zur Folge haben, dass ihr es euch mit anderen Gruppen verscherzt – es erwartet euch demnach ein diplomatischer Balanceakt. Zudem gibt es andere Entscheidungen, die sich direkt auf das Spielgeschehen auswirken. Ein Beispiel: Eine Mine stürzt ein und zahlreiche Bergleute sind verschüttet. Es liegt nun an euch zu entscheiden, ob ihr Hilfsgüter von anderen Nationen annehmt oder die Sache selbst in die Hand nehmt. Jede dieser Aktionen zieht Konsequenzen nach sich, was die ganze Angelegenheit natürlich interessanter macht – und damit auch einen Tick unterhaltsamer als den Vorgänger.

 -