Preview - Total War Battles: Kingdom : Attilas kleiner europäischer Bruder

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Die Total-War-Reihe hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem sie zunächst in den Händen von Electronic Arts war, wanderte sie über Activision schließlich 2005 zu SEGA. Dort hat die Serie seither einige Ableger erlebt. Total War Battles: Kingdom ist der Nachfolger des Free-to-play-Titels Total War Battles: Shogun und im Gegensatz zum kürzlich erschienenen Total War: Attila eine sehr viel kleinere Produktion. Wir haben uns die geschlossene Beta dieses Strategiespiels angeschaut und verraten euch, ob sich der Ausflug ins europäische Mittelalter lohnt.

In Total War Battles: Kingdom übernehmt ihr die Rolle eines Herrschers im Europa des 10. Jahrhunderts. Ihr habt euer eigenes Schloss mit dazugehörigen Ländereien, die allerdings im letzten Winter etwas heruntergekommen sind. Euer Vasall hilft euch dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um euer kleines Königreich wieder auf Vordermann zu bringen. In einem sehr anschaulichen Tutorial lernt ihr auch gleich ein sehr wichtiges Feature des Spiels kennen: das Formen der Landschaft.

Bevor ihr eure Felder bestellen, Einheiten bauen und Minen ausbeuten dürft, ist es nämlich manchmal notwendig, das Terrain umzugestalten. So müssen Ebenen trockengelegt, Flüsse begradigt, Bäume gefällt oder Bereiche geflutet werden. Das ist zum Beispiel notwendig, um Getreidefelder mit genügend Wasser zu versorgen oder Baugrund zu schaffen. Nach dem gut gemachten Tutorial sollten keine Fragen mehr offen sein. Allerdings ist die Steuerung allgemein etwas umständlich. Bis ihr euch in den Einheitenbau und die Aufstellung eingearbeitet habt, vergeht etwas Zeit.

Mit Gottes Beistand

Eure Feinde greifen euch nicht in Echtzeit an, sondern warten in Form von Kampfaufträgen auf euch. So habt ihr genügend Zeit, eure Vorbereitungen zu treffen. Um ein Gefecht einzuleiten, nehmt ihr besagte Aufträge an. Dann wechselt das Spiel von der normalen Übersichtskarte in den Kampfmodus. Dort seht ihr lediglich das Schlachtfeld und eure ins Feld geführten Truppen und es wird sehr taktisch. Eure Schlachtformation ist entscheidend für den Ausgang von Konflikten. So wie auch im ersten Szenario, in dem ihr einer kleinen Horde Banditen auf Pferden gegenübersteht.

In dieser Schlacht ist es für euch von Vorteil, wenn ihr eure Speerkämpfer in die erste Reihe stellt, um die Kavallerie eures Feindes auszuschalten. Würdet ihr der Kavallerie nämlich normale Fußsoldaten mit Schwert und Schild entgegenstellen, dann würden diese schnell überrannt. Durch geschicktes Taktieren und Aufstellen setzt ihr die Fähigkeiten eurer Einheiten wirkungsvoll ein. Hier kommen auch die Spezialfähigkeiten der Artefakte ins Spiel, die ihr in der Kirche erhaltet. Beispielsweise die Lanze von Longinus: eine Reliquie, mit der ihr die Schussgenauigkeit eurer Truppen erhöht und verhindert, dass sie auch eigene Einheiten treffen. Auch taktische Kniffe können euch in der Schlacht helfen, wie etwa die Provokation von gegnerischen Truppen.

Leider sind die Kämpfe etwas statisch, da sich eure Truppen auf festgelegten Linien bewegen. Das macht die Kämpfe ziemlich unflexibel und ihr dürft euch darüber aufregen, wie eure Einheiten dahingerafft werden, nur weil sie nicht so schnell nach links oder rechts quer über das Feld gehen können oder einfach nur dastehen und Pfeile fressen. Ist die Schlacht vorüber, warten Beute und Erfahrungspunkte auf euch. Die dürft ihr in die fortwährende Entwicklung und die Ausrüstung eurer Einheiten stecken.

Total War Battles: Kingdom - Open Beta Trailer (dt.)
Anlässlich des Starts des offenen Betatests des Free-to-Play-Ablegers gibt es hier einen neuen Trailer für euch.

Ränge für den Lord

Auch euer Lordrang erhöht sich, was euch Zugriff auf neue Einheiten und Gebäude gibt. Das macht Siege umso erstrebenswerter und erhöht das Belohnungsgefühl. Sich eine schlagkräftige Armee aufzubauen ist der höchste Motivationsfaktor, denn ansonsten eilt ihr nur von Aufgabe zu Aufgabe: Bestellt ein Feld, holzt Bäume ab, baut Slums, erhöht euren Lordrang.

Das Szenario wird schnell zur Nebensache und ist auch ansonsten nur begrenzt von Belang. Die Spielgrafik ist zweckmäßig und eher detailarm. Wie bei Free-to-play-Titeln üblich habt ihr die Möglichkeit, durch den Kauf der Spielwährung die Vorgänge zu beschleunigen. Habt ihr nämlich Gold, könnt ihr eure Einheiten schneller aufwerten und so bessere Schlachten schlagen, die wiederum mehr Erfahrungspunkte geben. Vorteile gibt es damit nur minimal, doch bleiben euch durch den Einsatz von Gold nervig lange Wartezeiten erspart.

Fazit

Sascha Sharma - Portraitvon Sascha Sharma
Ausgebremster Spielspaß

Mir hat Total War Battles: Kingdom mit seinen beiden abwechslungsreichen Spielmodi Spaß gemacht. Der Wechsel zwischen der Aufbauphase und den Kämpfen ist motivierend und weckt schnell die Lust auf Expansion und Machtvergrößerung. Auch das Levelsystem und das Entdecken immer neuer Einheiten und Gebäude packt einen. Was störte, war die etwas umständliche Bedienung in beiden Modi. Es dauert eine Weile, bis man alle Abläufe verstanden hat, und der Kampfmodus ist mir allgemein zu unflexibel. Zwar gibt es keine spielerischen Vorteile, wenn ihr reales Geld in Gold investiert, doch beschleunigt das Bezahlen viele unnötig lange Vorgänge. Wer fortwährend weiterspielen möchte, dessen Spielspaß wird ohne Bares gehörig ausgebremst. Wir hoffen außerdem, dass zum Release noch eine komplett eingedeutschte Version kommt.

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