Test - Tom Clancy’s Splinter Cell: Double Agent : Spiel’s noch mal, Sam.

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Gelernt ist Gelernt

Am eigentlichen Spielgeschehen hat sich bei ’Splinter Cell: Double Agent' hingegen kaum etwas verändert, Kenner der Reihe fühlen sich also sofort wie zu Hause. Nach wie vor soll der Held weniger als Rambo, sondern vielmehr als Schatten agieren – ihr müsst euch also möglichst in der Dunkelheit oder wenigstens in Verstecken bewegen, um den Feinden auszuweichen, sie unauffällig per Würgegriff auszuschalten oder im Notfall eure Betäubungspistole einzusetzen. Nur in Ausnahmefällen solltet ihr euch den Weg freiballern. Wer Letzteres will, kann dies zwar meist tun, wird aber mit Vertrauensentzug, der Enthaltung von Bonus-Gadgets und einer schlechteren Wertung am Missionsende bestraft.. Nett ist dagegen die Sekundärfunktion der Pistole, mit der ihr Lampen und Ähnliches per Elektroimpuls ausschalten könnt, ohne Munition zu verschwenden. Wie es sich für Sam Fisher gehört, hat er außerdem das eine oder andere Agenten-Gadget in der Tasche, hantiert mit diversen Sichtfiltern herum und muss auch mal eine Tür vorsichtig öffnen, Code-Wörter von einem Gefangenen erpressen, einen Computer hacken oder ein Schloss knacken. Letzteres wurde auf der PS3 etwas verändert: Da der SixAxis-Controller zwar über eine Bewegungserkennung, jedoch über keine Rumble-Unterstützung verfügt, müsst ihr das Schloss mittels Kippen des Controllers knacken. Leider funktioniert dies weit weniger gut als das bisherige System. Außerdem könnt ihr Sam auf Tauchgängen mittels SixAxis-Kippen im Wasser ausrichten, was aber ebenfalls nicht sonderlich gut von der Hand geht.

Ein großer Reiz von Sams Agentenarbeit rührt von den Levels her, die den Entwicklern auch in ’Double Agent’ sehr gelungen sind. Erfreulich, dass ihr diesmal nicht ständig per Nachtsicht herumschleichen müsst, sondern auch mehr oder weniger helle Orte erkundet, wie etwa die Antarktis bei Tag, ein gut ausgeleuchtetes Gefängnis oder einen Tanker im Schneegestöber. Darüber hinaus entert ihr unter anderem ein Luxushotel während einer Silvesterparty inklusive die Umgebung erleuchtendes Feuerwerk, beweist eure eisernen Nerven bei brenzligen Flugmanövern sowie beim Fallschirmspringen und schreckt auch vor einem Abstecher in einen nahöstlichen Krisenherd nicht zurück. Ebenfalls ein Plus sind die verschiedenen Möglichkeiten, mit denen ihr die Aufgaben lösen könnt. Um beispielsweise von einer Wäscherei in ein oberhalb gelegenes Appartement zu kommen, könnt ihr euch einfach den Weg freischießen und den Lift nehmen. Oder aber ihr umgeht die Wachen durch einen Bodenschacht. Andere Spieler legen lieber den Strom per Sicherungskasten lahm und schleichen sich so im Dunkeln zum Ziel. Andere hingegen halten einfach die Augen offen und nutzen einen unbewachten Tunnel, um locker und sicher nach oben zu klettern. Weniger positiv ist hingegen der unausgewogene Schwierigkeitsgrad: So dürften Neulinge gleich an der ersten Mission kräftig zu knabbern haben, zumal ein trainingsähnlicher Spielabschnitt (abseits des spärlichen Trainingsmodus im Hauptmenü) erst in der dritten Mission folgt. Darüber hinaus haben es die Entwickler beim höchsten der drei wählbaren Schwierigkeitsgrade klar mit den Lauschern der recht clever agierenden Feinde übertrieben – diese hören euch oft sogar, wenn ihr euch ganz langsam an sie anschleicht. So werden auch erfahrene Spieler einige nervenzehrende Situationen erleben und den einen oder anderen Spielstand öfters laden müssen. Auch die Missionshinweise und die mäßig übersichtliche 3D-Karte sind nicht immer ein Quell der Freude. Darüber hinaus verwundert es ein wenig, dass in der PS3-Fassung einige minimale Eingriffe ins Leveldesign vorgenommen wurden: Ihr könnt euch beispielsweise nicht mehr auf das Dach der JBA schleichen und in der Villa-Mehrspielerkarte sind an einer Stelle nun die Fenster verschlossen.

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