Preview - Tropico 2: Die Pirateninsel : Tropico 2: Die Pirateninsel

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Tropico 2: Die Pirateninsel
Ab und an gibt es hübsche Zwischensequenzen.

Vom Baumstamm zum Piratenschiff
Auch die Industrie kommt nicht zu kurz, auch wenn Handel in diesem Spiel kein Thema ist, schließlich wollt ihr ja die Schiffe anderer Nationen ausrauben und nicht brav auf dem Marktplatz hocken. So gibt es dann auch ein paar Produktionsketten, deren Produkte hauptsächlich dem Wohlbefinden der Piraten dienen, wobei diese recht einfach gehalten sind. Aus Zuckerrohr wird in der Brennerei Rum, aus Getreide Bier und aus Tabak natürlich Zigarren. Und aus Holz werden natürlich Schiffe in unterschiedlichen Größen gebaut. Je größer die Schiffe sind, desto mehr Beute machen diese natürlich, bringen mehr Gefangene und sind länger unterwegs, nämlich solange die Vorräte an Bord reichen.

Kapitäne mit Erfahrung gesucht
Kein Wunder, dass sich die Kapitäne, die sich mit der Zeit auf eurer Insel tummeln, um die Schiffe fast schlagen. Natürlich schnappen sich die besten Kapitäne auch die größten Schiffe, manueller Eingriff seitens des Spielers ist möglich. Bevor ein Schiff auf die Reise geht, könnt ihr zudem noch Vorgaben hinsichtlich der zu befahrenden Regionen, die unterschiedlich schwer sind, und der zu erzielenden Beute treffen, nämlich ob lieber auf Beutejagd gegangen werden soll oder Gefangene herankarrt werden sollen. Frischgebackene Kapitäne könnt ihr beispielsweise in recht leichte Gebiete schicken, damit sie erst mal Erfahrung sammeln. Hierzu dient eine strategische Karte, auf der die Karibik in mehrere Zielgebiete eingeteilt ist. Bei den Zielvorgaben ist vieles möglich, ihr könnt sogar gezielt nach Fachkräften wie Destillateure oder Papageientrainer suchen, denn natürlich will jeder Kapitän solch eine gefiederte Quasselstrippe auf der Schulter haben. Natürlich könnt ihr auch versuchen, bei den Raubzügen reiche Bürger einzusacken, um für selbige Lösegeldforderungen zu stellen.

Tropico 2: Die Pirateninsel
Für Speis und Trank ist hier gesorgt.

Die besagten Kapitäne sind allesamt einzigartige Charaktere mit jeweils eigener Grafik, aber auch eigener Geschichte und individuellen Fähigkeiten. Zudem sammeln die Kapitäne im Laufe der Zeit Erfahrung, bringen mehr Beute heran und kriegen hübschere Häuser, auf der anderen Seite wachsen damit aber auch die Ansprüche. Ab und zu verschaffen euch die Erfolge eurer Kapitäne aber auch Ärger, denn es kann gut passieren, dass eine Nation auf euer Nest stößt und euch ausräuchern will. Wohl dem, der eine schlagkräftige Truppe zur Verteidigung hat. Zusätzlich gibt es noch Ausbildungsmöglichkeiten für eure Piratenschar, um deren Fähigkeiten zu verbessern.

Alles fest im Griff
Gesteuert wird die ganze Sache durch ein übersichtliches grafisches Interface, welches stark jenem aus dem ersten Teil ähnelt. Zahlreiche Info-Funktionen, Statistiken und farbige Karten halten euch über die Entwicklung eurer Piratensiedlung auf dem Laufenden. So ziemlich alles auf der Insel und im Wasser ist anklickbar und liefert euch Feedback, ebenso wie die Sprechblasen über den Personen auf eurer Insel, welche wiederum deren Wünsche und Vorhaben verdeutlichen. Frog City hat einiges vom Mikromanagement entschlackt, auch folgen die Gefangenen brav den angelegten Straßen.

Insgesamt bietet 'Tropico 2' eine Menge an Aktivitäten und Spieltiefe. Ausreichend Gefangene für Farmen und Industrie sowie Fachkräfte werden benötigt und müssen eingeteilt und unter der Fuchtel gehalten werden. Piraten müssen bewaffnet und mit Schiffen ausgerüstet werden, wollen aber auch Unterhaltung. Gebäude und Schiffe sind zu bauen, Raubzüge zu planen, und so weiter und so weiter. Wer sich dabei langweilt, ist selber schuld.

Tropico 2: Die Pirateninsel
Das Vergnügen steht an oberster Stelle.

Karibische Klänge
Auf der grafischen Seite wird auch mit der neuen Engine eine enorme Detailverliebtheit präsentiert. Überall wuseln eure Piraten und Gefangenen durch die Stadt, dazu noch nett und liebevoll animiert. In allen drei Zoomstufen macht die Sache einen runden Eindruck. Hinzu kommen hübsche Zwischensequenzen, die bei besonderen Ereignissen wie beispielsweise einer Invasion abgespielt werden. Passend dazu sorgt die Soundkulisse für schicke karibische Piratenatmosphäre. Stilgerechte Dialekte und markige Kommentare der Kapitäne sind ebenso vorhanden wie passende Umgebungsgeräusche zu den Gebäuden und allem was dazu gehört. Untermalt wird das Ganze von karibischer Musik.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Konnte 'Tropico' seinerzeit schon etliche Spieler begeistern, wird der Nachfolger beim Aufbau-Strategie-Klientel wohl offene Türen einrennen. Das Spiel hat einfach alles, was das Herz begehrt, zumal sich Frog City erfreulicherweise nicht zu stark am Vorgänger anlehnt, sondern versucht, eigenständig zu agieren: Eine detailreiche Grafik, ein originelles Setting, reichlich Spielumfang und eine nicht zu unterschätzende Spieltiefe, ohne zu sehr in Mikromanagement und Fummelei auszuarten. Das Ganze dazu noch präsentiert mit einem Augenzwinkern und vorbildlichen Statistik-Funktionen sowie altbewährtem Interface dürfte locker reichen, um eine Menge Fans an den Rechner zu locken.  

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