Preview - Stronghold : Stronghold

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Stronghold
Eine mächtige Schlacht ist im Gange.

Abgerundet wird das Ganze durch zahlreiche vordefinierte historische Burgen und Schlösser, welche ihr dann im Echtzeitkampf gegen die Eindringlinge verteidigen müsst. Wem die Kampagne und die zahlreichen geplanten Single- und Multiplayerkarten noch nicht reichen, der kann sich dann sogar noch seine eigenen Karten designen, denn der mitgelieferte Editor zeigte sich schon in dieser Betaversion als recht gut bedienbar und mit einer Fülle von Funktionen ausgestattet.

Im Aufbaupart des Spiels haben die Entwickler eigentlich nichts falsch gemacht - dieser spielt sich absolut flüssig und das Errichten der Gebäude, das Kontrollieren der Wirtschaft und Instandhalten der Produktionszyklen macht schlicht und ergreifend Spaß. Hier hat man sich deutlich am Blue Byte-Produkt bedient, was mitnichten eine schlechte Idee war, denn alles ist stimmig und logisch. So müsst ihr zum Beispiel zunächst Korn anbauen, dieses in der Mühle zu Mehl verarbeiten Lassen und schließlich in der Bäckerei zu Brot veredeln. Im Steinbruch wird der Granit für die Mauern eurer Burgen geschlagen, die Viehzüchter sorgen dafür, dass eure Soldaten nicht vom Fleische fallen und so weiter. Einzig auf Träger hat man bei Firefly verzichtet und jeder 'Produzent' bringt seine Ware eigenhändig in das Lager und jeder 'Weiterverarbeiter' holt es sich dort ab. Dadurch bedingt müsst ihr noch mehr darauf achten, möglichst logisch und mit kurzen Wegen zu bauen ansonsten euch 'Die Ratte' schnell überrennen wird.

Stronghold
Zugbrücke hoch!

Auch beim Rekrutieren gehen die Entwickler den 'Siedler'-Weg. Ihr gebt also keine Ritter, Soldaten oder Bogenschützen in Auftrag, sondern müsst zunächst aus Holz beziehungsweise später Eisen die entsprechenden Waffen schmieden lassen, diese in die Kaserne bringen wo sie dann von einem freien Siedler aufgenommen wird. Für die Ritter ist zudem eine Pferdezucht von Nöten. Sicher, den reinen Echtzeitfans wird das alles etwas zu kompliziert und zu langatmig vorkommen, ich für meinen Teil finde diese Mischung aus Aufbau und Strategie aber einfach perfekt und sie bewies schon in 'Siedler 3', dass sie funktioniert.

Das Ganze macht auch bei den einfachen Wirtschaftskreisläufen nicht halt, sondern geht soweit, dass ihr komplexe Belagerungsmaschinen bauen und Kessel mit heißem Öl bereitstellen könnt. Inwieweit es verschiedene Stufen der Waffen gibt (zum Beispiel verbesserte Bögen, härtere Schwerter etc.) konnte ich bei meinem insgesamt doch zu kurzen Besuch bei Take 2 nicht eruieren, werden wir aber spätestens in unserem Review ausführlich testen.

Auf der strategisch/taktischen Seite habe ich schon die wenigen Mängel angesprochen - hier läuft das Spiel insgesamt noch etwas hektisch ab und man weiß oft nicht, wo zuerst klicken. Zwar beherrschen eure Truppen einfache Befehle wie 'Position halten' und 'Patrouillieren', auf Formationen oder zusammenhängende Aktionsmöglichkeiten (wie zum Beispiel in 'Original War' vorbildlich gelöst) müsst ihr leider verzichten. Auch die Auswahl und das Befehlen von Aktionen läuft etwas undefiniert ab, wozu wohl die 'Command & Conquer'-Mausbutton-Konfiguration ihren Beitrag leistet. Hier wäre eine Orientierung an die inzwischen doch üblichen 'Starcraft'-Steuerung wünschenswert. (Sprich die Einheit wird mit der Rechten Maußtaste losgeschickt und mit der linken ausgewählt.) Eine Option für beide Steuerungsarten wie sie 'Age of Empires' aufwies, wäre natürlich der Clou des Ganzen. Auch beim Scrolling bin ich kein Fan des am Rand-Scrollens, da es dazu führt, dass die Maus vom Schauplatz weggezogen werden muss. Ein 'Siedler'-Scrolling mit gedrückter Maustaste ist in meinen Augen der bessere Weg, wird aber leider von kaum einem Entwickler berücksichtigt.

