Test - The Rub Rabbits! : The Rub Rabbits!

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Mit ’Project Rub’ veröffentlichte Sega einst zum DS-Start ein besonders schräges und witziges Minispiel-Abenteuer. Nun geht die berührende Touchscreen-Liebelei in die zweite Runde. Müder Aufguss oder gelungenes Sequel? Die Antwort gibt’s im Review.

Rubbel-Party

‘Project Rub’ dürfte bis heute eines der witzigsten Spiele aller Zeiten sein. Die extrem verniedlichte Geschichte eines Mannes, der sich unsterblich in die Frau seiner Träume verliebt, glänzte mit mehr als zwei Dutzend verschiedener Minispielchen. Zwar fehlte es an spielerischer Substanz und Langzeitmotivation, doch um die Fähigkeiten des DS zu demonstrieren, reichte es allemal. ‘The Rub Rabbits!’ ist, praktisch gesehen, das Gleiche, nur umfangreicher.

Erneut dreht sich alles um die Liebe: Ein namenloser Student erblickt die Liebe seines Lebens genau dort, wo die besten Lovestorys anfangen, nämlich auf der Rolltreppe. Leider ist die Dame fast schon zu attraktiv, denn unser Held kriegt es gleich mit elf Konkurrenten zu tun, die sich in dieselbe Frau vergucken.

Das Konzept hat sich in ‘The Rub Rabbits!’ nicht geändert: In 37, zum Teil äußerst abenteuerlich erzählten Minispielen stehen Zugänglichkeit und Abwechslung an oberster Stelle. Egal, ob ihr mit einem Einrad eure Rivalen umfahrt, eure Liebste vor Piranhas beschützt oder ihr heimlich Blicke zuwerfen sollt, die Storyschreiber hatten anscheinend viel Spaß beim Erfinden der skurrilen Szenen. Richtig abgedreht wird es, sobald die zweite Frau aufkreuzt, welche sich ausnahmsweise in den Spieler verliebt. Um sie von euch fernzuhalten, müsst ihr gar mit euren Rivalen zusammenarbeiten, sie im Schnee vor einem wilden Bären verstecken oder ihnen Ohrfeigen verpassen, damit sie in der kalten Hütte nicht einschlafen.

Passenderweise beschränkt sich die Steuerung auf simple Mechaniken, meist zieht ihr euren Antihelden dank Touch-Screen direkt von A nach B. Zu den eher unkonventionellen Techniken gehört das Pusten ins Mikro oder das Zur-Seite- beziehungsweise Auf-den-Kopf-Stellen des DS-Gerätes.

Kleinkram macht auch Spaß

Wer genug von der Story hat oder bei einer Szene festhängt, der kann seine Erinnerungen auffrischen und absolvierte Spiele in höheren Schwierigkeitsgraden angehen. Alternativ zieht ihr der Frau neue Kleider an (werden allesamt im Storymodus freigeschaltet), spielt mit einer unbegrenzten Anzahl von Freunden ‘Hullabaloo’ (zwei Spieler versuchen, gleichzeitig auf einem DS eine bestimmte Knopfkombination zu drücken, danach wird das Gerät weitergereicht) oder prüft beim ‘Babymachen’ die Gemeinsamkeiten mit dem Partner. Je nach Ergebnis entsteht dann ein Baby, dem ihr einen Namen verpassen könnt. ‘The Rub Rabbits!’ ist entsprechend frei nach dem Motto programmiert: Es macht keinen Sinn, aber immerhin Spaß.

Die Präsentation unterstützt das wilde Treiben am DS-Bildschirm: Erneut sind sämtliche Personen gesichts- und texturlos, ihr seht nur einfarbige, meist schwarze Flächen. Die sind dafür sehr gut animiert und vermitteln zusammen mit den vorrangig rosa-orange gehaltenen Hintergründen ein schönes 70er-Jahre-Flair. Auch der Sound ist völlig Banane und leider etwas nervig, da es an Abwechslung mangelt.

Perfekt ist das Spiel beileibe nicht. Es gibt zwar viele Minispiele, allerdings wirken manche aufgesetzt und andere gar frustrierend. Vieles erinnert stark an ‘Project Rub’, weshalb ‘The Rub Rabbits!’ zu sehr nach Fortsetzung riecht.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Schöne Fortsetzung zu ‘Project Rub’, der es meines Erachtens aber an Eigenständigkeit mangelt. Der gestiegene Umfang wird erfreut registriert, gleichzeitig haben mich einige der Spiele fast in den Wahnsinn getrieben. Für Fans des Vorgängers empfehlenswert.

Überblick

Pro

  • skurrile Story
  • viele Minispiele
  • eigenartige, passende Präsentation

Contra

  • nervende Musik
  • zu wenig Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger
  • mitunter frustrierend

Wertung

  • DS(i)
    77
    %

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