Preview - Stronghold : Stronghold

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'My home is my castle' so das Motto der neuen Website zu Fireflys neuestem Sprössling 'Stronghold', dessen deutscher Publisher Take 2 uns zu einer ausführlichen Spielrunde mit dem Aufbau-Echtzeitstrategiespiel einlud. Spielbar war die komplette erste Kampagne rund um den hässlichen Emporkömmling Duc 'Die Ratte' de Puce, welcher nur durch einige 'glückliche' Umstände an die Macht kam. Gerade die Story und die vielen witzigen Kommentare eures Computergegners werden euch bei 'Stronghold' schnell in den Bann ziehen. 'Die Ratte' wurde von mir übrigens an diesem Nachmittag noch vollständig besiegt.

Stronghold
Wunderschöne Aussicht auf die Landschaft.

In 'Stronghold' übernehmt ihr die Rolle eines Burgherren, der auf der einen Seite den Aufbau der Befestigungen, der Türme und Gräben, auf der anderen Seite aber auch die Kontrolle über die Wirtschaft seines Lehens erhält und entsprechend nutzen muss. Im Prinzip könnte man von einer Verbindung der Spielprinzipien aus 'Age of Empires' und 'Siedler' gepaart mit einem Schuss 'Tropico' sprechen, doch Fireflys 'Stronghold' ist mehr als eine bloße Kombination des Ganzen, denn die Entwickler haben es geschafft, eine fast perfekte Pace auszubaldowern, die euch Zeit zum Überlegen und Planen lässt, aber auch dafür sorgt, dass keine Langeweile aufkommt, während ihr eure Siedlung anlegt und eure Burg um diese herum baut. Im Prinzip geht es im Spiel dann darum, diese Burg vom Gegner bestürmen zu lassen, um ihre Standhaftigkeit zu testen. Dabei ist nicht nur die Burg selbst ein Garant für den Sieg, sondern auch die Zusammenstellung und Kontrolle der zahlreichen Einheiten vom einfachen Bogenschützen bis hin zum hochgerüsteten Ritter zu Ross.

Natürlich haben sich die Entwickler auch einige neue Sachen ausgedacht, so könnt ihr zum Beispiel nicht durch einfaches Häuserbauen neue Einwohner 'generieren', sondern diese werden durch ein mehr oder weniger komplexes Sozialsystem, welches aus der Kombination von Steuern und Verpflegungsrationen besteht, entweder von eurem Lehen angezogen, oder es ihnen weniger zusagt und ihre Zustimmung fällt, während viele abwandern. Das Ganze gehört noch etwas gebalanced, mir fehlten zum Beispiel Eingriffsmöglichkeiten um aus dem Teufelskreis 'weniger Leute - keine Leute um Nahrung zu produzieren - Leute wandern ab wegen Nahrungsmangel - weniger Leute' herauszukommen.

Stronghold
Von Wasser umgeben ist die Burg schon fast uneinnehmbar.

Der auch in 'Stronghold' vorhandene Markt, in dem ihr eure überschüssige Ware verkaufen und mit dem so erworbenen Geld Mangelware anschaffen könnt, schafft hierbei etwas Erleichterung, ist aber aufgrund fehlender Kauf-/Verkaufsmöglichkeiten in größeren Mengen ein leichter Frustfaktor, denn oft ertappt man sich minutenlang auf das Verkaufssymbol klickend. Leider scheinen sich die Preise nicht oder nur marginal an den Kauf-/Verkaufprozessen zu orientieren, hier wäre ein offener Markt, der denselbigen Gesetzen entspricht, ähnlich wie in 'Age of Kings', sicher wünschenswert.

Allgemein hapert es dem Spiel noch etwas am Gameplay und der Bedienung, vor allem was das Rekrutieren der Soldaten, die Steuerung derselben und das Setzen der Mauern anbelangt. Hier sollte Firefly noch möglichst viele Mannstunden investieren, ansonsten dürften einige Frusterlebnisse beim Käufer vorprogrammiert sein.

Stronghold
Auch in 'Stronghold' fängt man klein an.

Grafisch ist 'Stronghold' der großen Konkurrenz aus Redmond sicherlich ebenbürtig, einzig die Begrenzung auf eine Auflösung bis 1024 x 768 Bildpunkte trübt den grafischen Gesamteindruck ein wenig, zumal die Übersicht in der ersten der zwei Zoomstufen ziemlich schnell verloren geht. Rausgezoomt ergibt sich allerdings ein fulminantes Bild, denn überall wuselt und plätschert es und ist die Schlacht im vollen Gange fühlt man sich fast direkt in die Zeit der Burgen und Ritter zurückversetzt. Die isometrische Ansicht lässt sich zudem in 90-Grad-Schritten drehen, um sich sein Werk einmal von allen Seiten ansehen zu können. Die Einheiten präsentieren sich zudem prächtig designed und den Originalvorbildern aus dem Mittelalter gut nachempfunden, die Animation empfand ich noch als etwas ruckelnd und zum Beispiel die Pferde schwebten mehr über das Land, als dass sie wirklich liefen - hier hat 'Age of Kings' oder auch 'Siedler' deutlich die Nase vorn, wobei den Mannen von Firefly noch genug Zeit bleibt, hier wie auch in der allgemeinen Performance des Spiels noch deutlich zuzulegen.

 

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