Test - The Suffering : The Suffering

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Bereits vor einigen Monaten erschien 'The Suffering' in den USA. Jetzt kommen endlich auch die Europäer in den Genuss der beklemmenden Atmosphäre, die mit einer ordentlichen Ladung Action garniert wird. Doch ist es wirklich ein Genuss oder erwartet euch eher ein gewohnter Einheitsbrei ohne besondere Highlights? Dieser Frage sind wir nachgegangen.

Eigentlich ist es nicht ganz korrekt, wenn man in Bezug auf 'The Suffering' von einem waschechten Survival-Horror-Titel spricht. Zwar soll auch hier dem Spieler eine ordentliche Gänsehaut verpasst werden, doch im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres steht die Action deutlich stärker im Vordergrund. Zahlreiche Kämpfe mit abgedreht wirkenden Wesen in einer schaurig-schönen Szenerie. Ob das wirklich funktionieren kann?

Gefangen ohne Grund?

Die etwas marode wirkende Gefängnisanstalt Abbott wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf einer mysteriösen Insel namens Carnate Island errichtet. Der Bau stieß zwar bei vielen Leuten auf Unverständnis, doch schon bald war dies vergessen. Seit diesem Tag hatte der düstere Knast nicht gerade den besten Ruf und auch dessen Insassen waren nicht gerade Prachtexemplare des modernen Strafvollzugs. Primär werden dort Verbrecher eingekerkert, die auf ihre Todesstrafe warten. So auch der finster dreinblickende Torque, der angeblich sowohl seine Frau als auch seine beiden Kinder umgebracht haben soll – ohne wirkliche Beweise. Dennoch verurteilte ihn der Richter und setzte die Exekution durch die als human geltende Giftinjektion an. Doch kaum ist Torque in seiner Zelle angekommen, passieren seltsame Dinge. Einige der Gefangenen werden plötzlich auf mysteriöse Weise getötet, ohne dass jemand den Verursacher genau erkennen kann. Die Erde bebt und kurz darauf versagen die wankenden Deckenlampen ihren Dienst. Gurgelnde Geräusche und Mark erschütternde Schreie hallen durch die Gänge von Abbott. Dann öffnet sich die Tür von Torques Zelle und zögerlich tritt er auf den Gang hinaus.

Soweit das Storygerüst des Spiels, das zumindest vom Ansatz her schon mal ein wenig Abwechslung zur bekannten Konkurrenz bietet. Den Entwicklern von Surreal ist es sehr gut gelungen, die an sich schon beklemmende Gefängnisatmosphäre mit Horrorelementen zu bestücken bzw. zu ergänzen. Torque muss sich nicht nur seinen Weg in die vermeintliche Freiheit erkämpfen, sondern gleichzeitig auch seinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Einige wichtige Teile seiner Vergangenheit sind wie ausgelöscht und so kann er sich auch nicht an den angeblichen Mord seiner Familie erinnern. Nur kleine Bruchstücke drängen sich immer wieder in sein Gehirn, wo sie jedoch nur für kurze Zeit verweilen und auch eher schemenhafte Gestalt haben. Gerade diese Einspielungen, die während des gesamten Verlaufs immer wieder eingeblendet werden, verstärken das subtile Gefühl der Beklemmung nochmals erheblich.

Seltsame Gestalten

Doch Torque hat nicht nur mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen, denn da sind ja noch immer diese unbekannten Geschöpfe, die den gesamten Gebäudekomplex in ein einziges Schlachtfeld verwandeln. Hier haben sich die Designer einiges einfallen lassen, denn das Aussehen der Monster ist nicht nur ziemlich abgedreht, sondern wirkt auch durchdacht. So ist es den anfänglich auftauchenden Wesen möglich, sich blitzschnell in eine Spinnenform zu verbiegen und auch an der Decke entlang zu hangeln. Man sollte also seinen Blick jederzeit umherschweifen lassen. Noch eine Spur verrückter wirken die so genannten Giftmischer. Diese mit Giftspritzen versehenen Kreaturen erscheinen aus kleinen Blutlachen, werfen mit ihren tödlichen Utensilien um sich und versuchen ihm Nahkampf, Torque ebenfalls mit der giftigen Substanz voll zu pumpen. So ausgefallen die Gegner auch erscheinen, insgesamt mangelt es leider ein wenig an Abwechslung. Wenn man sich durch mehrere Abschnitte schlägt und dabei maximal zwei verschiedene Monstervarianten zu Gesicht bekommt, stellt sich schnell ein laues Gefühl der Eintönigkeit ein - schade.

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