Test - The Witcher : Story und Spieltiefe vom Feinsten

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Die nicht ganz perfekte kleine Welt

Eine faszinierende Welt, die CD Project da auf die Beine gestellt hat. So natürlich und glaubwürdig hat kaum mal eine Spielwelt in diesem Genre gewirkt. Allein die Umgebungen sind fast schon einzigartig. Kinder spielen in den Straßen, Stadtwachen patrouillieren, neugierige Hunde schnüffeln euch hinterher. Überall sind Gespräche im Gange, die Bewohner folgen ihren Tagesabläufen. Ein Regenguss überrascht das bunte Treiben auf dem Marktplatz, die Bewohner stellen sich unter und fluchen über das Wetter. Gänse und Enten weichen, flatternd und quakend, euren Schritten aus. Wetter und Tageszeit wechseln fließend ohne spürbare Übergänge. Man fühlt sich wohl, neugierig wird jeder Zentimeter der Spielwelt erkundet. Wenn es überhaupt einen Störfaktor gibt, dann vielleicht der Punkt, dass CD Project mit den NPC-Modellen etwas spendabler hätte sein können. Allzu oft wiederholen sich bestimmte Gesichter und Gestalten der Randfiguren.

Zwei Haken hat die Spielwelt allerdings, bedingt durch die Spezifikation der massiv überarbeiteten Aurora-Engine. Haken Nummer eins: Ihr werdet leider nicht von Ladezeiten verschont, einmal geladene Levelabschnitte sind zwar im Speicher, aber bei jedem Betreten oder Verlassen eines Hauses wird neu geladen, was der Sache leider etwas den Spielfluss nimmt. Haken Nummer zwei: Die Umgebungen sind nicht wirklich frei begehbar, immer wieder gibt es Hindernisse, die entgegen aller Logik nicht überwunden werden können. Das nimmt der Sache leider etwas Glaubwürdigkeit, ist aber mit der verwendeten Engine wohl kaum anders lösbar. Nervig ist allerdings, dass die Steuerung an den Randbereichen der Level oft etwas herumzickt.

Ähnlich lebendig wie die Spielwelt sind auch die zahlreichen Haupt- und Nebenquests. Die Storyquests selbst entpuppen sich als verschachtelte und vielschichtige Meisterwerke mit tollen Storyverläufen und parallelen Handlungssträngen. Zudem werden der Verlauf und das Ergebnis nicht selten von euren Entscheidungen geprägt, die oftmals erst viel später ihre Auswirkungen haben. Aber auch die Nebenquests haben es in sich. Von simplen Aufgaben à la „Töte X Monster“ über komplexe mehrteilige Quests bis hin zu echten Rollenspielaufgaben ist alles vorhanden. Völlig faszinierend ist, dass nicht selten auch die Beziehung zu anderen Charakteren Thema dieser Quests ist. Das fördert nicht nur die Spieltiefe, sondern sorgt auch für Identifizierung mit den Figuren. Ein umfangreiches Quest-Journal, das auch zahllose Informationen zur Spielwelt und deren Bewohnern liefert, sorgt für Übersicht. Zudem könnt ihr auch Quests auswählen und auf der Karte kennzeichnen, um einen Richtungspfeil zur nächsten Location zu erhalten.

Klingenwirbel mit Abwechslung

'The Witcher' wurde in vielen Previews als Action-Rollenspiel oder Hack'n'Slay bezeichnet. Das ist nicht nur irreführend, sondern schlicht falsch. Dann könnte man nämlich auch Titel wie 'Baldur's Gate' oder 'Neverwinter Nights' als Hack'n'Slay bezeichnen, und das dürfte wohl kaum jemandem in den Sinn kommen. Das Spiel bietet eine sehr ausgewogene Mischung aus Kämpfen und der Interaktion mit den zahlreichen Charakteren im Spiel. Man kann gut und gern auch mal längere Zeiträume mit Geralt verbringen, ohne auch nur einmal das Schwert zu schwingen. Wenn das aber doch mal der Fall ist, kommt ein originelles Kampfsystem zum Tragen. Gekämpft wird in Echtzeit, wobei ihr per Leertaste jederzeit die Möglichkeit habt, das Spiel zu pausieren.

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