Test - The Fast and the Furious: Tokyo Drift : Das Spiel zum schnellen Kinofilm

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Diesmal hat es den dritten Teil der ´The Fast and the Furious´-Kinoserie erwischt. Entsprechend geht es in der offiziellen Videospiel-Umsetzung der Filmvorlage um Rennspaß pur und als Kulisse gibt es Tokio bei Nacht. Was will man mehr? Vielleicht mehr Klasse.

Filmlizenzen, die kein Mensch braucht

Diesmal hat es den dritten, eher weniger erfolgreichen Teil der ´The Fast and the Furious´-Serie erwischt. Entsprechend geht es hier um Rennspaß pur und als Kulisse gibt es Tokio bei Nacht. Während wir nicht leugnen können, dass das Spiel durchaus für ein paar Minuten Laune macht, hapert es ganz gehörig in Sachen Langzeitmotivation. Eine richtige Story gibt es nicht, ergo fehlt ein echter Bezug zur Filmvorlage. Ähnlich wie in den neueren ´Need for Speed´-Episoden fahrt ihr frei durch einen Stadtteil, der jedoch im Vergleich zum Vorbild deutlich kleiner designt ist. Dort steuert ihr Autohändler, Tuning-Shops und natürlich die eigentlichen Rennen an, von denen es insgesamt fünf Arten gibt. Eine davon ist direkt im frei befahrbaren Stadtgebiet integriert, wo ihr diverse Gegner zunächst einholen und anschließend abhängen müsst.

Rennmodi allesamt für nur zwei Kontrahenten

Die anderen vier Rennmodi teilen sich in zwei Gruppen auf: Top-Speed-Rennen, in denen es um Höchstgeschwindigkeiten geht, und einfache Mann-gegen-Mann-Duelle, wo derjenige zum Sieger gekürt wird, der als Erster die Ziellinie passiert, finden auf lang gezogenen und relativ geradlinigen Strecken statt. Ab und an begegnet ihr unbeteiligten Fahrzeugen, deren Anzahl jedoch so mickrig ausfällt, dass die Entwickler sie auch hätten weglassen können. In den anderen beiden Modi seid wiederum nur ihr und euer Duellant vor Ort, zudem ist das Streckendesign mit deutlich mehr Kurven gespickt. Beim Grip-Rennen entscheidet erneut die schnellere Zielankunft über Sieg oder Niederlage, während ihr im Drift-Rennen durch geschicktes Herumdriften Punkte sammelt. Dieser Modus ist der einzige, bei dem es mehr auf euer fahrerisches Können ankommt als auf das simple Besitzen eines schnellen Autos. Ansonsten müsst ihr nämlich nur selten abbremsen und das Streifen der Streckenbegrenzung bringt oftmals kaum nennenswerte Nachteile mit sich, sodass eine vorsichtige Fahrweise nicht notwendig ist. Somit fehlt es an Herausforderungen und Abwechslung: Das Design ist so aufgebaut, dass ihr erst vier bis fünf fast identische Streckenabschnitte fahrt, bevor ihr weitere Kurse freischaltet. Weil ihr obendrein stets nur gegen einen Gegner gleichzeitig antretet, wird das Spiel schnell langweilig. Einzig und allein die Fahrzeugsteuerung ist brauchbar, sprich: Sie reißt keine Realitätsbäume aus und wirkt eine Spur zu direkt, aber für ein arcadelastiges Rennspiel geht die Spielbarkeit in Ordnung.

Mehr warten als spielen

Die technische Seite begeistert ebenso wenig – allem voran nerven häufig einsetzende Ladezeiten, die zusammen mit der umständlichen Menüführung ätzende Ausmaße annehmen. So gibt es verschiedene Autohändler, welche ihr nur nacheinander besuchen könnt, wenn ihr alle Kaufoptionen durchchecken möchtet. Und um ein Auto zu verkaufen, müsst ihr es zwingend in euren Garagenfuhrpark stellen, was ebenfalls Zeit kostet. Immerhin könnt ihr dank einer Übersichtskarte von einem wichtigen Punkt zum nächsten springen, sodass ihr nicht unbedingt mit dem Auto hinfahren müsst. Doch selbst hier hätte sich mehr Komfort angeboten, beispielsweise indem euch angezeigt wird, wie viele Rennen ihr an welchen Orten noch nicht gewonnen habt. Schlussendlich wirkt das Spiel grau und eintönig, obwohl der Streckenrand mit zahlreichen bunten Lichtquellen bestückt ist. Zusammen mit den leichten Rucklern und den immer gleichen Musikstücken versickert die Präsentation im Mittelmaß.

Fazit

Andreas Altenheimer - Portraitvon Andreas Altenheimer
Ödes Streckendesign, nur Mann-gegen-Mann-Duelle, abwechslungsarme Präsentation und uninteressante Filmlizenz: ´The Fast and the Furious: Tokyo Drift´ hat rein gar nichts mit liebevoller Produktqualität zu tun und rettet sich nur dank der soliden Spielbarkeit über die 50% Hürde.

Überblick

Pro

  • einfacher Einstieg
  • Drift-Rennen machen kurzfristig Spaß
  • nicht realistisch, aber gut spielbar

Contra

  • langweiliges und abwechslungsarmes Streckendesign
  • öde Grafik
  • extrem häufige Ladepausen
  • umständliche Menüsteuerung

Wertung

  • PS2
    54
    %

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