Test - Sunset Overdrive : Punkrock-Skate-Shooter

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Insomniac galt immer als „PlayStation-Entwickler“. Mit Ratchet & Clank sowie Spyro the Dragon feierte das Studio früh Erfolge auf der Sony-Plattform. Sunset Overdrive ist sein erster Microsoft-Exklusivtitel. Wenn man sich die Geschichte des Entwicklers ansieht, dann haben nahezu alle Spiele von Insomniac etwas gemein: Sie sind bunt, verrückt und versuchen Genre-Grenzen zu sprengen. So auch Sunset Overdrive, das wir uns jetzt rund 25 Stunden angesehen haben.

Vorab: Für Sunset Overdrive braucht es schon einen gewissen Humor. Sarkasmus sollte euch nicht fremd sein, ebenso solltet ihr es schaffen, zwischen den Zeilen zu lesen und ironische Anspielungen zu verarbeiten. Sunset Overdrive übt Kritik an Großkonzernen sowie Monopolstellungen und vermittelt dem Spieler klar: „Du bist vielleicht anders als die breite Masse da draußen, aber du bist ein toller Kerl – einzigartig und etwas besonderes, wie jeder Mensch auf seine ganz eigene Art!“

Die Informationen zu Sunset Overdrive waren vor Release spärlich gesät. „Da kommt ein verrücktes, buntes, lautes Spiel, in dem ihr eine Monsterapokalypse überleben müsst!“, könnte die Zusammenfassung sein. Die Geschichte hinter Sunset Overdrive ist schnell erklärt: In knapp 20 Jahren stellt Getränkehersteller Fizzco in Sunset City den Drink Overcharge Delirium XT vor. So weit, so gut. Doch das Problem ist eine neue Zutat, die den Konsumenten mutieren lässt. Der Hauptcharakter des Spiels arbeitet bei der Einführungsveranstaltung beim Aufräumdienst und ist Zeuge der Mutation. Kurze Zeit später ist nahezu die gesamte Stadt von OD (Kurzform für Overcharge Druffis) befallen, die auch die Großzahl der Gegner in Sunset Overdrive stellt. Doch zu den Gegnern und den Gruppierungen kommen wir später noch.

Zu Beginn erstellt ihr euch einen Charakter, wobei hier besonders hervorzuheben ist, wie viele Möglichkeiten der gut zu bedienende Editor bietet. So gibt es für jedes Geschlecht je zwei verschiedene Körpermodelle, viele Gesichtertypen und jedes Merkmal (sei es ein Bart oder ein Kleidungsstück) ist für alle Geschlechter zugänglich – ein kleiner ausgestreckter Mittelfinger zu anderen Entwicklern, die es als zu aufwendig empfinden, weibliche Spielermodelle anzubieten.

Sunset Overdrive - Welcome to Walter's Workshop Trailer
Der neue Trailer zu Sunset Overdrive zeigt euch Walter's Workshop.

Direkt nach den Editorarbeiten geht es auch schon mit dem Tutorial los. Dort erfahrt ihr, wie ihr durch Ausweichrollen, Springen und Grinden eure Feinde ausschaltet oder umgeht. Bei Sunset Overdrive muss man immer in Bewegung bleiben: „Generation ADHS“ lässt grüßen. Immer wieder arbeitet das Spiel mit comicartigen Stilmitteln wie visualisierten Geräuschen: Tötet man bestimmte Arten der OD, so steht in bunten Lettern das Wort „Pop“ über ihren Köpfen. Springt man aus großer Höhe auf den Boden, so erscheint das Wort „Krak“ auf dem Boden. Das wurde sehr schön umgesetzt. Ab und an setzt das Spiel auf Zeitlupen, das Bild verändert den Look und Worte werden eingefügt. So werden beispielsweise neue Charaktere vorgestellt oder Situationen durch eingezeichnete Wege und Punkte erklärt.

Doch ihr befindet euch ja noch im Tutorial. Zu Beginn lernt ihr das Grinden. Das ist quasi wie Skateboardfahren nur ohne Skateboard. Erinnert ihr euch an Tony Hawk? Damals, als die Tony-Hawk-Serie noch gut war? Zu ihren Anfängen? Genau so bewegt ihr euch in Sunset Overdrive voran. Dazu habt ihr – ähnlich wie bei Bioshock: Infinite – die Möglichkeit, über Kabelsysteme in der Stadt von einem Punkt zum anderen zu kommen. Die Gesetze der Physik gelten in Sunset Overdrive übrigens nicht: Es gibt keinen Fallschaden und Fahrzeuge, Schirme, Bäume und Co. federn euch in die Luft, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen. Das klingt recht komplex, nach 30 Minuten hat man das Bewegungsrepertoire aber verinnerlicht und bewegt sich durch Sunset City, als wäre man dort aufgewachsen.

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