Test - Syphon Filter 3 : Syphon Filter 3

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Syphon Filter 3
Lian auf Lara Crofts Spuren in einer Azteken-Anlage.

Einer der Hauptkritiken an den beiden Vorgängern war der teils heftige Schwierigkeitsgrad, der viele Spieler fast verzweifeln ließen. Diese Kritik haben sich die Entwickler scheinbar zu Herzen genommen, denn 'Syphon Filter 3' ist deutlich einfacher ausgefallen, wobei der Schwierigkeitsgrad immer noch fordernd ist. Aber Veteranen der Serie werden sich recht schnell durch die 19 Levels kämpfen. Nicht nur die gemilderte Gegnerhärte, die oft zu findenden Schuss-Westen und die vielen Checkpoints setzen die Anforderung nach unten, sondern auch das Design der Levels. So wurden auf die frustrierenden Abschnitte der Vorgänger verzichtet, in dem man einer Figur unbemerkt folgen muss. Ebenfalls fehlen solche Missionen, in denen ihr ohne Schusswaffen aus einem Sicherheitstrakt fliehen müsst. Gegnerische Scharfschützen kommen zwar noch vor, zielen aber erst recht spät auf euren Kopf, so dass ihr sie aus der Entfernung recht locker ausschalten könnt - vor allem, wenn ihr selbst mit einer Sniper-Gun bewaffnet seid.

Actionreiche Einsätze
Somit laufen die meisten Levels sehr actionorientiert ab, in dem ihr durch die oftmals Labyrinthartigen Stages und ballert die gegnerischen Truppen ab, wobei ihr je nach Situation mehr oder weniger vorsichtig vorgeht. Als Missionsziele müssen meist Geiseln befreit, bestimmte Items gefunden oder Fahrzeuge und Hindernisse in die Luft gesprengt werden. Dabei kommt es schon mal vor, dass ihr gleich von fünf und mehr Gegnern gleichzeitig angegriffen werdet oder mal schnell einen Panzer ausschalten sollt, dafür sind Kletter- und Hangelpassagen Mangelware. Im Vergleich zum hervorragenden 'Syphon Filter 2' trefft ihr aber auf weniger Abwechslung im dritten Teil, aber auch auf weniger frustrierende Abschnitte. Ab und zu zieht ihr zusammen mit einem vom Computer gesteuerten Charakter in den Kampf und müsst ihn je nachdem gar vor feindlichen Angriffen beschützen - leider kämpfen diese Figuren sehr schwach und stehen öfters einfach bewegungslos in der Gegend herum, während ein Feind auf ihn schiesst. Immerhin ist die gegnerische KI insgesamt recht gut ausgefallen, in dem sie euch sofort bei Sichtkontakt zielgenau aufs Korn nehmen. Allerdings bewegen sie sich nicht wirklich clever durch die Gegend und suchen auch nur selten Deckung. Wie schon beim zweiten Teil kommen auch Zocker der deutschen Version in den 'Genuss' von deutlicher Gewaltdarstellung - somit fließt rotes Blut und auch Geiseln werden zuweilen brutal hingerichtet. Dabei wirkt das realistische Szenario mit den realen Hintergrundsituationen zusätzlich bedrückend: Denkt man an aktuelle echte Kriegsgebiete und vergangene Gräueltaten, hat man schon einen Kloß im Hals, wenn man in einer Stage einen Waffentransport nach Kabul begleitet oder in einem anderen Einsatz zu einem Hinrichtungsplatz gelangt, auf dem australische Ureinwohner zur Exekution vor offenen Gräbern knien.

Syphon Filter 3
Im Deathmatch wird scharf geschossen.

