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Test - The Void : Düster, geheimnisvoll, sexy

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Was passiert eigentlich mit der Seele, wenn der Körper stirbt? Dieser Frage nimmt sich The Void an. Und wirft den Spieler in die Leere, wo jeder Tropfen Farbe kostbar ist, gleichzeitig aber auch euren endgültigen Tod bedeuten kann. Wir sind für euch eingetaucht ... in die Leere, euer neues Zentrum des Seins.

In The Void seid ihr eine verlorene Seele auf der Suche nach eurer Bestimmung. Beginnt ihr das Spiel, betrachtet ihr aus der Ich-Perspektive eine Art riesige steinerne Zunge. Während aus dem Off eine weibliche Stimme Anweisungen haucht, dass ihr schnell euer Herz holen solltet, schreitet ihr langsam jenen steinigen Weg hinab. Sehr bald seht ihr schon ein leuchtendes Objekt - euer Herz! Per Klick auf die rechte Maustaste hebt ihr dieses Herz auf und werdet dann zur Eile getrieben, mit eurer Fürstin zu sprechen.In einem Baum findet ihr daraufhin eine leicht bekleidete Dame, die euch dazu auffordert, sie mit Farbe zu bekleckern. Macht ihr das, schwenkt das Szenario um und die „Namenlose Fürstin" ist plötzlich vollständig nackt. Während sie so im Wasser kauert und ihr schon einen ersten Blick auf ihre Brüste werfen könnt, erklärt sie euch die Bedeutung und Wichtigkeit von Farbe. Auf diese Art werdet ihr ins Spiel geworfen. Wenn das nicht vielversprechend ist.

Kleckert mit Farbe!

Das Hauptelement von The Void ist Farbe. Mit dieser stellt ihr so ziemlich alles an, was ihr machen wollt und müsst. Das zugegebenermaßen etwas komplizierte Prinzip funktioniert wie folgt: Ihr sammelt Farbe aus Blumen und von Bäumen, später auch aus Minen. Diese wird dann in einem Behältnis gesammelt. Mit Druck auf die B-Taste kommt ihr zur Obscura, wo ihr eure Farbe und Herzen verwalten könnt. Auf der rechten Seite ist die von euch gesammelte Farbe. In der Mitte erscheint euer Körper mit den zu füllenden Herzen und auf der linken Seite erscheinen die Behältnisse mit der Nerva. Ihr beginnt mit nur einem Herzen, das ihr wirklich immer mit Farbe gefüllt haben müsst, denn dies ist eure Lebenskraft. Sinkt diese auf null, heißt es Game over. Und sie sinkt unentwegt. Weiterhin solltet ihr auch darauf achten, eure Farbbehälter nicht zu überfüllen. In diesem Fall spritzt überflüssige Farbe in die Leere und wenn ihr es nicht schafft, sie irgendwie aufzunehmen, entstehen im Laufe der Zeit aus ihr Monster.

So läuft's

Die Farbe in euren Herzen bleibt nicht beständig, sondern wird unentwegt in Nerva umgewandelt. Das hat Vor-, aber auch Nachteile. Die Nerva braucht ihr dringend zum Malen von Glyphen. Diese werden zum Wiederbeleben von toten Objekten ebenso benötigt wie zum Kämpfen, zum Erzeugen eines Schutzschild und überhaupt für alle Aktionen. Ihr bekommt im Laufe des Spiels mehr und mehr Herzen, die ihr zum Konvertieren mit Farbe füllen könnt. Nach und nach erblühen die leeren Kammern mehr und mehr, bis die Namenlose Fürstin mit Farbe gefüttert werden will, damit sie euch weitergehen lässt.

Nach etlichen Szenen mit nackten Brüsten und ... anderen Dingen ... könnt ihr endlich zur nächsten Fürstin. Die anderen Damen sind im Übrigen nicht alle so derart spärlich bekleidet. Auf dem Weg zu ihr begegnen euch schauerliche Gestalten, Zusammensetzungen aus scheinbar menschlichen Körperteilen und zahlreichen anderen Gegenständen, von Speeren und Sägen bis zum Grammophon ist alles dabei. Sie nennen sich Wächter und sorgen für die Fürstinnen. Sie stellen aber auch sicher, dass es diesen nicht zu gut geht und sie gar zu mächtig würden.

Glücklicherweise sind die Wächter nicht wirklich eure Feinde. Einige hätten euch zwar lieber von der Bildfläche, andere wollen euch jedoch eine Chance geben. Und so arbeitet ihr euch durch eine dreiteilige Prüfung und eine anschließende Lehrzeit, bevor ihr in die Bruderschaft der Wächter aufgenommen werden könnt.

Konzentration ist wichtig

The Void ist ein sehr spezielles Spiel mit einem wirklich interessanten, aber schwer zu verstehenden Spielsystem. Am besten spielt man erst mal eine Stunde lang, um das System zu verstehen und dann noch einmal völlig von vorn zu beginnen. Im Grunde genommen verliert ihr dadurch auch gar nicht so viel Spielfortschritt, denn der Titel zwingt euch quasi zur Langsamkeit.

Das heißt aber nicht, dass ihr euch ablenken lassen solltet, im Gegenteil. Schaltet alles aus, MSN, Facebook, euer Telefon, alles. Konzentriert euch nur auf das Spiel, taucht ein in die Welt, sonst werdet ihr sehr schnell mit einem Game-over „belohnt". Im Gegenzug erwarten euch eine wirklich hervorragende (fast immer) deutsche Sprachausgabe und eine magische Welt, die euch in den Bann zu ziehen vermag. Grafik und Vertonung tragen viel zu der geheimnisvollen Atmosphäre bei.

Vor allem die Wächter bestechen durch erstklassiges Design. Wenn die mal nicht unter Einfluss von bewusstseinsverändernden Substanzen gestaltet wurden ... zuzutrauen wäre es den Entwicklern ja.

Fazit

von Alicia Radke
The Void ist ein gelungenes Spiel mit einem interessanten, aber langsamen sowie komplizierten Spielprinzip. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, eine Ehrenrunde zu drehen, um die Steuerung und grundlegenden Ideen zu verinnerlichen, wird mit einer schönen Spielerfahrung belohnt. Die Grafik ist wirklich hübsch, wenn auch nicht gerade auf dem neuesten Stand der Technik. Und ihr solltet den Titel nicht in lebhaften Umgebungen spielen, da der Nacktheitsanteil für ein Adventure wirklich beachtlich ist. Bemerkenswert ist die Vertonung. Die Musik trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei und unterstreicht auf eine seltsam schöne Weise die Leere. Und auch die Synchronisation, die selbst heute noch in vielen Spielen nicht gerade ideal ist, kann sich wirklich hören lassen. Alles in allem ist The Void ein empfehlenswerter Titel, wenn ihr viel Geduld und eine große Aufmerksamkeitsspanne mitbringt.

Überblick

Pro

  • erfrischendes Spielkonzept
  • sehr gute Synchronisation
  • tolle Atmosphäre durch Grafik und Musik
  • interessantes Charakterdesign
  • recht gut getroffene Anatomie der Damen

Contra

  • schwer zu begreifendes Spielprinzip
  • langsames Spieltempo
  • leichte Ungenauigkeiten in der Steuerung

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