Test - Star Wars Republic Commando : Star Wars Republic Commando

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Überhaupt ist die künstliche Intelligenz von Freund und Feind eines der größten Mankos von ’Star Wars Republic Commando’. Die gegnerischen Charaktere nehmen euch entweder sofort scharf aufs Korn, sobald ihr auch nur in ihrer Nähe seid, oder sie ignorieren euch einfach und laufen auch schon mal an euch vorbei. Ähnliches bei den Teamkollegen – diese scheinen zuweilen ihre Elite-Ausbildung vergessen zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass nicht selten einer allein plötzlich mehrere Räume weiter läuft und dabei natürlich gnadenlos niedergemetzelt wird. Solche Aussetzer erschweren das Spiel zusätzlich, zumal der Schwierigkeitsgrad eh schon ziemlich hoch ausgefallen ist. Immerhin kommt trotzdem nur selten Frust auf. Ihr dürft eure Kollegen nach ihrem Verlust jederzeit wiederbeleben. Das gleiche geschieht mit euch, wenn eure Energie im Gefecht mal auf Null sinkt. Außerdem trefft ihr sehr oft auf Energie-Stationen, wo ihr euren Trupp so oft ihr wollt wieder auf Vordermann bringen könnt. Anders sieht es dagegen bei der Munition aus, die eher knapp gehalten ist. Standardmäßig seid ihr mit Blaster-Kanone, Laser-MP, Scharfschützen-Gewehr, Granatwerfer und Nahattacke ausgerüstet, darüber hinaus dürft ihr eine feindliche Waffe mit euch führen. Aufgrund der sparsam gehaltenen Munition kommt ihr nicht umhin, zwischen den Waffen zu wechseln, zumal einige Feinde besonders gut mit einer bestimmten Wumme auszuschalten sind. Überhaupt verfügen viele Feinde über einen kleinen wunden Punkt, der euch viel Munitionsverbrauch ersparen kann.

Höhen und Tiefen

Auch wenn es bei ’Star Wars Republic Commando’ einige schwächelnde Elemente gibt, so fallen diese gegenüber dem großen Pluspunkt nicht so stark ins Gewicht. Der Team-Shooter punktet durch eine hervorragende Atmosphäre, die nicht nur ’Star Wars’-Jünger begeistern dürfte. Die Levels sind zwar sehr linear ausgefallen, aber dank eines ordentlichen Leveldesigns und der Nonstopp-Action werdet ihr prächtig unterhalten. Durch die wechselnden Missionsziele und die verschiedenen Settings fühlt ihr euch tatsächlich wie in einem Sondereinsatz für die Republik. Die Einzelspieler-Kampagne umfasst vier große Einsätze, die wiederum in insgesamt etwa 15 Abschnitte unterteilt sind. Geübte Spieler sehen den Abspann nach etwa neun bis zehn Stunden über den Bildschirm flimmern. Während das Leveldesign im Singleplayer-Modus überzeugen kann, trifft dies auf den Mehrspieler-Modus leider nicht ganz zu. Die Hand voll Multiplayer-Arenen sind nicht sonderlich gut ausgetüftelt, was sich vor allem in der Positionierung der Waffen und Items sowie der Restart-Punkte deutlich macht. Ihr dürft entweder im Splitscreen mit bis zu vier Spielern ran oder ihr duelliert euch per System Link oder Xbox Live mit bis zu 15 anderen Usern. Leider finden sich die Team-Features der Einzelspieler-Kampagne nicht mehr im Multiplayer-Part, dafür bekommt ihr die gewohnte Kost an Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag. Damit ist der Mehrspieler-Modus kein Beinbruch, aber auch nichts Weltbewegendes.

Herausragend ist dagegen zuweilen die Optik von ’Star Wars Republic Commando’ ausgefallen. Die Levels sind oftmals sehr ansehnlich und detailliert gestaltet und wirken dank vieler Effekte wie Blendlichter, Rauch, metallischem Schimmern, Erschütterungen, Funkenregen und vielem mehr so richtig lebendig. Dies tröstet über den einen oder anderen etwas weniger spektakulären Abschnitt hinweg. Ein Atmosphäre-Pluspunkt ist außerdem die Visor-Sicht, in der eure Sicht auch mal durch Verschmutzung oder Störsender behindert wird. Ebenfalls überaus gelungen sind die Gegner-Modelle sowie die Animationen der Team-Kollegen. Leider wird diese opulente Optik mit einer enorm schwankenden Framerate und massivem Tearing teuer erkauft. Diese Mankos stören nicht nur die Grafik, sondern haben auch auf das Zielen eine negative Auswirkung. Ohne Fehl und Tadel ist dagegen der Sound. Die Orchesterklänge in bester ’Star Wars’-Manier sorgen im Zusammenspiel mit dem Surround-Sound und den ordentlichen Soundeffekten für die perfekte Kino-Atmosphäre. Erfreulicherweise ist die deutsche Sprachausgabe insgesamt ebenfalls ganz gut gelungen.

Fazit

von David Stöckli
Was zunächst wie ein anspruchsvoller Taktik-Shooter à la ’Rainbow Six 3’ anmutet, entpuppt sich schnell als actiongeladener Shooter-Spaß. Die Team-Features sind zwar eher oberflächlich ausgefallen, sie sind aber ganz gut umgesetzt worden und stellen einen guten Einstieg ins Teamshooter-Genre für Neulinge dar. Aufgrund des hohen, aber selten unfairen Schwierigkeitsgrades fühlen sich Baller-Erfahrene trotzdem nicht unterfordert. Das Highlight des Spiels sind aber klar die packende Atmosphäre und die effektgeladene Optik. ’Star Wars’-Fans freuen sich darüber hinaus über unzählige Film-Anspielungen. Leider verhindern allerdings die heftigen Frame-Einbrüche, die arg linearen Levels, die nervig schwache KI und der sehr durchschnittliche Mehrspieler-Modus eine höhere Wertung. Trotzdem: Wer einen cineastischen Ego-Shooter sucht oder ohnehin ein Anhänger von ’Krieg der Sterne’ ist, sollte bei ’Star Wars Republic Commando’ zugreifen.

Überblick

Pro

  • tolle Atmosphäre
  • actiongeladene Missionen
  • sehr gute Soundkulisse
  • interessantes Hotspot-Feature

Contra

  • karge Story-Inszenierung
  • mäßige Multiplayer-Maps
  • schwache KI
  • heftige Frame-Einbrüche und Tearing

Wertung

  • Xbox
    78
    %

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