Test - The Legend of Crystal Valley : Märchenhaftes Adventure für Einsteiger

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Märchenhafte Fantasy-Adventures sind relativ selten geworden. Von einigen Ausnahmen wie The Whispered World mal abgesehen, fristen diese neben den verbreiteten Horror-, Mystery- und Detektivgeschichten eher ein Schattendasein. Diese Nische ist dementsprechend perfekt für kleinere Produktionen im Midprice-Segment. The Legend of Crystal Valley hat hier ein Plätzchen gefunden. Ob es auch qualitativ bestehen kann, haben wir für euch herausgefunden.

Märchenhafte Geschichte

Die Geschichte, die The Legend of Crystal Valley erzählt, hat durchaus etwas von „Alice im Wunderland". Nach einem kurzen Intro landet die Protagonistin Eve in einer Welt, in der es von seltsamen Wesen, Magie und merkwürdigen Vorkommnissen nur so wimmelt. Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater gerät sie immer tiefer in diese ihr unbekannte Märchenwelt. Deren Bewohner, so fremd sie auch scheinen, sind erfreulicherweise größtenteils hilfsbereit. Doch auch hier hat alles seinen Preis. Geld ist zwar unbekannt, aber ihr verbringt einen Großteil der Zeit damit, Tauschgeschäfte zu tätigen, um Hinweise oder Gegenstände zu erhalten.

Durch diesen netten Trick fällt es nicht unangenehm auf, dass ihr euch im Grunde für Besorgungen die Hacken ablauft. Rätsel im klassischen Sinne gibt es zwar auch, allerdings sind diese, bis auf wenige Ausnahmen, recht einfach gestrickt. Interessant ist, dass ihr im Laufe der Zeit auch Zaubersprüche erlernt, die es euch ermöglichen, die Rätsel zu lösen und im Spiel voranzukommen. Ihr Hauptaugenmerk haben die Entwickler aber ganz eindeutig auf die Geschichte selbst gerichtet. Und das war keine schlechte Entscheidung, denn bis auf den etwas abrupten Schluss macht es durchaus Spaß, Eve durch die Welt von Crystal Valley zu folgen.

Einsteigerfreundlich mit Grafikmacken

Das Spiel ist aufgrund des einfaches Aufbaus und der Linearität vor allem für Einsteiger geeignet. Diese werden auch gut mit der Steuerung zurechtkommen, die dem klassischen Point-&-Click-Muster entspricht. Ihr bewegt euch mit der Maus durch 2-D-Bilder, wobei ihr besuchte Örtlichkeiten auch durch Doppelklick verlassen könnt. Hilfreich ist ebenfalls, dass sich die Farbe des Cursors verändert, wenn ihr mit der Maus über einen Ausgang oder einen Gegenstand fahrt. Da die Hotspots eher sparsam eingesetzt wurden, sind weitere Hilfsfunktionen im Grunde auch überflüssig. Dialoge gibt es reichlich. Ebenso wie die Figuren sind sie manchmal originell und meistens hilfreich, können von fixen Untertitellesern aber auch abgebrochen werden.

Einziges wirkliches Manko ist eindeutig die Grafik. Sind die 2-D-Hintergründe, zumindest überwiegend, hübsch anzusehen und aufgrund der unterschiedlichen Locations auch abwechslungsreich und verhältnismäßig detailliert, so sind die 3-D-Charaktere durch die Bank einfach nur grässlich anzuschauen und dazu auch noch grottig animiert. Immerhin sind die Zwischensequenzen noch einigermaßen erträglich. Gelungen ist hingegen der Sound, der von der Musik über die Effekte bis hin zur Sprachausgabe (von wenigen Ausnahmen abgesehen) durchaus überzeugen kann.

Fazit

Stephan Fassmer - Portraitvon Stephan Fassmer
Die Entwickler von The Legend of Crystal Valley haben ihre Sache angesichts des wahrscheinlich schmalen Budgets gar nicht mal schlecht gemacht. Schlau war sicherlich, sich auf eine gut erzählte Geschichte zu konzentrieren und das Spiel einfach und zugänglich zu halten. Einsteiger und Gelegenheitsspieler dürften sich hier auf jeden Fall angesprochen fühlen. Für Adventure-Profis fehlt die Herausforderung und die grottigen Charakterzeichnungen und Animationen dürften diese noch mehr abschrecken.

Überblick

Pro

  • nette, märchenhafte Geschichte
  • einsteigerfreundlich
  • guter Sound und schöne Sprachausgabe
  • Zaubersprüche zur Rätsellösung

Contra

  • grottige Animationen
  • sehr einfach und linear

Wertung

  • PC
    65
    %

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