Preview - Thief : Juwelenraub

  • PS4
Von Kommentieren

Irgendwann ist die Bude ausgeräumt und wir hüpfen durch ein Fenster im oberen Stockwerk zur Seitenstraße außerhalb des abgesperrten Häuserblocks. Teilziel erfüllt, doch den Turm haben wir noch nicht erreicht. Auch hier wimmelt es vor Wachen in den Gassen. Einen Teil können wir in den Schatten umgehen. Andere lenken wir durch eine geworfene Flasche oder eine mit einem Wasserpfeil gelöschte Fackel ab. Wieder eine andere steht praktischerweise unter einem Stapel Bretter, der an einem Seilzug hängt. Feine Sache: Ein beherzter Schuss lässt nicht nur die Bretter auf sie herunterkrachen, sondern lenkt auch noch zwei in der Nähe stehende Wachen ab.

Die Bahn ist frei, wir hangeln uns an einem Seil hoch aufs nächste Dach und haben freien Blick auf den Turm. Den wir allerdings nicht erreichen, da der uns gezeigte Missionsabschnitt hier endet. Schade, wir hätten gern noch weitergespielt. Immerhin erfreuen wir uns noch an der Missionsstatistik, die unser Vorgehen und unsere Erfolge nachvollziehbar macht - und uns vielleicht zum erneuten Spielen der Mission motiviert, um es besser zu machen.

Garrett macht Fortschritte

Seit der letzten Anspielsitzung hat sich einiges getan. Die Reaktion der Wachen hat sich um einiges verbessert, auch wenn es im Nahbereich immer noch Probleme gibt. Die Steuerung ist flüssig, wenn man sich erst daran gewöhnt hat. Ein gedrückter linker Trigger lässt uns flüssig klettern und springen – nicht übermenschlich, ein Absturz hat fast immer tödliche Folgen. Mit einem Druck auf die X-Taste huschen wir in den nächsten Schatten. Unser Inventar bedienen wir hingegen mit dem Touchpad, das durch leichten Druck geöffnet wird und uns durch Wischen das Auswählen von verschiedenen Pfeilen, Heilmitteln oder Fokusregeneration ermöglicht.

Ein Blick in die Optionen zeigt uns, dass viele Aspekte des Spiels und des Interfaces nach eigenen Vorlieben angepasst werden können. Der Fokusmodus, der uns bei Aktivierung interaktive und wichtige Objekte in der Spielwelt anzeigt, kann hier ebenso deaktiviert werden wie sämtliche Hinweissymbole, die Einsteigern das Überleben etwas einfacher machen. Selbst das Aufblinken wertvoller Objekte kann hier ausgeschaltet werden. Puristen dürfen sich also auf ein ungestörtes Spielvergnügen freuen, das auf nahezu alle HUD-Elemente oder Hilfen verzichtet. Auch muss niemand Sorge haben, dass Thief zu sehr zu einem Action-Spiel verkommt. Klar, ihr könnt Gegner töten, auch im Nahkampf, wenn es denn sein muss. Aber bei zwei oder mehr Gegnern wird das schon schwierig bis definitiv tödlich. Der Schleichaspekt nebst geschicktem Vorgehen steht hier eindeutig im Vordergrund.

Auch die Atmosphäre passt. Die düsteren Straßen im strömenden Regen sehen schick aus, untermalt von dezenter Musik und ordentlichen Umgebungsgeräuschen. Es lohnt sich, auf Schritte der Wachen zu achten und Gespräche zu belauschen, um Hinweise auf wertvolle Gegenstände zu erhalten. Ein stimmungsvolles Ambiente, allerdings reißt die PS4-Fassung optisch keine Bäume aus. Es sieht gut aus, keine Frage, aber ein Technikhöhepunkt der Next Gen wird Thief wohl nicht werden.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp

Es bleibt vielversprechend. Einen echten Next-Gen-Optik-Flash habe ich bei der Anspielsitzung zwar nicht bekommen, aber dennoch sieht Thief gut aus - ohnehin kommt es hier eher auf die spielerischen Werte an. Und die lassen weiterhin auf einiges hoffen. Vor allem gefällt mir, dass dem Spieler selbst in linearen Abschnitten immer noch viele Wege zum Lösen einer Mission offenstehen. Man muss sie nur suchen, finden und ausprobieren. Lenke ich Wachen ab, schleiche ich mich an oder stürze ich mich aus luftiger Höhe auf sie? Bahne ich mir meinen Weg durch die Kanalisation, nutze die Deckungsmöglichkeiten auf offener Straße oder bewege ich mich über die Dächer? Das macht Laune und sorgt für viel spielerische Freiheit. Einziges Manko: Die KI der Gegner hinterlässt streckenweise immer noch einen sehr durchwachsenen Eindruck, da muss Eidos Montreal bis zur Veröffentlichung auf jeden Fall noch nachbessern. Wenn die Jungs das in den Griff bekommen, wird aus Thief ein wahrhaft diebisches Vergnügen.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel