Test - SteelSeries Rival 700 : Maus mit OLED-Display und Vibrationsalarm

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Gaming-Mäuse sind so langweilig. Fast jeder Hersteller nutzt mittlerweile Omron-Schalter und die obligatorischen Pixart-Schalter. Der Rest ist sozusagen Formsache, sprich: das Design. SteelSeries hat sich für seine Rival 700 etwas Neues einfallen lassen und verpasst dem Nager ein OLED-Display nebst Tactile Alert, also einem einstellbaren Vibrationsalarm. Ist das zusammen mit einer gewissen Modularität bei einem UVP von 109,99 Euro ein echter Mehrwert oder nur ein unnützes Gimmick?

Das grundlegende Design der Rival 700 ist zunächst nicht ungewohnt. Die schlanke, stark gewölbte Form erinnert an die Rival 300. Die Maus liegt gut in der Hand, zumindest wenn man Rechtshänder ist. Das matte Schwarz ist eher unauffällig, wird aber durch die RGB-Beleuchtung für Logo und Mausrad etwas aufgehübscht. Mit Abmessungen von 124,85 x 68,46 x 41,97 mm und einem Gewicht von 135 g ist die Rival 700 kein Winzling. Wer auf kleine, leichte Nager steht, ist hier fehl am Platze.

Die Seiten der Maus sind gummiert und leicht genoppt, was für sicheren Grip sorgt, allerdings leichte Zweifel an deren Haltbarkeit bei starker Nutzung aufwirft. Angeschlossen wird der Nager wahlweise mit einem zwei Meter langen, textilummantelten Kabel am PC oder mit einem ein Meter langen, lediglich mit Kunststoff umhüllten Kabel am Notebook.

Die Rival 700 verfügt über zwei relativ große Maustasten mit gutem Druckpunkt und Klickverhalten. Das Zwei-Wege-Mausrad ist präzise und leistet gute Arbeit. Der obligatorische dpi-Schalter hinter dem Mausrad darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. An der linken Seite befinden sich drei Daumentasten: zwei oberhalb der Daumenablage, eine weitere quasi für die Daumenspitze.

Die neue Maus von SteelSeries setzt auf Modularität für individuelle Vorlieben. So ist nicht nur das Kabel austauschbar, sondern auch das Cover, und zwar durch 3-D-Druck-Teile (Dateien gibt es auf der SteelSeries-Website). Zudem könnt ihr auch den Sensor wechseln.

Standardmäßig ist die Rival 700 mit einem optischen PMW3360-Sensor mit 16.000 dpi ausgestattet. Wer eher auf Laser steht, kann für satte 29,99 Euro einen Pixart-9800-Sensor mit 8.200 dpi erwerben und ihn einbauen. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber nun gut. Da der PMW3360 ohnehin zu den besseren Sensoren gehört, gibt es an der Performance der Maus nichts zu bemängeln.

Kommen wir zu den auffälligeren Besonderheiten. An der vorderen linken Seite befindet sich ein kleines OLED-Display, das Schwarzweißbilder mit 10 fps darstellt. Hier könnt ihr über die SteelSeries Engine beispielsweise GIFs, JPGs oder PNGs mit einer Größe von 128 x 36 Pixeln einblenden, was natürlich ein echter Hingucker ist, gerade wenn ihr animierte Grafiken nutzt. Wer möchte, lässt sich dort auch Spielinformationen anzeigen, was zurzeit aber lediglich von drei Titeln unterstützt wird: CS:GO, Dota 2 und Minecraft. Mehr als ein Gimmick dürfte das allerdings kaum sein, denn wer schaut schon beim Spielen auf die Maus – außer vielleicht ein Zuschauer.

Interessanter ist da schon der Tactile Alert. Dabei handelt es sich um einen Vibrationsalarm, den ihr ebenfalls mit der SteelSeries-Engine-Software konfiguriert. Bis zu 13 Effekte können auf verschiedene Game-Events eingestellt werden, wobei sich einige für unser Empfinden nicht deutlich genug voneinander unterscheiden. Beispielsweise könnt ihr euch durch eine Vibration informieren lassen, wenn ein Timer abgelaufen oder eure Gesundheit gefährlich niedrig ist. Allerdings wird dies ebenfalls nur von den besagten drei Spielen unterstützt.

Auswirkung auf die Präzision hat die Vibration übrigens nicht. Da der entsprechende Motor eine vertikale Vibration erzeugt und keine horizontale, kommt es nicht zu ungewollten Mausbewegungen. Generell ist das aber ein durchaus interessantes Feature. Wer möchte, stellt dann auch noch die RGB-Beleuchtung auf sein Spiel ein, zum Beispiel in der Form, dass die Beleuchtung sich an die Gesundheit eurer Spielfigur anpasst. Auch hier stellt sich allerdings die Frage: Wer schaut beim Zocken schon auf seine Maus?

Greift zu, wenn...

… ihr CS:GO, Dota 2 und Minecraft spielt und Features wie OLED-Screen oder Tactile Alert für euch interessant sind.

Spart es euch, wenn...

… ihr auf all die Gimmicks verzichten könnt und lieber auf eine schlichte, aber vielleicht günstigere Maus setzt.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Extravaganter Nager

Die Rival 700 ist unabhängig von den technischen Gimmicks eine gute und präzise Gaming-Maus mit angenehmer Ergonomie. Die Modularität von Sensor und Cover ist elegant gelöst. Die austauschbaren Kabel gefallen uns ebenfalls gut, auch wenn einige der Module relativ teuer sind. Was die technischen Gimmicks betrifft, geht SteelSeries mit OLED-Display und Tactile Alert recht extravagante Wege, die derzeit leider nur von drei Spielen unterstützt werden.

Während das OLED-Display eher Hingucker als nützlich ist, könnten die einstellbaren Vibrationsalarme für den einen oder anderen Spieler tatsächlich eine Bereicherung sein. Wer auf all das verzichten kann, findet allerdings preiswertere Mäuse mit einem ähnlichen Leistungsniveau. Aber wenigstens wagt sich SteelSeries an Innovationen.

Überblick

Pro

  • Tactile Alert als interessantes Feature …
  • innovatives OLED-Display ...
  • austauschbarer Sensor
  • gute Ergonomie
  • austauschbare Kabel
  • sehr präzise Sensoren
  • guter Druckpunkt der Maustasten

Contra

  • … das leider bisher nur von drei Spielen unterstützt wird
  • … das letztendlich nur ein optischer Hingucker ist
  • Austauschmodule recht teuer

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