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Auch Rammböcke gehören zu den Einsatzgeräten.

Da in der Beta fortgeschrittene Tastaturkommandos noch fehlten, wohl aber nachgereicht werden, möchte ich mir hierüber noch kein Urteil bilden. Wünschenswert wären natürlich benutzerdefinierte Shortcuts.

Neben der Grafik glänzt auch der Sound und natürlich wie bereits erwähnt die knackige englische Sprachausgabe, welche laut Take 2-PR Manager Markus Wilding komplett für den deutschen Markt synchronisiert wird. Er verspricht hier eine möglichst nahe Umsetzung des oft trockenen englischen Humors. Hoffen wir, dass dies Take 2 gelingt, denn die Geschichte rund um die Eroberung und die Feldzüge im Mittelalter mit ihren emotionalen Charakteren ist ziemlich einmalig und dürfte viele Fans finden. Zumindest im Singleplayer ist somit Spaß pur angesagt, aber auch der Multiplayer verspricht aufgrund des soliden Grundgerüstes eine Menge Fun, wenngleich wir ihn bei unserem Besuch noch nicht antesten konnten. Laut Take 2 ist eine Online-Lobby geplant, über die ihr euch mit Gegnern in der ganzen Welt im Burgenbau messen könnt. Auch Contests zum Design der schönsten Burg und ähnliches sollen zeitnah zum Release des Spieles stattfinden.

Stronghold
Unsere Gärtnerei ist sicher im Hinterland.

Übrigens wird 'Stronghold' auch etwas für die friedlichen Naturen unter euch bieten. Im 'Economy'-Mode gilt es vordefinierte Wirtschaftsziele zu erreichen, um siegreich vom Felde zu ziehen. Überhaupt gefielen mir in der Kampagne die abwechslungsreichen Missionsziele und das wunderbar gemacht Briefing - hier erwartet uns mit Sicherheit ein Highlight im Oktober. Auch dass ihr von Mission zu Mission immer mehr Möglichkeiten habt, anstatt dass ihr gleich am Anfang mit einer Fülle von Bauoptionen erschlagen werdet, dürfte euren Gefallen finden. Das ebenfalls vorhanden Tutorial ist damit eigentlich fast unnötig, trägt aber erfreulich zum Gesamteindruck des Spiels bei.

In der gespielten Betaversion zeigte sich die Künstliche Intelligenz (KI) der Computergegner, aber auch das Verhalten der eigenen Soldaten ohne Auftrag als recht schwach, dies wird aber noch einer der Hauptpunkte der Verbesserungen sein bis zum Release, wie uns Take 2 versicherte.

 

Fazit

von Vitus Hoffmann
Die Grafik eine Augenweide, der Sound ein Ohrenschmaus, die Geschichte ergreifend und motivierend, die Einheitenvielfalt und das Wuselfeeling ausgeschöpft. Was will man mehr von einer Echtzeit-Aufbausimulation? Eine verbesserte Steuerung, einfachere Kontrollmöglichkeiten und weniger Klickerei beim Rekrutieren und Handeln, so meine Antwort. Sollten die Entwickler dies, neben der sowieso geplanten Verbesserung der KI, bis zum Release noch hinkriegen, steht uns ein wirklich großer Hit ins Haus, der zwar die Hardcore-Spielern aus 'Age of Kings' nicht zum Abwandern bewegen wird, den Spielern, denen der Microsoft-Titel aber zu hektisch und die 'Siedler'-Reihe zu langatmig ist, eine echte Alternative in die Hand gibt.

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