Test - The Crew 2 : Cruisin' USA für Open-World-Einsteiger

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Greift zu, wenn...

... ihr viel Erkundungslust mitbringt, gewillt seid, euch mit viel Kurvenschneiderei an der KI vorbeizumogeln, und wenig Wert auf eine gut spürbare Physik legt.

Spart es euch, wenn...

... ihr einen hohen Anspruch bezüglich der Physik von Autos, Booten und Flugzeugen habt.

Fazit

Denis  Brown - Portraitvon Denis Brown
Groß kann manchmal zu groß sein

Viele Aspekte von The Crew 2 sind löblich. Grafisch sticht der zweite Teil den Vorgänger locker aus, die gebotene Abwechslung sucht ihresgleichen, das offene Land lädt augenblicklich zu Forschungstouren und Panoramaflügen ein und das Eigenleben der Städte wirkt mancherorts sogar überzeugender als bei Forza Horizon. Ich hatte schon beim einfachen Cruisen auf den Highways jede Menge Spaß und verspürte nie den Zwang, irgendetwas unbedingt erledigen zu müssen. Stattdessen sah ich mich im Death Valley an schönen Sonnenuntergängen satt und flitze dank Rennboot zwanglos auf dem Mississippi dahin.

Im Vergleich mit Microsofts exklusiven Open-World-Rennspielen zieht The Crew 2 trotzdem den Kürzeren. Ein großes Manko ist die Physik, die mir bei sämtlichen Fahrzeuge zu simpel ist. Wenn Driftwagen von alleine driften und Flugzeuge sich quasi selbst in der Luft halten, schmilzt der Anspruch. Das heißt nicht, dass die Rennen von The Crew zu einfach sind. Im Gegenteil: Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto öfter kommt ihr nur durch (eigentlich unfaires) Kurvenschneiden und Abkürzen abseits der Strecke gegen die KI an.

Der zweite große Kritikpunkt ist die fehlende Interaktion zwischen menschlichen Piloten. Ihr könnt zwar als befreundete Crew zu viert antreten, aber gegeneinander passiert bislang nichts, außer Statistik zu wälzen. Hier tritt der Nachteil der schier endlosen Spielfläche zutage. Eigene Rennen erstellen oder jemanden zu einem Duell auf der Autobahn herausfordern fällt bis Dezember flach.

Hier tritt der Nachteil der schier endlosen Spielfläche zutage. Zurzeit trifft man relativ wenige Mitspieler auf den Konsolen, was nicht an der geringen Anzahl der Spieler an sich liegt, sondern an der Wahrscheinlichkeit, sie auf derart riesigem Feld anzutreffen. Da Interaktionsmöglichkeiten bislang arg beschränkt sind, läge darin sowieso wenig Nutzen: Eigene Rennen erstellen oder jemanden zu einem Duell auf der Autobahn herausfordern fällt bis zum PvP-Update im Dezember flach. Angesichts des stetigen Online-Zwangs kann man das nur als vorerst verschenktes Potenzial betrachten.

Überblick

Pro

  • gigantische Spielwelt in Form der nachgebildeten USA
  • lose (und überspringbare) Handlungseinwürfe
  • enorm viel Abwechslung
  • drei Fahrzeugkategorien
  • unzählige Fahrzeugklassen
  • spektakuläre Visualisierung
  • lizenzierter Soundtrack
  • sehr stabile Bildrate bei 30 fps (Konsolen)
  • scharfe 1800p-Auflösung (nur Xbox One X)
  • witzige Grafikeffekte (selten)

Contra

  • anspruchslose Fahr- und Flugphysik
  • oft banale Flugzeugveranstaltungen
  • wenig taktischer Upgradezwang
  • Wetterumschwünge sind viel zu selten
  • durchwachsene Implementierung von Lenkrädern
  • Soundtrack voller mittelmäßiger Songs ohne Mitreißpotenzial
  • auf Basiskonsolen unscharfe Hintergrundgrafiken mit vielen Pop-ins
  • Sub-1080p-Auflösung auf Basiskonsolen
  • keine HDR-Unterstützung
  • kein PvP bis Dezember

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