Test

Supreme Ruler: Cold War

Kalte Schlachtplatte gefällig?

  • PC

Kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg begann bekanntlich die Periode des Kalten Krieges, bei dem sich die beiden Machtblöcke der USA und der Sowjetunion gegenüberstanden. In genau diesem Szenario ist das Strategiespiel Supreme Ruler: Cold War angesiedelt. Spannende Unterhaltung oder ernüchternde Langeweile? Wir gehen dieser Frage auf den Grund.

Wer sich im Genre der Strategiespiele etwas besser auskennt, dem dürfte der Name Supreme Ruler ein Begriff sein. Es handelt sich dabei um eine Serie des Entwicklers Battlegoat Studios, von der bereits zwei Episoden erschienen sind. Mit dem neuesten Ableger Cold War wechselt zwar das Szenario, doch an der Spielmechanik ändert sich prinzipiell nicht viel. Nach wie vor bekommt ihr einen sehr komplexen Mix aus Strategie, Taktik und Simulation vorgesetzt, der einiges an Einarbeitungszeit benötigt.

Nichts für Grünschnäbel

Und gerade dieser Aspekt ist auch einer der größten Kritikpunkte bei Supreme Ruler: Cold War, auf den wir schon zu Beginn unseres Tests eingehen wollen. Das Spiel bietet unglaublich viel Tiefgang: Ihr könnt nahezu jede einzelne Komponente beeinflussen und bestimmen. Dabei agiert ihr in verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel der Diplomatie, der Spionage und natürlich auch der Wirtschaft. Es ist einerseits überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Spiel komplex gestaltet ist – im Gegenteil.

Allerdings sollte ein gewisses Maß an Zugänglichkeit gewährleistet sein. Und genau das ist in diesem Fall nicht gegeben. Es gibt keine Tutorials und man weiß bei einem Großteil der verfügbaren Aktionen eigentlich nicht, was sie bewirken. Zwar werden euch einige Berater an die Seite gestellt, die euch Tipps geben oder sogar aktiv unter die Arme greifen. Doch das dürfte Einsteigern nicht sonderlich helfen, da sie von der schieren Menge an Daten und dem Mikromanagement erschlagen werden.

Supreme Ruler: Cold War - Tutorial Trailer #7: Commodities

Strategieprofis hingegen betreten mit jeder Partie von Supreme Ruler: Cold War ein kleines Schlaraffenland. Wer ausreichend viel Zeit – und wir meinen wirklich verdammt viel Zeit – mitbringt, kann sich wochenlang in den Menüs austoben. Die Aktionsmöglichkeiten sind ebenso interessant wie vielfältig. So könnt ihr beispielsweise mit diplomatischem Geschick mehrere Länder gegeneinander aufbringen, während ihr als lachender Dritter den Erfolg abstaubt. Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab, die Balance zwischen den Einheiten funktioniert prima. Doch Vorsicht: Wer eine Großoffensive plant, sollte seine Wirtschaft stets im Auge behalten. Ansonsten steht man plötzlich mit einem dicken Loch in der Haushaltskasse und leeren Kornspeichern da.

Kalter Krieg oder bunte Mischung

Entscheidet ihr euch für den Kampagnenmodus des Spiels, übernehmt ihr wahlweise die Kontrolle über die Sowjetunion oder die USA. Ihr spielt dann die Epoche des Kalten Krieges mit allen wichtigen historischen Aspekten nach: Korea-Krieg, Wettrennen zum Weltraum, Atomwaffen etc. Zudem gibt es eine Art Sandkastenmodus, bei dem ihr euch auch für andere Nationen entscheiden könnt, es jedoch etwas am spannenden Rahmen der Kampagne mangelt.

Apropos Mangel: Von der Präsentation des Spiels dürft ihr nicht allzu viel erwarten. Okay, Strategiespiele dieser Art leben ohnehin nicht von einer tollen Grafik mit aufwendigen Effekten. Dennoch wirkt die Optik stellenweise arg altbacken und detailarm. Selbiges gilt für die Klangkulisse, die etwas mehr Abwechslung bieten könnte.

Fazit

Wer Komplexität und Tiefgang mag, kann sich hier so richtig austoben.Supreme Ruler: Cold Wars ist eines dieser Strategiespiele, die man eigentlich nur Profis empfehlen kann. Ich habe wahrlich nichts gegen ein Spiel mit enormer Komplexität und viel Tiefgang. Wer das mag, kann sich hier so richtig austoben. Allerdings kann ich auch verstehen, warum alle anderen Leute vor diesem Spiel zurückschrecken werden. Die magere Präsentation, die kaum vorhandene Zugänglichkeit und die steile Lernkurve sind keinesfalls sonderlich attraktiv.

Überblick

Pro

  • enormer Tiefgang
  • zahlreiche Aktionsmöglichkeiten
  • gute Balance der Einheiten
  • hilfreiche Ratgeber
  • riesiger Umfang

Contra

  • keinerlei Tutorials
  • steile Lernkurve
  • magere Präsentation
  • Menüs stellenweise überladen und somit irreführend

Wertung

  • PC
    68
    %
 -