Test

Stronghold 3

Ein Festival der Bugs

  • PC

Satte zehn Jahre kreuchen sie schon durch dunkle Gemäuer und verzehren sich nach neuer Nahrung. Das im Jahre 2001 veröffentlichte Stronghold verzückte jeden Burgenbauliebhaber und zauberte mit unnachahmlicher Sicherheit eine perfekte Mixtur aus Aufbaustrategie und Belagerungskampf auf die heimischen Bildschirme. Stronghold ist Kult und geht nunmehr in die dritte Runde. Allerdings, so viel schon vorweg, haben sich die Entwickler der Londoner FireFly Studios garantiert nicht aus ihren dunklen Katakomben getraut und in der modernen Spielewelt umgesehen. Fehlende Standardfunktionen im Spiel sowie zahllose Bugs ersticken den Spielspaß bereits im Keim. Wir haben uns durch die Kampagnen gequält und sagen euch in diesem Test, warum es derzeit keine Kaufempfehlung bekommt.

Zuerst die guten Nachrichten

Es ist schon schwer, einen Kontext zwischen „guten Nachrichten“ und Stronghold 3 zu schaffen. In diesem Abschnitt werden wir dennoch auf die wenigen Vorzüge des Spiels eingehen. Wie in den Vorgängern wartet die dritte Episode mit diversen Spielmodi auf. Ihr habt eingangs die Wahl zwischen dem für Einsteiger zu empfehlenden Tutorial, der Militär- wie auch der Wirtschaftskampagne. Beide Kampagnen werden wir später eingehender beleuchten – schließlich soll das der Abschnitt mit den guten Nachrichten sein.

Komplettiert wird der Einzelspielerteil durch die Auswahlmöglichkeiten „Historische Belagerungen“ und „Freies Bauen“. Bei den geschichtlichen Szenarien sollt ihr beispielsweise der im Raum Mittelrhein stehenden Marksburg helfen, einen Angriff zurückzuschlagen oder selbigen ausführen. Die freie Variante schickt euch entweder auf eine Insel oder in eine Gebirgslandschaft und lässt euch völlig freie Hand beim Hochziehen euer Siedlung. Schade hierbei ist, dass nicht wie beim Urtitel auf Knopfdruck die gegnerische KI herbeigerufen werden kann, um eure Bauwerke einem Stresstest in Form einer Belagerung, dem Herzstück eines jeden Stronghold, zu unterziehen.

Der Aufbaupart ist zweckmäßig und wirbt mit frei bebaubarem Untergrund. Ein Vorteil gegenüber der Anno-Serie, die doch sehr in ihrem 90-Grad-Winkel-System verharrt. Allerdings kann deren Komplexität nicht erreicht werden, obwohl auch bei Stronghold 3 achtsam Produktionsketten eingehalten werden müssen. Klangtechnisch punkten die Entwickler mit guten und authentisch wirkenden Stimmen sowohl in englischer als auch in deutscher Sprachausgabe. Doch der Fehler steckt hier im Detail. Nur zwei oder drei verschiedene Sprach-Samples, die sogar schon im Ur-Stronghold enthalten waren, sind aus heutiger Sicht viel zu wenig.

Stronghold 3 - Launch Trailer

Das war es dann aber auch …

… mit den positiven Dingen, die in Stronghold 3 eventuell den einen oder anderen zum Kauf bewegen könnten. Denn ansonsten macht das Spiel so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Man hat, sobald man den Ladebildschirm mit seinen unansehnlichen Zwischensequenzen überstanden hat, ständig das Gefühl, bei den FireFly Studios als Betatester angestellt zu sein. Die bis heute veröffentlichten Updates konnten bisher lediglich das anfängliche und in diversen Spielszenen vorherrschende Absturzproblem lösen – mehr nicht.

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