Test - Still Life : Still Life

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Nachdem uns 'Still Life' in einer fast fertigen Preview-Version schon begeistern konnte, haben wir nun einen Blick auf die Vollversion geworfen: Wie schlägt sich das Spiel im Vergleich zu Konkurrenten wie 'Nibiru' oder 'Syberia 2'? Unser Test der PC-Version klärt alle Fragen rund um das letzte Werk von Microids Canada.

'Wo bin ich hier bloß gelandet?', fragt sich die junge Polizistin Victoria McPherson. Vicky, wie ihre Kollegen und Freunde sie nennen, ist einem Serienkiller auf der Spur, der brutal mehrere Frauen umgebracht und weitere Morde ankündigt hat. Der Fall zieht das Interesse der Öffentlichkeit auf sich, die Presse macht Druck, Vickys Chef sitzt ihr im Nacken und das alles auch noch kurz vor Weihnachten – von wegen 'besinnliche Tage'. Doch was zu Beginn noch nach recht normalem Arbeitsstress klingt, bekommt schnell eine mysteriöse Note: Beim Durchstöbern des Dachbodens ihres Elternhauses findet Vicky alte Akten ihres Großvaters, der vor rund 80 Jahren als Privatdetektiv einen ganz ähnlichen Fall bearbeitet hatte. Sind die Parallelen ein bloßer Zufall oder weisen die Ereignisse eine düstere Verbindung auf? Es ist eure Aufgabe, das herauszufinden.

Die Geschichte von 'Still Life' erinnert auf den ersten Blick ein wenig an den Hollywood-Streifen 'Sieben' und kann es in Sachen Spannung jederzeit mit dem Film aufnehmen: Vickys Suche nach dem Mörder nimmt nach einem eher gemächlichen Beginn schnell Fahrt auf, vollführt die eine oder andere Wendung und kommt schließlich zu einem furiosen, aber leider recht enttäuschenden Ende – nicht, weil die Story unlogisch würde, sondern weil vieles offen gelassen wird. Und auf eine Fortsetzung ist leider nicht zu hoffen: Microids Canada hat nach der Vollendung von 'Still Life' seine Pforten geschlossen, die Mitarbeiter sind zu Ubisoft Montreal abgewandert.

Abenteuerlicher Alltag

'Still Life' ist ein Ausnahme-Adventure – und zwar nicht nur auf die Qualität des Spiels bezogen, sondern ebenso auf seine Thematik und die Handlungen seiner Charaktere: Wo sonst erlebt man schon, dass eine Polizistin tatsächlich ihrer Arbeit nachgeht, anstatt um die Welt zu reisen und einem verschollenen Schatz nachzujagen? 'Still Life' ist in jeder Hinsicht ein bisschen anders. Das Abenteuer, oder vielmehr der Fall, beginnt mit dem fünften Mord, direkt am Tatort. Während ihre Kollegin die Leiche des Opfers untersucht, muss Vicky den Schauplatz in Bildern festhalten und nach Indizien suchen. Klingt nach 'CSI', spielt sich wie 'CSI': Ihr setzt Chemikalien und Filter ein, um Blutspuren sichtbar zu machen, benutzt Lupe und Pinzette, um Fasern aufzuspüren und einzutüten.

Die Spurensuche bestimmt allerdings nur den ersten Abschnitt, denn später befragt Vicky Zeugen, verhört Verdächtige, sucht Beweise oder spielt schon einmal die verdeckte Ermittlerin, um an wichtige Informationen zu gelangen. Zwischendurch stattet sie auch ihrem Vater einen Besuch ab, bringt ihm Geschenke, bäckt Plätzchen. Auf diese Weise vermittelt euch das Spiel das Gefühl, tatsächlich einen Tag im Leben eben jener Victoria McPherson zu erleben, und baut eine so starke Bindung zu der Spielfigur auf, wie es nur äußerst selten vorkommt.

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