Test - Syberia : Syberia

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Grafik-Adventures a la 'Myst' oder 'The Longest Journey' sind im Vergleich zu anderen Genres relativ rar gesät. Umso größer schlägt dafür das Herz der Fans, wenn ein neuer Titel das Licht der Spielewelt erblickt. 'Syberia' ist ein solcher Titel, geschaffen von den Entwicklern des erfolgreichen 'Amerzone', Microids, und Benoit Sokal, einem der beliebtesten Comicautoren Europas.

Syberia
Kate erreicht Valadilene.

Ein Auftrag wie jeder andere?
Die junge Anwältin Kate Walker aus einer New Yorker Kanzlei ist auf dem Weg nach Europa. Zuerst sieht alles wie einer ihrer alttäglichen Jobs aus: Kate soll für einen ihrer Klienten die Übernahme der berühmten Fabrik 'Vorarlberg' zum Abschluss bringen. Die Firma, welche sich mit der Herstellung von mechanisch betriebenen Automaten beschäftigt, ist seit Jahrzehnten im Besitz der Familie Vorarlberg. Die jetzige Besitzerin Anna Vorarlberg aber möchte auf Grund ihres herannahenden Todes die Firma möglichst bald verkaufen.
So packt die junge Erfolgsanwältin umgehend ihre sieben Sachen, um sich auf die Reise nach Europa, besser gesagt in ein kleines Dorf namens Valadilene in den französischen Alpen zu machen. Nichts ahnend, dass sie ihr Leben auf das wahrscheinlich größte Abenteuer, welches sie jemals erleben wird, einstellen sollte.

Doch schon in den ersten Minuten, in denen sie Valadilene erreicht hat, bemerkt sie im Dorf Trauer. In ihrem Hotel angekommen muss sie erfahren, dass Anna Vorarlberg kürzlich verstorben ist. Zunächst ist Kate guter Hoffnung: Ein kurzes Gespräch mit dem Notar der ehemaligen Besitzerin, eine Unterschrift und schon kann sie sich wieder auf die Reise nach Hause machen – denkt sie sich.

Syberia
An Atmosphäre fehlt es wahrlich nicht.

Doch ab hier nimmt die Sache eine unerwartete Wendung. Vom Notar erfährt sie, dass es einen Erben gibt, der von allen für tot gehalten wurde. Die Rede ist von Annas kleinem Bruder Hans, der nach einem Unfall monatelang im Koma lag und nach seiner sprichwörtlichen Wiedergeburt geistig zurückgeblieben ist.

Eines Tages lief er davon, unter anderem weil er die Firma seiner Eltern nicht übernehmen wollte. Sein Vater hatte ihn daraufhin für tot erklärt, ein Leben lang mit einer Lüge zu leben war ihm scheinbar lieber, als mit solch einer Schmach. Anna wusste von diesem Geheimnis, behielt das aber bis kurz vor ihrem Tod für sich. Einzig und allein das schlechte Gewissen trieb sie dazu an, am Ende doch noch mit der Wahrheit rauszurücken. Und so bleibt der jungen Anwältin nichts anderes übrig, als sich auf die Suche nach dem Erben zu machen, um mit ihm den Vertrag endgültig abzuschließen.

Syberia
Die Spielfiguren erzählen von Hans' tragischem Unfall.

Bis ans Ende der Welt
Was zuerst eine simple Storyline zu sein scheint, entwickelt sich schnell zu einem komplexen und wahrlich nervenaufreibendem Abenteuer. Der Weg zum Ziel ist mit zahlreichen Hindernissen und Rätseln bestückt und ist vor allem sehr lang.

Komplizierte Rätsel wird man auf diesem Weg jedoch nur sehr selten zu Gesicht bekommen, viel eher müsst ihr Gegenstand A zu Ort B transportieren und den an Ort B gewonnenen Gegenstand zu Ort C bringen. Durch die bezaubernde Grafik wird das leider auch nicht versüßt. Spätestens wenn man zum weiß Gott wievielten Mal an ein und derselben Stelle vorbeiläuft - was darüber hinaus durch äußerst lange Wege von A nach B noch erschwert wird - vergeht einem schnell die Lust weiterzuforschen.

Dies liegt vor allem auch daran, dass ihr oft stundenlang in den Dörfern und Städten herumirren müsst, um endlich dahinter zu kommen, wohin euch euer Weg als nächstes führen muss.

 

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