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Fracture

Auf und ab in Mehrspielerschlachten

  • PS3
  • X360

Im Frühling durften wir bereits den Singleplayer-Modus von ’Fracture’ anspielen, auf der GC 08 stand nun der Mehrspielermodus erstmals im Mittelpunkt des Interesses. Wie fühlt sich die erderschütternde Action im Multiplayer-Part an? Wir verraten es euch in der Preview direkt von der Leipziger Messe.

Boden, erhebe dich!

Es müssen nicht immer Roboterungetüme mit der Größe von ausgewachsenen Mehrfamilienhäuser sein, wenn man für mächtig Action sorgen will - das ist auch den Day 1 Studios klar, denn nachdem das Team zwei erfolgreiche Episoden der 'MechAssault'-Reihe auf Xbox fabrizierte, kommt der nächste Actiontitel vom selben Team ganz ohne Mechs aus. Erderschütternd geht es in 'Fracture' aber trotzdem zu. Grund hierfür ist eine spezielle Waffe, die der Held des Third-Person-Shooters immer griffbereit hat. Mit ihr kann er alle natürlichen Bodenebenen wie Erde, Schlamm, Geröll oder Sand sofort in die Höhe schnellen oder zu einer Versenkung herablassen. Es entstehen so in Sekundenschnelle kleine Hügel und Dellen in der Erde, die sich bei Bedarf noch vergrößern lassen.

Klingt nach Landschaftsplanung? Mitnichten. Dieses coole Feature ist ein wichtiges Werkzeug im Krieg: Stürmen etwa Feinde auf euch zu und ihr seid gerade am nachladen, sorgt ihr einfach per Hügel für Schutz. Ein andermal wollt ihr die im Boden herumwuselnden Killerwürmer freilegen? Senkt einfach den Untergrund. Oder ihr benötigt eine praktische Delle, um Feinde in eine Falle zu locken und eine Granate in die Mulde hineinkullern zu lassen? Auch das ist kein Problem dank des so genannten Terraformings des Spiels.

Solokampagne und Multiplayer-Schlachten

'Fracture' soll sowohl alleine als auch mit mehreren Spielern viel Spaß machen. Die Entwickler wollen also auf beide Teile des Spiels ähnlich viel Energie aufwenden. Bereits vor einigen Monaten konnte ich den Singleplayer-Part ausprobieren. Als Jet Brody kämpft ihr in einem Krieg in einer Welt, die durch die Erderwärmung aus den Fugen geraten ist. In den USA stehen sich zwei Seiten gegenüber - die Westküste mit genetisch veränderten Soldaten und die Ostküste mit kybernetisch aufgewerteten Kämpfern.

Auf der GC 08 wurde mir ein neues Level gezeigt, das mit seinem stimmigen nächtlichen Industrieszenario sehr hübsch aussah. Besonders positiv war ich aber von der Gegner-KI überrascht, die gegenüber der Vorabfassung vor einiger Zeit nun durchaus für spannende Duelle sorgen kann. Denn 'Fracture' ist trotz des originellen Terraformings im Grunde ein klassischer Shooter, der sich genauso spielt. Die Steuerung ist überaus präzise und fühlt sich sehr gut an. Auch die Geschwindigkeit der Action ist in einem guten Mittelfeld zwischen zu schnell und zu träge. Erinnerungen an 'MechAssault' werden schnell wach.

Am meisten interessierte mich auf der GC 08 aber der Mehrspielermodus. Dieser wurde zum ersten Mal überhaupt gezeigt, nachdem die Entwickler uns schon im Vorfeld erklärt hatten, dass sie von der Messe in Leipzig viel halten und dort etwas Neues zeigen wollen. Während einer abendlichen Party mitsamt leckeren Getränken, coolen Eis-Shots und exotischen Häppchen durfte die eingeladene Journalistenschar ausgiebig den Multiplayer-Modus von 'Fracture' ausprobieren. Sonderlich originell sind die angetesteten Multiplayer-Match-Varianten allerdings nicht.

Angefangen habe ich mit einer Deathmatch- und Teamdeathmatch-Runde. Diese spielten sich recht traditionell, man muss sich erst einmal daran gewöhnen, das Terraforming wirklich zu nutzen. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Mehrspielergefechte etwas hektischer wirken als die Soloausflüge. Außerdem vermissten wir ein optisches Feedback für Treffer beim Kontrahenten, das Balancing der Waffen scheint mir auch noch nicht wirklich gelungen.

Höhen und Tiefen

Hat man aber erst einmal den Dreh mit dem Terraforming raus, sorgt das Feature für einige neue Kniffe. Vor allem das pfeilschnelle Erstellen eines Bergs macht Spaß, aber auch den Boden als Beschleunigungsfeld für Sprünge zu nutzen, ist wichtig. So springt ihr meterhohe Mauern hoch und holt euch auf erhöhten Plattformen aus Kisten diverse Extrawaffen. Überhaupt bietet das Spiel einige kreative Waffen - eine Granate reißt ein Loch in den Boden und lässt einen tödlichen Sog entstehen, eine Kanone zaubert einen Steinbrocken herbei, der den Feind automatisch verfolgt und ihn überrollt. Ein weiterer angespielter Modus ist Capture the Flag. Ein Team musste in eine von Säureseen umgebene Festung eindringen und die Flagge herausholen. Da es kaum Eingänge gibt, müssen die Angreifer hohe Sprünge ausführen und aus der Säurefläche schnell den Boden hervorheben, um keine Energie einzubüßen.

Was mir noch nicht so gefallen hat, war das Map-Design. Die Areale sind ziemlich klein, was wohl an der mäßigen Anzahl von maximal zwölf Spielern liegt. Um die Maps vor allem in Team-Modi fair zu halten, gibt es leider viele Betonwände und Ähnliches im Boden, sodass ihr nicht einfach Tunnels oder Täler bauen könnt, um Hindernisse wie etwa eine Ruine zu umgehen. Das ist zwar sinnig, nimmt dem Terraforming aber auch etwas Wind aus den Segeln. Darüber hinaus wirkte die Grafik in den Mehrspielerschlachten etwas weniger ansehnlich als im Solomodus.

Fazit

Die Mehrspielergefechte scheinen zumindest in der Vorabversion etwas hektisch und noch zu unbalanciert. Hoffen wir, dass die Day 1 Studios bis zum Release noch kräftig am Feintuning feilen.Nachdem ich nun den Singleplayer- als auch den Multiplayer-Modus von ’Fracture’ angespielt habe, gefällt mir der geradlinige Shooter mit seinem feinen Terraforming-Feature nach wie vor richtig gut. Ehrlich gesagt kann mich der Einzelspielerteil aber bislang mehr überzeugen. Die Mehrspielergefechte scheinen zumindest in der Vorabversion etwas hektisch und noch zu unbalanciert. Hoffen wir, dass die Day 1 Studios bis zum Release noch kräftig am Feintuning feilen.
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