Test - Tourist Trophy : Tourist Trophy

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Ein Motorradspiel aus den Händen der 'Gran Turismo'-Macher? Eigentlich steht bereits der Name von Polyphony Digital für hohe Qualität und massig Racing-Spielspaß. Was sollte also bei 'Tourist Trophy' schon schief gehen? Falsch gedacht, denn dreistes Streckenrecycling und Abzüge in der B-Note bringen den PS2-Titel teilweise ordentlich ins Schleudern.

Die Voraussetzungen für ein grandioses Rennspiel auf zwei Rädern sind geradezu ideal. Immerhin haben die Jungs von Polyphony Digital in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, dass sie reichlich PS-Spielspaß auf den Bildschirm zaubern können – zuletzt mit 'Gran Turismo 4'. Warum also nicht auf dem bewährten Fundament aufbauen, etwas Motorradphysik einbauen und schon ist der nächste Hit fertig? Ganz so einfach ist es allerdings nicht, denn leider haben die Entwickler bei der Ausführung etwas geschlampt.

Riesige Auswahl

Doch schön der Reihe nach. Auf den ersten Blick hat 'Tourist Trophy' alles, was ein Spiel dieser Art bieten sollte. Das fängt bereits bei der gigantischen Auswahl der Motorräder an. Rund 120 Zweiräder stehen euch insgesamt zur Verfügung – vorherige Freischaltung vorausgesetzt. An Variantenreichtum mangelt es dabei nicht, denn ihr bekommt nicht nur rassige Rennmaschinen aus dem Hause Yamaha, Ducati oder BMW der 1000ccm-Klasse serviert. Echte Liebhaber erfreuen sich beispielsweise auch an den klobig wirkenden Motorrollern, die eher behäbig über den Asphalt knattern. Überhaupt ist es positiv anzurechnen, dass die Entwickler die schwachbrüstigen Räder bis runter zur 125ccm-Klasse ebenfalls berücksichtigt haben. Polyphony Digital beweist in dieser Kategorie, dass sie ihr Handwerk bestens verstehen. Die Vehikel unterscheiden sich nicht nur optisch und in Bezug auf die Geschwindigkeit, sondern fühlen sich merklich anders an. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ihr mit einem trägen Motorroller oder einer giftigen Suzuki-Rennmaschine unterwegs seid – sowohl bei der Beschleunigung als auch in der Kurvenlage. Daumen hoch!

Damit ihr das Handling der Maschinen möglichst schnell verinnerlicht, absolviert ihr zu Beginn der Karriere zunächst die aus 'Gran Turismo' bekannten Lizenzprüfungen. Im Rahmen dieser Übungen lernt ihr den korrekten Einsatz der Vorder- und Rückradbremse, optimale Beschleunigung sowie das korrekte Fahrverhalten in engen Kurven. Diese Übungen müsst ihr auf verschiedenen Motorrädern bestehen, bevor es mit den eigentlichen Wettkämpfen weitergeht. Schade, dass es die Testfahrten ausschließlich im Karrieremodus gibt und nicht als frei anwählbare Option im Hauptmenü. Dort wartet lediglich noch ein Arcade-Modus, der euch zu kurzweiligen Quick-Races, Zeitrennen oder einer Multiplayer-Partie einlädt – doch dazu später etwas mehr. Zurück zur Karriere: Bevor ihr auf die Strecke dürft, könnt ihr optional ein wenig an den Einstellungen eures Gefährts schrauben. Allerdings kommt bereits hier das erste Gefühl von Enttäuschung auf. Allzu viele Möglichkeiten habt ihr nicht: So legt ihr beispielsweise fest, mit welcher Reifenmischung oder welcher Körperhaltung ihr fahren wollt. Letzteres ist beispielsweise wichtig, wenn ihr eine Strecke mit vielen Kurven in Angriff nehmt, die primär mit starker Innenlage genommen werden. Sehr viel mehr gibt es aber leider nicht.

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