Test - Total War: Rome II : Epische Echtzeitschlachten

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„Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück“, soll Kaiser Augustus angesichts der verheerenden Verluste seiner Römer im Teutoburger Wald ausgerufen haben. Wenn Varus allerdings mit ebenso dämlichen Truppen zu kämpfen hatte, wie sie im jüngsten Teil der Taktikserie an die Front rücken, war die Niederlage kein Wunder.

Für Total-War-Veteranen gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht von der Testfront. Die schlechte zuerst: Eure Truppen und Gegner verhalten sich auch in der neuesten Fortsetzung der altehrwürdigen Serie so tollpatschig wie gewohnt. Die Gute: Rome II macht trotzdem eine Menge Spaß - weil es enorm viel zu entdecken gibt, weil die Schlachten filmreif inszeniert werden, weil Steuerung und Einstieg komfortabler ausfallen als je zuvor und weil der Nur-noch-eine-Runde-Effekt wieder voll durchschlägt.

Viel verbessert, viel zu tun

Vergleicht man Rome II mit dem direkten Vorgänger Shogun II, fällt der jüngste Teil der Total-War-Serie vor allem deutlich umfangreicher aus. Es gibt neun Fraktionen (zwölf für Vorbesteller), die sich alle unterschiedlich spielen und euch vor ganz eigene Herausforderungen stellen. Über 700 Truppentypen warten auf ihren Einsatz, wo zuvor nur 50 gegeneinander antraten. Und statt des alten Japan steht euch die ganze Welt der abendländischen Antike offen. Ihr könnt Rom von der kleinen Republik zum mächtigen Kaiserreich ausbauen, euch mit den Ägyptern auf einen Eroberungsfeldzug durch Nordafrika begeben oder die barbarischen Stämme des Nordens zum Schlag gegen Karthago führen.

Ob ihr dabei nach militärischer Dominanz strebt oder eher auf wirtschaftlichem oder kulturellem Gebiet die Führungsrolle übernehmen wollt, bleibt ganz euch überlassen. Wie zuvor kontrolliert ihr nicht nur die Armeen eures Staats, sondern kümmert euch nebenbei auch um den Ausbau eurer Siedlungen, Diplomatie und Handel. Dabei verwaltet ihr eurer Reich auf einer globalen Übersichtskarte (Strategie) und tragt Begegnungen zwischen zwei Armeen in Echtzeitgefechten (Taktik) aus.

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Die Macher von Creative Assembly haben vor allem zwei Spielbestandteile erweitert und verbessert. Erstens die Schlachten. Dort ist neu, dass die in Gruppen von einem Dutzend bis 200 Soldaten eingeteilten Truppen nicht mehr nur Mann gegen Mann kämpfen können, sondern dass auch mehrere Streiter auf einen Gegner eindreschen dürfen. Klingt belanglos, hat aber ganz massive Auswirkungen: Flankenangriffe und Zangenbewegungen gestalten sich dadurch noch effektiver, cleveres Taktieren wird also stärker belohnt als früher. Außerdem können nun auch Matrosen in Landgefechte eingreifen, indem sie Feinde wahlweise von See aus beschießen oder von Bord gehen, um dann als Infanterie weiterzukämpfen.

Der zweite Bereich, in dem sich viel getan hat, ist die Reichsverwaltung. Die geht nun wesentlich schneller und komfortabler von der Hand, da ihr euch nicht mehr durch einzelne Städte klicken müsst. Vielmehr werden eure Siedlungen zu Provinzen zusammengefasst, die ihr als Ganzes kontrolliert. So könnt ihr über ein einfaches Menü neue Bauwerke in Auftrag geben, die euch im Endeffekt Ressourcen für frische Rekruten einbringen, den Steuersatz festlegen oder neue Einsatzgruppen aufstellen.

Zu den weiteren Detailverbesserungen zählt etwa, dass nun nicht mehr nur einzelne Einheiten, sondern ganze Armeen an Erfahrung gewinnen und ihr somit im Spielverlauf Spezialisten ausbilden könnt. Während ihr beispielsweise die erste Legion mit Kavallerie und Bewegungsboni zur schnellen Eingreiftruppe heranzüchtet, legt sich eure zweite Kampfgruppe auf Belagerungsschlachten fest. Die sind nicht mehr so zahlreich, weil nur noch Provinzhauptstädte von Mauern umgeben sind, kleinere Dörfer nicht mehr.

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