Bonus-Action für den kleinen Hunger zwischendurch
Habt ihr die 19 Levels des Story-Modus bereits durchgespielt oder sucht für ein kleines Spielchen zwischendurch, könnt ihr euch im Zweispielermodus oder in den Mini-Spielen austoben. Im Zweispielermodus tretet ihr gegen einen menschlichen Mitspieler an, wobei der horizontal oder vertikal Screen geteilt wird. Insgesamt fünf Arenen und verschiedene Spielfiguren stehen zur Auswahl, allerdings müsst ihr einige durch bestimmte Zusatzaufgaben in den normalen Levels erst freischalten. Neben dem simplen Deathmatch finden sich hier Spielvarianten wie 'Tag', 'Scavenger Hunt', 'Target Practice' und 'Co-op'. Ausserdem könnt ihr die Spielstärke und sonstige Einstellungen in den Optionen konfigurieren. Für Solozocker sind hingegen die Mini-Spiele gedacht, in denen ihr ebenfalls Spielfigur und eines der speziellen Levels auswählt. Der Clou dabei ist, dass ihr selbst bestimmen könnt, was für eine Aufgabe ihr in diesem Level bewältigen wollt. 'Elimination' ist da noch relativ simpel, da ihr schlicht alle Gegner ausschalten müsst. In 'Assasin' müsst ihr euch mit einem Messer bewaffnet unbemerkt an Gegner anschleichen und sie liquidieren. Insgesamt fünf solcher Spielmodi und diverse Einstellungsmöglichkeiten sollten für einige Unterhaltung sorgen.

Altbackene Grafik, aber toller Sound
Während es löblich ist, dass man sich bei 'Syphon Filter 3' beim Gameplay nahe an den Vorgängern orientiert hat, sieht das bei der Technik schon etwas anders aus. Denn im Vergleich mit dem zweiten Teil sieht die Grafik hier genau gleich aus, also zwar für PSone-Verhältnisse ziemlich gut und komplex, aber auch etwas grob und mit wenig Weitsicht, dazu kommen oftmals unschöne Texturverzerrungen, relativ simpel gestaltete Figuren, wenig Details und ab und zu Polygonfehler - dass das besser geht, zeigt Genre-Kollege 'Metal Gear Solid'. Immerhin ist das Scolling schnell und flüssig, die Steuerung ist sehr exakt ausgefallen und auch die Animationen der Spielfigur sehen gut aus. Etwas langweilig wirken hingegen die Gegner, die in den jeweiligen Level alle absolut identisch aussehen und sich nur durch die Bewaffnung unterscheiden. Auch in punkto Rendersequenzen hat man auf der PSone schon deutlich Beeindruckenderes gesehen.

Syphon Filter 3
Frostiger Einsatz bei Nacht.

Dafür haben sich die Entwickler beim Sound richtig Mühe gegeben: Die Hintergrundmusik ist abwechslungsreich, passt sehr schön zum jeweiligen Szenario und könnte glatt aus einem Actionfilm stammen. Ausserdem wird die Musik sofort bedrohlicher und hektischer, wenn ihr angegriffen werdet. Ebenfalls gut gelungen sind die Schussgeräusche und Soundeffekte von der Umgebung - so hört ihr Dschungelgeräusche, wenn ihr bei der Durchwanderung einer Aztekenanlage kurzzeitig ans Freie gelangt oder hört typisch hallende Tropfgeräusche in der Nähe eines Brunnenschachts. Ein Lob gebührt auch den deutschen Synchronsprechern, die bis auf wenige Ausnahmen engagiert und passend zur Situation die Sätze von sich geben. Es handelt sich übrigens um die selben Stimmen wie in 'Syphon Filter 2'.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'Syphon Filter 3' kommt die PSone noch einmal so richtig in Fahrt und bietet uns spannende und actionreiche Stunden in einem der besten Third-Person-Shooter für die 32Bit-Konsole. Wer auf schnörkellose, realistische Agenten-Missionen steht, kommt hier voll auf seine Kosten, zumal die Präsentation für PSone-Verhältnisse gelungen ist und auch Gameplay und Steuerung wie schon bei den Vorgängern überzeugen kann. Ausserdem ist der Titel deutlich weniger frustrierend und schwierig ausgefallen. Allerdings gelingt es nicht ganz, die Klasse des hervorragenden 'Syphon Filter 2' zu erreichen - die Story mit den vielen Rückblicken ist zu verworren und zu wenig zusammenhängend, es wird weniger Abwechslung geboten und weder bei der Gegner-KI noch bei der Grafik sieht man eine Verbesserung. Dafür sorgen die Mini-Spiele und der Zweispieler-Modus auch längerfristig für spaßige Action. Hoffen wir, Logan und seine Gefährten auf der PlayStation 2 wieder zu sehen.  

Wertung

  • PSone
    87
    %

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