Preview - Stronghold: Crusader : Stronghold: Crusader

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Stronghold: Crusader
Ist das nicht das gute alte Leiter-Spiel?

Das gute alte Leiter-Spiel
Eine weitere Variante des 'Skirmish'-Modus ist der so genannte 'Skirmish Trail'. Hier haben die Programmierer 50 unterschiedliche Maps zusammengetragen, welche durch ihre Skriptung fast so etwas wie eine weitere Kampagne darstellen. Die Map-Auswahl mutet hierbei wie das gute alte 'Leiter'-Brettspiel an, bei dem es darauf ankam, wer zuerst im Ziel war. Ähnliches ist auch für den 'Skirmish Trail' geplant, denn die Zeit, die ihr für die gesamten 50 Missionen braucht, wird gespeichert und ihr könnt so eure Leistung mit anderen vergleichen. Schneidet ihr dabei sehr schlecht ab, geht einfach eine Mission zurück und versucht diese auf einem anderen Weg vielleicht schneller zu gewinnen. In der uns vorliegenden Preview-Version waren diese Karten noch nicht gebalanced und dementsprechend schwer einzuordnen, es bleibt uns also noch etwas für das Review zu berichten.

Freies Bauen und Multiplayer für alle
Für alle 'Siedler'-Freunde hat FireFly einen 'Free-Build'-Modus eingebaut, in dem ihr nach Lust und Laune die Burg eures Herzens bauen könnt und euch ganz und gar den gar nicht so wenig komplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen eures Königreiches widmen könnt. Für alle, die es lieber menschlich mögen, wird 'Crusader' auch einen Multiplayer-Modus beinhalten, in dem ihr den 'Skirmish'-Teil des Spiel über das Internet mit Freunden oder Feinden beschreiten könnt. Dabei setzen die Entwickler wie eh und je auf den Spielbrowser von GameSpy. Natürlich darf auch der aus 'Stronghold' bekannte Editor nicht fehlen.

Stronghold: Crusader
Massig Gegner im Skirmish-Modus

Bei Sound und Grafik fast nichts Neues
Da 'Crusader' die alte Engine weiterverwendet, konnte man keine Meilensteine erwarten und so kommt es auch: Bis auf die neuen Einheiten und Gebäude, unter anderem ein 'Söldner'-Haus ('Warcraft III' lässt grüßen), in dem ihr auch als Engländer arabische Einheiten kaufen könnt, hat sich grafisch eigentlich nichts getan. Lediglich der Untergrund ist aufgrund des neuen Settings natürlich eher sandfarben als grün und hübsch gemachte Oasen mit mächtigen Palmen bevölkern die ein oder andere Karte. Auch ohne neue Engine bleibt die Grafik zweckmäßig bis hübsch, muss sich aber angesichts der übermächtigen Konkurrenz eher mit einem hinteren Rang abfinden, als in den vorderen Reihen seinen Platz einnehmen zu können.

Auch beim Sound blieb alles beim Alten und so tönt und trommelt es und die Pfeile zischen einem um die Ohren, wenn es zur großen Schlacht kommt. Hoffen wir, dass die Kommentare der Gegner auch in der deutschen Synchronisation so gut rüberkommen, wie bereits jetzt die englische Preview vermuten lässt. 'Crusader' wird nämlich wie schon der Vorgänger komplett deutsch erscheinen.

Stronghold: Crusader
Das neue Wüstensetting mit Prachtburg.

Das Gemecker zum Schluss
Wer gehofft hatte, dass wenigstens die gröbsten Gameplay-Schnitzer aus 'Stronghold' verbessert oder gar das umständliche 'Linksklick'-System, welches dazu führt, dass man oft anstatt Einheiten zu schicken, andere Einheiten auswählt, geändert wurde, wird sicher von 'Crusader' enttäuscht sein. Im eigentlichen Spiel hat sich praktisch überhaupt nichts geändert. Die einzig sinnvolle Verbesserung, die ich entdecken konnte, war die bessere Auswahl der Tore, welche nun nicht mehr zickig die Ausrichtung wechseln, sondern von vornherein fest stehen. Nach wie vor kann man keine Gebäude setzen, so lange sich Einheiten auf dem Bauplatz bewegen, nach wie vor geht die Performance bei größeren Maps und hoher Einheitenzahl merklich in die Knie, nach wie vor ist das Massen-Rekrutieren von Soldaten mangels eines 10er- oder 100er-Buttons eine Qual, und auch die Einheitenkontrolle wurde keinen Deut verbessert. So könnt ihr euren Bogenschützen weiterhin keinen Befehl zum Angriff geben und diese begeben sich automatisch in Reichweite und das Graben ausheben bzw. zuschütten bleibt weiterhin ein Mysterium, welches manchem 'Stronghold'-Fan wieder den Schlaf rauben wird. Allein wegen dieser Mängel wäre es unheimlich schade von FireFly, den Titel als Nachfolger von 'Stronghold' zu bewerben, denn hatte man dort die Schwächen noch verziehen, müssen diese bei einem echten Nachfolger unbedingt behoben werden.

 

Fazit

von Vitus Hoffmann
Als absoluter 'Stronghold'-Fan schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite freue ich mich riesig über die neuen Spielmodi, die coolen neuen Einheiten, den durchdachteren Multiplayer-Modus und das alternative Setting. Auf der anderen Seite ärgere ich mich maßlos über das Fehlen jeglicher Verbesserungen im Gameplay und die langsam in die Jahre kommende Grafik, wenngleich diese immer noch hübsch anzusehen ist. Wer von 'Crusader' nicht mehr erwartet als eine sinnvolle Erweiterung des Spielschatzes von 'Stronghold' und wer mit den technischen Mängeln leben kann, wird aber auf jeden Fall auch von 'Crusader' begeistert sein und sollte am 20. September möglichst rasch in den Spieleladen seines Vertrauens laufen und sich dann eine fetzige Multiplayer-Partie zusammen mit Richard Löwenherz, Saladin oder der dummen Ratte liefern. Trotz der Kritik verdient auch 'Crusader' ein gerade noch 'Sehr Gut', denn das Spiel macht schlicht einen Höllenspaß und darauf kommt es schließlich an.  

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